Laserauftragschweißen
Euro-7-konforme Bremsscheiben wirtschaftlich herstellen

Ein Gastbeitrag von Gabriel Pankow 5 min Lesedauer

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Europa macht der Normalo-Bremse den Garaus: zu viel Feinstaubabrieb. Wer hier Autos verkaufen will, braucht jetzt eine Lösung. Eine Maschine von Nagel laserbeschichtet quasi abriebfreie Bremsscheiben. Zwei Tricks bei der Strahlformung machen dem Prozess Beine.

Dank der Trumpf Lösung BrightLine Weld haften bis zu 94 Prozent des Pulvers beim Beschichtungsprozesses an der Bremsscheibe.(Bild:  Trumpf)
Dank der Trumpf Lösung BrightLine Weld haften bis zu 94 Prozent des Pulvers beim Beschichtungsprozesses an der Bremsscheibe.
(Bild: Trumpf)

Der meiste Dreck kommt nicht aus dem Auspuff. Bis zu 70 Prozent des Feinstaubs entstehen beim Fahren, weil sich Partikel abreiben von Reifen, Straßenbelag – und Bremsen. Das gilt auch für E-Autos. Rund 250.000 Europäer sterben jährlich einen vorzeitigen Tod wegen zu hoher Feinstaubbelastung, schätzt die EU-Umweltagentur EEA. Bisher hat die Europäische Union in den sogenannten Euro-Normen nur die Abgase von Benzinern und Dieselautos geregelt. Mit Euro-7 nimmt sie sich jetzt die Reifen und Bremsen aller Pkw vor. Autohersteller, die auch nach 2026 noch Neuwagen in der EU verkaufen wollen – also alle –, brauchen nun schnell eine Idee, wie sie den Abrieb ihrer Bremsen um 80 Prozent runterbekommen.

Dr. Claus-Ulrich Lott ist Geschäftsführer der Nagel Maschinen- und Werkzeugfabrik in Nürtingen. Während er durch den älteren, lichtdurchfluteten Teil des Hauptwerks läuft, zählt er auf: „Wie muss die Lösung aussehen? Erstens: Sie muss die Norm einhalten. Kaum Abrieb. Klar. Zweitens: Sie muss günstig sein. Bremsen sind ein Massenprodukt, da kommt es beim Stückpreis auf Cents an. Und drittens: Sie muss sich möglichst geräuschlos in den etablierten Produktionsablauf einfügen.“ Lott kommt vor der Erprobungsanlage für die Bremsscheibenfertigung zum Stehen.