Endlich freie Bahn! EU und Indien machen gigantische Freihandelszone klar

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Die EU und Indien haben sich auf eine riesige Freihandelszone verständigt. Diese sieht vor, Handelsbarrieren und Zölle abzubauen, um den Austausch von Waren und Dienstleistungen anzukurbeln ...

Nach fast zwanzig Jahren haben sich die EU und Indien auf eine Freihandelszone geeinigt, wie jetzt informiert wird. Das bringe wirtschaftliche Chancen für beide Seiten ...(Bild:  Rhandi Guacal)
Nach fast zwanzig Jahren haben sich die EU und Indien auf eine Freihandelszone geeinigt, wie jetzt informiert wird. Das bringe wirtschaftliche Chancen für beide Seiten ...
(Bild: Rhandi Guacal)

Die bei einem Gipfeltreffen in Neu-Delhi verkündete Einigung, auf die sich die EU und Indien jetzt verständigt haben, sieht vor, den beiderseitigen Handel zum Wohle aller zu befeuern. Das soll auch das Wachstum und Arbeitsplätze fördern. Zugleich würden unerwünschte Abhängigkeiten von anderen Staaten reduziert. Denn vor dem Hintergrund der aggressiven Zoll- und Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump sowie dem zunehmenden Machtstreben Chinas gilt der Aufbau der neuen Freihandelszone auch als geopolitisch bedeutsamer Schritt. Zudem werde das Signal in die Welt gesandt, dass regelbasierte Zusammenarbeit weiterhin hervorragende Ergebnisse liefere. Eine EU-Beamtin in Brüssel sagte, der Handel mit Indien mache bislang nur rund 2,5 Prozent des gesamten EU-Warenhandels aus – im Vergleich zu knapp 15 Prozent bei China. Trotz vergleichsweise hoher Zölle auf indischer Seite sei der Handel zwischen der EU und Indien in den letzten zehn Jahren bereits um fast 90 Prozent gewachsen.

Rund vier Milliarden Euro weniger Zölle im Jahr

Zu den wichtigsten Exporten Indiens in die EU-Länder gehören Maschinen, Haushaltsgeräte, Chemikalien, Metallplatten, Mineralerzeugnisse und Textilien. Hildegard Müller vom Verband der Automobilindustrie sagte, auch wenn nicht sämtliche Hindernisse abgebaut würden, sei der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen ein wichtiger Schritt für das Exportland Deutschland. Damit werde ein dringend benötigter verbesserter Marktzugang in einem weltweit zunehmend protektionistischen Umfeld umgesetzt. Zum Potenzial der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Indien teilte die EU mit, dass man erwartet, dass das Abkommen bis 2032 zu einer Verdoppelung der EU-Exporte nach Indien führen werde, indem Zölle auf 96,6 Prozent des Wertes der EU-Warenexporte nach Indien abgeschafft oder gesenkt würden. Insgesamt würden die Zollsenkungen Einsparungen von rund vier Milliarden Euro pro Jahr an Abgaben auf europäische Produkte ermöglichen. Nach EU-Angaben sind bereits heute mehr als 6.000 europäische Unternehmen in Indien vertreten.

Zweiter Verhandlungserfolg für die EU in kurzer Zeit

Indien ist noch vor China mit mehr als 1,45 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Welt.Die Verhandlungen über das Abkommen waren im Übrigen bereits 2007 gestartet. Die Konkretisierung soll nun möglichst noch in diesem Jahr unterzeichnet werden und dann schnell in Kraft treten. Durch die Einigung mit Indien feiert die EU schon den zweiten großen Erfolg in der Handelspolitik in diesem Jahr. Erst vor etwas mehr als einer Woche hatten von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa in Südamerika das rund ein Vierteljahrhundert verhandelte Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay unterzeichnet. Das nun mit Indien vorgesehene Abkommen ist zwar weniger umfassend, weil zum Beispiel Produkte wie Rindfleisch, Geflügelfleisch, Reis und Zucker von der Liberalisierung ausgenommen sind, doch angesichts der Größe des indischen Marktes wird es dennoch eines der wichtigsten sein, die bis dato vereinbart wurden.

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