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Das Ausmaß der Querschnittsverjüngung hängt von der Zustellung der Drückrollen ab. Dabei kann ein Werkzeug für unterschiedliche Rohrgrößen verwendet werden. Die Werkzeuge sind nahezu verschleißfrei.
Materialspezifische Einflüsse bleiben beim Rohrbiegen unberücksichtigt
Während der Umformung wird die lokale Plastifizierung des Werkstoffs in der Umformzone genutzt, um durch einen Biegekopf ein Biegemoment in den Prozess zu überlagern. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit, im reduzierten Bereich Bögen ohne materialspezifische Einflüsse (beispielsweise Rückfederung) herzustellen. Die 7-achsige CNC, bei der alle Achsen gleichseitig fahren können, sichert dabei einen absolut wiederholgenauen Prozess ab.
Interessanter Nebenaspekt: Bei dieser Verformung gibt es im lokal reduzierten Rohrbereich keine Veränderung der Wandstärke. Dies ist insbesondere für nachfolgende Hydroformoperationen sehr wichtig.
Inkrementelle Rohrumformung eröffnet Vielzahl von erweiterten Möglichkeiten
Das inkrementelle Umformungsverfahren eröffnet für die Rohrherstellung und -bearbeitung eine Vielzahl neuer Möglichkeiten (Bild 2):
- Hoch- und höchstfeste Werkstoffe (Bruchdehnung < 5%, Festigkeit bis 1500 MPa) können kalt umgeformt werden.
- Biegeradien von 1 × D und kleiner sowie Freiformradien können ohne jegliche Rückfederung mit höchster Genauigkeit im laufenden Prozess geformt werden.
- Eine geringe Ovalität des Bogens kann bei minimaler Wandstärkenschwächung erzielt werden.
Die neue Technik zur inkrementellen Rohrumformung ist eine weltweite Innovation. Alle bisher durchgeführten Versuche haben positive Resultate geliefert, sodass dieses Verfahren inzwischen als Patent angemeldet ist.
Das inkrementelle Umformen wird in absehbarer Zeit den Anwendern zur Verfügung stehen, denn Transfluid arbeitet zurzeit an der Entwicklung und am Aufbau einer Serienanlage für dieses relativ junge Umformverfahren von Rohren bis zu einem Durchmesser von 90 mm. Solche bedarfsgerecht hergestellten Rohre (tailor tubes) werden zukünftig eine wichtige Rolle bei hochanspruchsvollen industriellen Produkten sowie im Hinblick auf den automobilen Leichtbau spielen.
Stefanie Flaeper ist Geschäftsführerin Vertrieb/Marketing bei der Transfluid Maschinenbau GmbH in 57392 Schmallenberg
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