L. Janke Entgratzellen auf der Basis von Hexapod-Robotern erschließen neue Anwendungen
Die L. Janke GmbH in Ratingen – sie stellt auf der EMO Hannover 2007 in Halle 25, Stand C18 aus – ist bekannt als Automatisierungsspezialist für Gussnachbehandlung, Entgraten, Gusstrennen, Kerneinlegen und Kernhandhabung. Besonders profiliert hat sich der Spezialmaschinenbauer mit einem Konzept für Entgratzellen auf der Basis von Hexapod-Robotern, sogenannten „Sechsfüßern“, das für die Automatisierung in der Gussnachbehandlung völlig neue Anwendungsbereiche erschließt: kleine und mittlere Seriengrößen, Gussteile mit Bauteillängen von mehreren Metern sowie Werkstoffe von Eisenguss bis Aluminium.
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„Der Gießereikunde erhält damit für die Putzerei eine leistungsfähige Maschine“, sagt Geschäftsführer Thomas Janke, „welche die Steifigkeit einer Werkzeugmaschine mit der Flexibilität, leichten Bedienbarkeit und den geringen Kosten eines Roboters vereint.“
Auch bei der Gussnachbehandlung geht der Trend Janke zufolge eindeutig zu flexiblen Lösungen, mit denen kleinere Stückzahlen und kurze Produktzyklen bewältigt werden können. Auf diesem Weg seien die Entgratzellen auf der Basis von Hexapod-Robotern als „Meilenstein“ anzusehen – dazu komme ein günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis. „Die Technologie“, versichert Janke, „ist auch für kleinere und mittelständische Gießereien erschwinglich.“
Als besonderes Highlight auf der EMO Hannover 2007 demonstriert das Unternehmen gemeinsam mit Fanuc eine vollautomatische Hexapod-Entgratzelle für Lkw-Achsbrücken, die laut Janke nach der Messe in zweifacher Ausführung an einen Fahrzeughersteller nach Mannheim geliefert wird. „Bislang gibt es keine vergleichbare Anwendung dieser Art im industriellen Umfeld“, sagt Janke. In der Entgratzelle ist ein Hexapod-Roboter über Kopf an einer Linearachse aufgehängt, um einen Arbeitsbereich von 4000 mm x 1000 mm zu ermöglichen. Die Anlage entgratet die Achsbrücken und reduziert dabei laut Janke die Bearbeitungszeit auf ein Drittel im Vergleich zur manuellen Tätigkeit.
Der Roboter wechselt selbstständig die Bearbeitungsantriebe, wobei die gesamte Antriebseinheit vom Roboter in einem Antriebsmagazin abgekuppelt wird. So lässt sich während der Bearbeitung der Wechsel von niederfrequenten Schleifantrieben auf Hochfrequenz-Motorspindeln für Fräsaufgaben realisieren. Das Bauteil wird während der Bearbeitung online vermessen, um Bauteiltoleranzen zu kompensieren. Eine Force-Control-Funktion überwacht die Antriebskräfte permanent, um adaptiv die Vorschub-Geschwindigkeiten zu regeln.
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