Reindustrialisierung Die EU will 50 Prozent Zoll auf Dumping-Preis-Stahl erheben

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Die EU-Kommission will die heimische Stahlindustrie mit deutlich höheren Zöllen vor billiger Konkurrenz aus Ländern wie etwa China schützen. Auch soll die Menge für zollfreie Importe nahezu halbiert werden.

Europas Stahlindustrie soll eine deutlich stabilere Wertschöpfungskette bekommen. Deshalb will die EU-Kommission durchsetzen, dass Zölle auf Billigstahl massiv erhöht werden ...(Bild:  Stahlobert)
Europas Stahlindustrie soll eine deutlich stabilere Wertschöpfungskette bekommen. Deshalb will die EU-Kommission durchsetzen, dass Zölle auf Billigstahl massiv erhöht werden ...
(Bild: Stahlobert)

Die EU befürchtet, dass Exporte, die bisher nach Nordamerika verkauft wurden, aufgrund der Zölle nach Europa umgeleitet werden. Dadurch könnten europäische Hersteller zusätzlich unter Druck geraten, was auch den Stahlsektor betrifft, der sowieso schon diverse Leiden hat. Konkret soll der Zollsatz für Billigstahlimporte, die über diese Menge hinausgehen, deshalb nun auf 50 Prozent verdoppelt werden. Bevor die neuen Regeln aber in Kraft treten können, müssen auch das Europaparlament und die EU-Staaten zustimmen. Es geht aber nicht zuletzt darum, die europäischen Stahlproduzenten und Arbeitsplätze zu retten. Man redet dabei von der Reindustrialisierung Europas. Künftig sollen nach dem Vorschlag der Kommission noch rund 18 Millionen Tonnen Stahlprodukte zollfrei in die EU gelangen. Das wäre laut Wirtschaftsvereinigung Stahl also etwa die Hälfte der bisherigen Importmenge. Und nach Angaben des Branchenverbands Eurofer lag der Stahlverbrauch in der EU 2024 insgesamt bei rund 130 Millionen Tonnen. Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel begrüßt die Pläne übrigens. Die Kommission hat folglich klar erkannt, dass die europäische Stahlindustrie und die mit ihr verbundenen Wertschöpfungsketten ohne einen wirksamen Handelsschutz in ernster Gefahr sind. Die Gewerkschaft IG Metall sieht in dem Vorhaben einen großen Schritt in die richtige Richtung, um Arbeitsplätze zu sichern. Entscheidend sei nun, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen zügig und konsequent umgesetzt würden.

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