Euroblech 2008 Fanuc Robotics stellt Schwerlastroboter mit sechs Achsen vor

Redakteur: Rüdiger Kroh

Der Fanuc-Schwerlastroboter M-2000iA in der Version mit 900 kg Traglast wird auf der Euroblech in Hannover seine Europapremiere haben. Der große Bruder ist bei Fanuc in Japan in der Fertigung als M-2000iA/1200 im Einsatz. Er hat eine maximale Traglast von 1200 kg und ist damit laut Unternehmen der aktuell stärkste sechsachsige Knickarmroboter.

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Auf der Messe wird der Schwerlastroboter ein bisschen die Muskeln spielen lassen. Was Reichweite und Greifhöhe betrifft, muss man sich an neuen Größen orientieren. Die Reichweite wird stark anwendungsabhängig sein. Misst man vom tiefsten Punkt, den der M-2000iA/900 in der Langarmversion erreichen kann, bis zur maximalen Streckung, kommt man auf einen maximalen senkrechten Hub von 6,2 m. Mit seiner Reichweite und seinem Tragvermögen kann der Roboter als flexible Vorrichtung mit großem Arbeitsbereich im Schwerlasthandling eingesetzt werden.

Zwei Motoren pro Achse treiben den Schwerlastroboter auf drei Achsen an

Um nicht nur schwere Lasten bewegen zu können, sondern auch ordentlich Speed und Drehmoment aufbauen zu können, wird der Roboter in den ersten drei Achsen von je zwei Motoren pro Achse angetrieben. Die 2-Motoren-Regelung stellt laut Fanuc unter Beweis, dass sich wichtige Eigenschaften nicht ausschließen müssen: weiche Übergänge in den Bewegungen und für diese Roboterklasse eine genaue Positionierung, sehr hohe Traglast und optimale Dynamik.

Gerald Mies, Geschäftsführer der Fanuc Robotics Deutschland GmbH, sieht in der allgemeinen Industrie den größten Bedarf für den Schwerlastroboter. (Archiv: Vogel Business Media)

Den Bau eines Schwerlastroboters dieser Dimension hatte das japanische Unternehmen schon länger nicht mehr ausgeschlossen, aber vom Marktbedarf abhängig gemacht. Noch im vergangenen Jahr hatte sich Gerald Mies, Geschäftsführer der Fanuc Robotics Deutschland GmbH, zurückhaltend geäußert, was die Marktchancen eines Roboters im Superschwergewicht betrifft: „Wenn der Markt jedoch einen solchen Roboter braucht und fordert, sind wir in der Lage, ein solches Gerät zu bauen“, sagte er bereits mit dem Wissen über das Projekt.

Während man bei Fanuc Robotics in Amerika eher von Einsätzen in der Automobilindustrie ausgeht, sieht Gerald Mies in Deutschland eher einen Bedarf im Schwerlasthandling der allgemeinen Industrie.

Schwerlastroboter zunächst für die eigene Produktion entwickelt

Der M-2000iA ist aufgrund eines Bedarfs in der eigenen Produktion entwickelt worden. Zum Handhaben von gegossenen Maschinensockeln hatte man bislang in einer Bearbeitungszelle zwei M-900iA vor großen Werkzeugmaschinen so kombiniert, dass man entsprechend hohe Lasten handhaben konnte.

Im Prinzip soll der M-2000iA Arbeiten von Hallenkränen übernehmen – bei sehr viel flexibleren, intelligenteren und vor allem mannlosen Einsatzmöglichkeiten. Prinzipiell kann der Schwerlastroboter Transporteinrichtungen einer Linie, wie Hubeinrichtungen oder Shuttles, ersetzen.

Fanuc Robotics Deutschland GmbH, Halle 12, Stand B08

Hinweis vom 9.9.2011: Aus juristischen Gründen darf Fanuc die ursprüngliche Entwicklungsbezeichnung „Godzilla“ nicht mehr verwenden. Der Artikel wurde entsprechend geändert.

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