Schleifen

Feinschleifen mit einem elastischem Werkzeug steigert Oberflächengüte

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Das bedeutet, dass erst dann ein Materialabtrag erfolgt, wenn eine Mindestkraft überschritten wird. Ebenfalls von großer Bedeutung ist die radiale Vorschubgeschwindigkeit, mit der die Zeit bestimmt wird, in der das benötigte Kraftniveau erreicht wird.

Geschwindigkeit beeinflusst Oberflächengüte nur wenig

Eine erste wichtige Erkenntnis für das Schleifen mit elastischer Bindung war, dass das Geschwindigkeitsverhältnis einen sehr geringen Einfluss auf die Oberflächengüte und das Prozessverhalten ausübt. Eine weitere bedeutende Erkenntnis der Versuche ist, dass das Abrichten der mit geschäumten Polyurethanbindungen ausgestatteten Schleifwerkzeuge im Gegensatz zum konventionellen Schleifen keinen spürbaren Einfluss auf den Schleifprozess hat. Die Wirkrauheit des Schleifwerkzeugs wird durch das Abrichten nicht wesentlich beeinflusst, weil die dichte Topografie in diesem Fall der entscheidende Faktor für das Verhalten der Schleifscheiben ist.

Die Prozessführung hatte hingegen einen deutlich höheren Einfluss auf das Schleifergebnis. Sowohl durch das Ausfunken wie mehr noch durch die Oszillationsbewegung konnten Prozessoptimierungen erzielt werden.

Für die Zusammensetzung der elastisch gebundenen Schleifscheiben hat sich eine Kombination aus Bindungshärte und elastischem Verhalten bewährt. Durch ein geeignetes Mischverhältnis aus hohem Materialabtrag und Einglätten der Spitzen konnten die besten Ergebnisse erzielt werden.

Korngröße von 6,5 μm erzielt beste Oberflächengüte

Auch die Körngröße wirkte sich signifikant auf den Schleifprozess aus. Die Verringerung auf 6,5 μm (Körnung 800) erzielte die besten Oberflächen. Eine weitere Reduktion brachte jedoch keine Veränderungen mehr. Insgesamt konnte bei dem Experiment ein Ergebnis von bis zu Rz = 0,2 μm erreicht werden.

Die Untersuchungsergebnisse des IWT belegen, dass elastisch gebundene Werkzeuge beim Schleifen von weichen Stählen durch geeignete Prozessführung einen spanenden Materialabtrag bei gleichzeitig verbesserten Oberflächenqualitäten erzielen. Verglichen mit dem industriellen Standard sind deutliche Gewinne bei der Oberflächengüte und dem Materialanteil Mr (früher Traganteil Tp genannt), die als Maß für die Qualität der Oberfläche wichtig sind, möglich. Erste Versuche an gehärteten Stahlwellen zeigen, dass elastisch gebundene Schleifwerkzeuge hier ebenfalls Oberflächenoptimierungen erzielen können.

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