Misch- und Dosiertechnik Firmenübergreifendes Projekt mit Synergieeffekten bei Rampf

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Der Trend zur Systementwicklung ist sowohl in der Misch- und Dosiertechnik als auch beim Konstruktions-Werkstoff Mineralguss unverkennbar. So lag es nahe, dass eines Tages Rampf Dosiertechnik

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Der Trend zur Systementwicklung ist sowohl in der Misch- und Dosiertechnik als auch beim Konstruktions-Werkstoff Mineralguss unverkennbar. So lag es nahe, dass eines Tages Rampf Dosiertechnik und Epucret Mineralgusstechnik ein Anlagenprojekt gemeinsam angehen würden, um Synergieeffekte auszuloten.

Das Ergebnis der gemeinsamen Entwicklung ist der Dosierroboter DR-CNC, der fest auf einem Mineralgussbett steht. Dadurch kann eine Silikondichtung auf bis zu 16 Filtergehäusen in einer Aufspannung appliziert werden. Beim Auftragen der raupenförmigen, aushärtbaren Massen muss die Dichthöhentoleranz unter 0,1 mm liegen. Um dieses Maß reproduzierbar einzuhalten, wurden die tragenden Elemente des Misch- und Dosierautomaten aus Mineralguss gefertigt.

Der Roboter erhielt ein Maschinenbett mit höherer Eigensteifigkeit als bei herkömmlichen Automaten. Die Basis dafür bildete eine Blechmantelkonstruktion. Sie wurde mit dem Mineralguss Epument gefüllt, den der Hersteller und Verarbeiter Epucret im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen „zusammenmischt“: einem mineralischen Füllstoffgemisch und einem Bindemittel auf Reaktionsharzbasis.

Die genaue Rezeptur bestimmt die Anwendungseigenschaften des Mineralgussbetts. Beim Misch- und Dosierautomaten liegt die Herausforderung in der Lage der Filtergehäuse nach einem Chargenwechsel. Folglich kommt es in diesem Fall laut Epucret auf ein optimiertes Masse-Steifigkeits-Verhältnis und eine sehr hohe Schwingungsdämpfung an. Sie machten den Grundkörper stabil und träge. Außerdem verhindere die hohe spezifische Wärmekapazität und die niedrige Wärmeleitfähigkeit von Mineralguss eine thermisch bedingte Deformation.

Als äußere thermische Störungsquellen wurden beim reproduzierbaren Dosieren mit dem Roboter insbesondere Strahlungseffekte, Luftzirkulation und Temperaturdifferenzen in der Werkhalle ausgemacht. Zu den inneren Wärmequellen des Automaten gehören Pumpen, Motoren, Führungen und Spindeln. Für ein präzises, gleich bleibendes Dosierergebnis sind auch die drei Verfahrachsen (X-, Y- und Z-Achse) des Roboters verantwortlich, die sich variabel bewegen und positionieren lassen. Sie ermöglichen den dreidimensionalen Auftrag der raupenförmigen Silikonmassen. Eine CNC kombiniert die Bewegung dieser wartungsfreien Linearachsen mit dem Silikonausstoß aus der Dosierdüse. Erst ein optimiertes Zusammenspiel von Dosierprozess und Bewegungsabläufen sichere den Erfolg.

Dazu gehört extrem sauberes Arbeiten. Der Roboter muss beim Auftragen der Silikonraupen die Anforderungen der Reinraumklasse ISO 7 erfüllen. So wurden von Rampf Dosiertechnik entsprechende Vorkehrungen „installiert“: Einerseits ist der Arbeitsraum hermetisch abgedichtet. Andererseits wird darin eine kontrollierte Luftströmung erzeugt. Die Partikelkonzentration liege deutlich unter dem Grenzwert, heißt es.

Als Systemlieferant gefordert

Der Dosier- und Mischautomat DR-CNC von Rampf Dosiertechnik mit dem Mineralgussbett von Epucret hat bei beiden Tochtergesellschaften der Rampf-Gruppe Synergieeffekte offengelegt. Darin sehen Epucret-Geschäftsführer Dr. Utz-Volker Jackisch, Wangen bei Göppingen, und Hartmut Storz, Vertriebsleiter bei Rampf Dosiertechnik, Zimmern o.R., den Startschuss für weitere firmenübergreifende Projekte. Als Spezialist für Mineralgussgestelle sieht Jackisch Epucret als Weltmarktführer. Jährlich werden bei Epucret rund 8000 t Mineralguss zu Maschinengestellen verarbeitet.

Rampf Dosiertechnik gehört laut Storz zu den führenden Anbietern von Niederdruck-Misch- und Dosieranlagen. Mehr als 1700 Anlagen wurden bereits installiert – vom einfachen Handarbeitsplatz bis zum Automat für die Großserienfertigung. In beiden Produktbereichen ist mehr und mehr Systemtechnik gefragt. Daher sehen beide Manager ihre Unternehmen „als Entwicklungspartner und Systemlieferant gefordert“. So müssen beide Tochtergesellschaften der Rampf-Gruppe alle Phasen ihrer Produktentwicklungen entwicklungs- und fertigungstechnisch begleiten: von der Beratung bis zum After-Sales-Service.

Viele Neukunden erreicht Epucret dabei auf Inhouse-Veranstaltungen und auf externen Symposien mit Fachvorträgen. Messen spielten bis heute keine Rolle. Bei Rampf Dosiertechnik nutzt man dagegen branchenspezifische Fachmessen als Teil der Kommunikation. Das Internet wird in beiden Unternehmen als wichtiger Informationskanal angesehen. Es ermögliche einen ersten Dialog, eine erste Kontaktaufnahme und gebe einen ersten Überlick über die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

Jedoch könne es nicht die persönliche Beratung ersetzen, meinen beide Manager unisono: „Gerade technisch hoch komplexe Produkte, wie sie Epucret und Rampf Dosiertechnik anbieten, fordern eine Präsenz vor Ort.“ Das Service- und Vertriebsnetzwerk der Rampf-Gruppe wird daher stetig ausgebaut. Wichtige Pfeiler sind dabei die US-amerikanische und die japanische Niederlassung – die Rampf Group, Inc. in Wixom/Michigan und die Rampf Group Japan, K.K. in Osaka.

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