Drohnensicherheit Digitale Zäune und Luftraumüberwachung per 5G

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Die EU-Kommission will Flughäfen und andere kritische Infrastruktur in Europa künftig besser vor Zwischenfällen mit Drohnen schützen.

Flughäfen und andere kritische Infrastrukturen in Europa sollen besser vor Drohnen geschützt werden.(Bild: ©  assetseller - stock.adobe.com)
Flughäfen und andere kritische Infrastrukturen in Europa sollen besser vor Drohnen geschützt werden.
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Um den Luftraum zu überwachen, sollen nach dem Willen der Brüsseler Behörde auch 5G-Mobilfunknetze genutzt werden. Das geht aus einem in Straßburg vorgestellten Aktionsplan hervor.

Die Mobilfunknetze ermöglichen laut EU-Kommission eine präzise Echtzeitverfolgung von Flugobjekten und müssten angesichts der Bedrohungslage stärker einbezogen werden. Manche Drohnen nutzen demnach SIM-Karten, wodurch sie über Mobilfunknetze erkannt werden könnten.

Denkbar sei zudem, 5G-Antennen als eine Art Radar zu nutzen.Dabei würden von Drohnen reflektierte Signale empfangen und ausgewertet. Zusammen mit Künstlicher Intelligenz könnten die 5G-Netze so auffällige Flugrouten erkennen und Behörden alarmieren. Der Aktionsplan soll die militärischen Programme und Pläne in Europa ergänzen und fokussiert sich daher auf zivile Maßnahmen.

Technische Schranken für Verbotszonen und weitere Maßnahmen

Noch im laufenden Jahr will die Brüsseler Behörde zudem ein Drohnensicherheitspaket vorstellen. Geplant ist laut hochrangigen EU-Beamten unter anderem, digitale Schranken in Drohnen zu integrieren. Dafür sollen alle Mitgliedstaaten ihre Luftraumsperrzonen - etwa über Kraftwerken, Militäranlagen oder Flughäfen - einheitlich und digital kartieren.

Diese Karten könnten in den Drohnen gespeichert werden, sodass es technisch unmöglich wäre, in gesperrten Lufträume zu fliegen.

Um jede Drohne einem Besitzer zuordnen zu können und damit die Arbeit von Ermittlern zu erleichtern, soll außerdem eine Registrierungspflicht für Drohnen ab 100 Gramm eingeführt werden.

Viele Zwischenfälle an Flughäfen durch Drohnen

In Europa kam es im vergangenen Jahr zu zahlreichen Sichtungen von Drohnen an Flughäfen. Teilweise musste deshalb der gesamte Flugverkehr eingestellt werden - etwa in Berlin, Bremen, Hannover, Brüssel, Oslo, Kopenhagen oder auf Mallorca. Häufig steht Russland im Verdacht, hinter den Aktionen zu stecken.

Nach Angaben der Bundesregierung haben Drohnensichtungen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine deutlich zugenommen. Um unerlaubt fliegende Drohnen künftig besser zu erkennen und abwehren zu können, haben Bund und Länder in Berlin ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) eingerichtet.

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