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Eine am Fraunhofer-IPA entwickelte Vorgehensweise zur Potenzialanalyse im Gesamtprozess und dessen Teilfunktionen gibt Aufschluss über die Eignung zur Vereinfachung und möglicherweise auch Automatisierung einzelner Prozessabschnitte. „Was der Kunde nicht bezahlt, soll auch keine Kosten verursachen“, „Was nicht ist, muss nicht gesteuert, montiert, geprüft und dokumentiert werden“ ist das Motto der Herangehensweise der Fraunhofer-Experten. Doch welche Kostenanteile sind aus Produktionssicht beeinflussbar? Zunächst gibt die Produktionsstrategieplanung unter Einbeziehung der Unternehmensstrategie Aufschluss über die Stückzahlentwicklung, längerfristige Kapazitätsbedarfe, zu erwartende Variantensprünge sowie über die Kostenentwicklung. Untersucht werden dafür die Prozess- und Produktreife, die Umsatzstruktur sowie die internen Kompetenzen eines Unternehmens.
Der Nutzen einer Produktionsstrategie ist es, langfristige Klarheit über die Ziele zu schaffen und diese über Stoßrichtungen im Unternehmen nachhaltig zu verfolgen. Investitionen und Strukturveränderungen werden folglich nicht ausschließlich erfahrungsbasiert entschieden, sondern stützen sich auf langfristige, an der Unternehmensstrategie ausgerichtete Zielzustände. Diese werden mit Hilfe des Wertstromdesigns in Produktionsprozesse überführt. Es entstehen strukturierte und geregelte Abläufe sowie klare Zuständigkeiten einzelner Bereiche. Das Wertstromdesign wendet Richtlinien an, die auf eine Optimierung der Bestände, kurze Durchlaufzeiten, eine Abstimmung der Kapazitäten sowie eine Flussorientierung hinwirken. Auf Basis des aus der Produktionsstrategie abgeleiteten Produktionskonzepts lässt sich in Verbindung mit der Automatisierungspotenzialanalyse dann die Wirtschaftlichkeit der Automatisierung einzelner Teilprozesse bewerten.
Montageschritte hinsichtlich ihrer Automatisierbarkeit bewerten
Die Automatisierungspotenzialanalyse bewertet dabei jeden Montageschritt bezüglich der Eignung zur Automatisierung aus technischer Sicht. Bereits aus der Erfassung der konstruktiv bedingten Merkmale an Einzelteilen und Baugruppen lässt sich eine erste Aussage über den Grad der automatisierungsgerechten Produktgestaltung ableiten. Antworten auf folgende Fragen haben direkten Einfluss auf die Automatisierbarkeit der Teilevereinzelung:
- Gibt es mechanisch oder optisch erkennbare Orientierungsmerkmale an den Bauteilen?
- Haben die Teile eine Vorzugslage?
- Neigen die Teile zum Verhaken?
- Haben die Teile ausgeprägte Stand-/Auflageflächen?
- Sind die Teile formstabil?
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