3D-Druck-Premiere ESA-Astronauten drucken erstmals Bauteile im All

Quelle: ESA 2 min Lesedauer

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On Demand! Statt schwere metallische Ersatzteile für die Internationale Raumstation (ISS) ins All zu fliegen, genügt es künftig wohl, lediglich Metallpulver hinauf zu schaffen, wie es jetzt heißt.

Auf der ISS kann man jubeln! Denn nun ist es erstmals im All gelungen, Ersatzteile für die dortigen Systeme herzustellen. Möglich macht das ein spezieller 3D-Drucker, der mit Laserstrahl und Metallpulver arbeitet. Lesen Sie hier, was dieser Erfolg für die Raumfahrt bedeutet ...(Bild:  ESA)
Auf der ISS kann man jubeln! Denn nun ist es erstmals im All gelungen, Ersatzteile für die dortigen Systeme herzustellen. Möglich macht das ein spezieller 3D-Drucker, der mit Laserstrahl und Metallpulver arbeitet. Lesen Sie hier, was dieser Erfolg für die Raumfahrt bedeutet ...
(Bild: ESA)

Die Astronauten an Bord der ISS produzieren mit Metallpulver mithilfe eines speziell für diesen Zweck entwickelten 3D-Druckers demnächst die benötigten Bauteile direkt im All. Das spare vor allem Zeit, denn die Transportsysteme, die an die Raumstation andocken können, seien durchaus störanfällig, sodass die Flugtermine nicht allzu gut vorhergesagt werden könnten. Genauer gesagt, kam der spezielle 3D-Drucker schon Anfang dieses Jahres in der Raumstation an. ESA-Astronaut Andreas Mogensen installierte ihn im European Drawer Rack Mark II des Columbus-Moduls, wie es weiter heißt.

Erdgebundener Qualitäts-Check muss noch sein

Jetzt produzierte das Gerät die ersten Bauteile, die zur Qualitätskontrolle allerdings noch auf die Erde gebracht werden müssen, ehe diese Druckerprodukte an Bord der ISS eingesetzt werden können respektive dürfen. Zwei der Proben gehen an das technische Zentrum der ESA in den Niederlanden, eine weitere an das Astronautenausbildungszentrum der ESA in Köln und die letzte an die Dänische Technische Universität in Lyngby. Den Drucker entwickelten übrigens Airbus und seine Partner, wobei die britische Cranfield University die Hauptrolle spielte. Denn dort war man an der Entwicklung der Schmelzvorrichtung, der Hardware des Druckers sowie der Laserquelle, der Optik, der Lagerung des Rohmaterials und des Zuführungssystems beteiligt, wie die Experten erklären.

Übliche 3D-Drucker versagen im Weltraum

In der Schwerelosigkeit funktionieren irdische 3D-Drucker außerdem nicht. Denn das Metallpulver, das dabei aus der Düse strömt, würde sich unter Verwendung herkömmlicher Drucker in der gesamten Raumstation verteilen – das bedroht andere Systeme. Das Metallpulver muss also so dosiert werden, dass es ausschließlich dort ankommt, wo es sofort aufgeschmolzen wird. Auch mussten die Konstrukteure dafür sorgen, dass der Laserstrahl, der das Pulver kurzzeitig schmilzt, dieses nicht einfach wegpusten kann.

3D-Druck ermöglicht Langzeitmissionen im All

Und mit der geplanten Ausweitung der Erkundungsmissionen zum Mond und zum Mars wird sich die Dauer der Missionen verlängern. Auch die Bedeutung der Autonomie für die Mission und ihre Besatzung wird im Zuge dessen zunehmen, weil es immer schwieriger, zeitraubender und damit teurer wird, Nachschub hinterherzuschicken. Mit dem Druck der ersten 3D-Bauteile im Weltraum hat man nun aber einen wichtigen Meilenstein erreicht, wie die ESA betont. Dieser Erfolg ebne durchaus den Weg für Langstrecken- und Langzeitmissionen, bei denen die Herstellung von Ersatzteilen, Konstruktionskomponenten und Werkzeugen nach Bedarf unerlässlich sein werde.

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