Anbieter zum Thema
Der Feederplus führt lineare Bewegungen aus und kann dank zusätzlicher rotierender Achsen die Formteile während des Transfers von Presse zu Presse in verschiedene Richtungen orientieren. Durch seine fünf oder sechs Achsen besitzt er die notwendigen Freiheitsgrade. Der Bewegungsablauf, mit dem der Feeder zwölf Teile pro Minute ausbringt, lässt sich einfach und überschaubar realisieren.
Der Feederplus hat einen horizontal rotierenden Schwenkarm, an dem sich ein Getriebe befindet. „Geschwindigkeit und Beschleunigung liegen in einem sehr günstigen Bereich“, urteilt Spiegel. Mit dem Einsatz dieses Feeders, der ab einem Pressenmittenabstand von 6500 mm geeignet ist, erreichen die Horizontalachsen Endgeschwindigkeiten von 1 m/s (X-Richtung) und 5 m/s (Y-Richtung). Die Beschleunigungswerte liegen bei maximal 4,5 m/s² und 13 m/s².
Feederplus wird wie normaler Roboter programmiert
Der Feederplus wird wie ein ganz normaler Roboter programmiert und lässt bei geregelten Pressen eine bessere Synchronisation und höhere Taktzeiten zu. Er ist aber auch ein Roboter, der sich für die Nach- oder Austauschausrüstung von alten Pressen eignet. Dazu liefert zum Beispiel Siemens mit seiner Simotion-Steuerung die Basis. Mit spezieller Kurvenscheibensoftware werden Produktionszeit und Anzahl der Hübe berechnet. „Das müssen wir deshalb machen, weil wir dem Kunden schon vor der Auftragsvergabe Auskunft über die Produktivität der Linie geben“, erklärt Spiegel.
Der chinesische Automobilbauer Chery verkauft pro Jahr 300 000 Stück seiner Klein- und Geländewagen und wurde damit Nummer eins im Exportgeschäft. „Ein solcher Sprung geht nicht ohne Automatisierung. Deshalb ist Strothmann ein wichtiger Partner für uns und für die zukünftige Zusammenarbeit“, sagt Zhao Hong De, stellvertretender Chefingenieur von Chery Automobile. Die komplette Automatisierung der Pressenstraße für die Herstellung von Karosserieblechen wurde von dem Handlingspezialisten aus Schloß Holte-Stukenbrock durchgeführt.
Es sind zusätzliche Applikationen geplant
Intelligente Weiterentwicklungen des Feederplus-Systems befinden sich in der Projektphase. Dazu gehören die Optimierung des Materials des Rotationsarms (CFK, Verbundmaterialien) und die Einbindung von zusätzlichen Applikationen, zum Beispiel weiterer Orientierachsen, die das Produkt komplettieren und in naher Zukunft Pressenbe- und -entladungen zulassen, die erheblich einfachere und günstigere Presswerkzeuge benötigen. „Das ist dann ein Schritt, der in der Prozesskette die laufenden Kosten reduziert, so dass niemand mehr die leicht erhöhten Anschaffungskosten dieser Automatisierung bemängeln wird“, ist sich Spiegel sicher.
(ID:302363)