Antriebstechnik

Energieeffiziente Antriebstechnik für die Kunstschneeproduktion

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Elektrotechniker wissen: Je mehr Frequenzumrichter im Stromnetz sind, desto mehr Oberwellen gilt es zu kompensieren. Durch die vielen Geräte und die hohen installierten Leistungen müssen auch in Zell am See entsprechende Vorkehrungen zur Verbesserung der Netzqualität getroffen werden. Um die vom Stromversorger vorgeschriebenen THD-Werte (Total Harmonic Distortion) einhalten zu können, bedient man sich entsprechender Netzfilter.

Netzfilter in Umrichter vollständig integriert

Deren Einbindung in und Abstimmung auf das Antriebssystem ist nun deutlich einfacher geworden. Denn seit 2010 sind die Umrichter der Baureihe Sinamics G150 mit der Option L01 erhältlich, dem sogenannten Line-Harmonics-Filter. Das komplette Gerät heißt dann Sinamics G150 Clean Power. Der Kompensationsfilter ist darin vollständig integriert, und zwar als geprüfte Schrankeinheit zwischen dem Steuer- und dem Leistungsteil des Frequenzumrichters.

Der integrierte Filter erfüllt die strengsten internationalen Normen zu Netzrückwirkungen. Außerdem schaltet der Frequenzumrichter den integrierten Filter automatisch ab, sobald er nicht mehr benötigt wird. Das ist deshalb wichtig, weil solche Filter im Leerlauf kapazitiven Blindstrom produzieren – was von den Energieversorgern ebenfalls nicht gewünscht wird.

Hochdruckpumpen lassen sich im Störfall schnell abschalten

Das Wasser muss bei den Lanzensystemen mit einem Druck von etwa 20 bar durch die Düse schießen, um eine möglichst feingranulare Schneeproduktion zu erreichen. Die Station am Plettsaukopf liegt auf etwa 1400 m Meereshöhe, die Lanzen am Gipfel befinden sich etwa auf 2000 m NN. Das bedeutet, dass die entsprechenden Hochdruck-Wasserpumpen einen Druck von bis zu 100 bar erzeugen müssen.

Tritt an einem Aggregat eine Störung auf, muss eine möglichst schnelle Abschaltung garantiert sein, um Schäden zu vermeiden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen kann die Spannung durch den Fall eines Hauptschützes abgeschaltet werden, wobei bislang die gesamte Pumpstation abgeschaltet werden musste; zum anderen kann nur das betroffene Pumpsystem sicher abgeschaltet werden. In diesem Fall werden nur bei einer Not-Aus-Auslösung sämtliche Aggregate vom Versorgungsnetz getrennt.

Durch die Einzelabschaltung der Hochdruckpumpen steigt die Verfügbarkeit der Beschneiungsanlagen erheblich, weil alle vom Störfall nicht betroffenen Pumpsysteme weiterlaufen können und die Schneeproduktion sichern.

Integrierte Oberwellenkompensation optimiert das Antriebssystem

Siemens in Innsbruck übernahm als Lieferant für die Bereiche Elektrik, Messtechnik, Steuerung und Visualisierung die Verantwortung. So konnte ein hoch verfügbares System umgesetzt werden, das auch die Anforderungen des Anwenders an die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit erfüllt. Durch die neue Option L01 für die im Frequenzumrichter integrierte Oberwellenkompensation konnten weitere Optimierungen erzielt werden.

Letztendlich zeigt sich der Kunde sehr zufrieden über das Ergebnis. Mit moderner Technik lässt sich jederzeit ein effizienter Skibetrieb erreichen – selbst bei wolkenlosem Himmel, wie ihn sich die Gäste wünschen.

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* Dietmar Künzel ist als Fachberater Antriebstechnik bei den Siemens-Divisionen Industry Automation und Drive Technologies in 6020 Innsbruck (Österreich) tätig

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