Tital Feinguss-Spezialist forciert das Türkei-Geschäft

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Für Tital, Bestwig, wird das Türkei-Geschäft immer wichtiger. So hat der Aluminium- und Titan-Feinguss-Spezialist im Rahmen der internationalen Verteidigungsmesse (IDEF) in Istanbul 32 neue Kontakte zu türkischen Unternehmen aus der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie knüpfen können. Zudem wurden bestehende Kontakte intensiviert, wie Tital mitteilt.

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Laut Tital ist die Türkei ein bedeutender Wachstumsmarkt in der internationalen Luft- und Raumfahrttechnik sowie in der Verteidigungsindustrie. Daher intensiviere man derzeit die Zusammenarbeit mit türkischen Gussteil-Abnehmern. Im Wettbewerb um neue Kunden aus der Türkei sieht sich der Feinguss-Spezialist gut aufgestellt.

Philipp Jerusalem, Leiter Vertrieb & Marketing bei Tital: „Wir haben ein großes Marktpotenzial in der Türkei erkannt.“ Gerade Titan-Strukturteile für Flugzeuge würden an Bedeutung gewinnen.

Aufgrund des rasanten Wachstums der türkischen Verteidigungsindustrie bestehe zudem wachsendes Interesse an hochfesten Aluminiumfeingussteilen. In der Türkei gebe es keine Gießereien für Titanfeinguss und nur wenige Gießereien für einfachen Aluminiumfeinguss.

Feinguss-Spezialist profitiert in der Türkei von Kontakten

Dass Tital im Vergleich zu Wettbewerbern gute Chancen, weitere Kunden in der Türkei zu gewinnen, sieht der für die Türkei bei Tital zuständige Vertriebsmanager Thomas Stephan in unterschiedlichen Faktoren begründet: „Zum einen unterhalten wir bereits seit längerer Zeit enge Geschäftsbeziehungen zur Türkei. So gehört unter anderem die TAI – Turkish Aircraft Industries – zu unseren Kunden.“

Der Kontakt zu TAI ist 2004 durch Airbus Spanien entstanden. Thomas Stephan: „Airbus und TAI arbeiten eng zusammen. Da wir als Zulieferer für Airbus fungieren, haben wir damals den Kontakt zu TAI knüpfen können. Heute beliefern wir TAI direkt.“ Beispielsweise hat TAI Sektionen für die Primärstruktur des Militär-Airbus A400M entwickelt und führt auch die Fertigung selbst durch.

Ein weiterer potenzieller Großkunde ist die TEI (Turkish Engine Industries). TEI fertigt vorwiegend Komponenten für Triebwerke. Das Unternehmen soll bereits großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit Tital signalisiert haben.

Feinguss-Produkte „made in Germany“ haben in der Türkei ein gutes Image

Zusätzlicher Grund für das starke türkische Interesse an Tital ist, dass Produkte aus Deutschland generell in der Türkei einen sehr guten Ruf haben. Philipp Jerusalem: „Nach unserer Beobachtung suchen die Türken gezielt den Kontakt zu deutschen Herstellern.“ In der Türkei sei „Made in Germany“ ausgesprochen gefragt.

Wie hoch die deutsche Industrie angesehen wird, zeigt ein Vertrag, den die türkische Regierung im Rahmen der Messe mit Deutschland unterzeichnet hat. So rücken Deutschland und die Türkei auf dem Gebiet der Forschung, Entwicklung, Fertigung und Beschaffung von Verteidigungsmaterial enger zusammen.

Philipp Jerusalem erläutert: „Es war wirklich gut, dass wir auf der Messe waren und vor Ort Flagge gezeigt haben.“ In kaum einem anderen Land der Welt hängt nach Einschätzung des Tital-Vertriebs- und Marketingleiters das Zustandekommen von Geschäftsbeziehungen so maßgeblich davon ab, persönlich mit dem Management gesprochen zu haben.

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