Konstruktionselemente Flexible Gehäusegestaltung bei ansprechendem Design

Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Für Maschinen der Fertigungsindustrie wird der optische Eindruck zum ausschlaggebenden Kaufkriterium. Er entscheidet, wenn Maschinenfunktion und -leistung immer ähnlicher werden. Jedoch dürfen darunter Gehäusefunktionalität und -flexibilität nicht leiden. Der Sondermaschinenbau setzt daher beim Gehäuse auf Profilkonstruktionen. Dass sie Designansprüchen genügen, zeigt ein neuer Profilbaukasten.

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Je ähnlicher Maschinen in Funktion und Leistung werden, desto wichtiger beim Verkauf ist ein unverwechselbares Design. Es wird in Branchen außerhalb des Investitionsgüterbereichs traditionell als Kriterium mit hoher Aufmerksamkeit angesehen, das sogar bei Automobilen schon einmal ganz oben auf der Prioritätenliste der Kunden stehen kann. Soweit geht es bei stationären Arbeitsmaschinen mit Sicherheit nicht. Daher setzt die Item Industrietechnik GmbH, Solingen, beim Profilsystem aus dem neuen Baukasten X auf Sachlichkeit und klare Linienführung (Bild 1).

Bei der Systementwicklung galt daher die Devise: „Optische Zurückhaltung der Profilkonstruktion zur Konzentration auf das Wesentliche – den Prozess“. Die Baureihe besteht daher aus Profilen mit ebenen Seiten- und geschlossenen Sichtflächen. Der kleinstmögliche Kantenradius bewirkt eine glatte, übergangslose Verbindung zwischen den Profilen. Diese Präzision in den Oberflächenkonturen vermittelt dem Betrachter maximale Funktionalität.

Attraktives Outfit mit Funktionshintergrund

Vorteil dieser klaren Linienführung: Das Profilsystem eignet sich besonders zur Einhausung industrieller Prozesse mit hohen Anforderungen an die Sauberkeit und Präzision, zum Beispiel in Reinräumen. Bei dieser Anwendung steht dabei die Demonstration von Reinhaltung und Prozessgenauigkeit im Vordergrund.

Das geschlossene Erscheinungsbild des Profilsystems hat trotz der designerischen Handschrift einen funktionellen Hintergrund. Es darf Prozess und Anlagentechnik nicht beeinträchtigen, sondern muss beides unterstützen. Dazu gehört, dass grundsätzlich an jeder Stelle die Möglichkeit zur Befestigung weiterer Bauelemente besteht.

Flexibilität beim Maschinengehäuse so groß wie möglich

Diese Flexibilität soll den schnellen und flexiblen Bau tragender und zugleich umschließender Strukturen ermöglichen, inklusive schneller Erweiterung. Jedoch darf die Befestigung nur dort sichtbar sein, wo sie auch tatsächlich benötigt wird. Daher sind alle Profilgrößen auch als Ausführungen mit abgedeckten Nuten verfügbar. Jede Abdeckung kann aufgerissen werden. So besteht bei Bedarf an jeder Stelle sofort eine Befestigungsmöglichkeit (Bild 2).

Ansonsten wirkt der seidige Glanz der eloxierten, geschlossenen Aluminiumoberfläche auf den Betrachter. Das markiert laut Item Industrietechnik die designerische Handschrift dieses Baukastens, der als Ergänzung zu bisherigen Ausführungen am Markt eingeführt wurde.

Einheitliches Design des Maschinengehäuses im Vordergrund

Stärker als je zuvor hat man bei der Konzeption des Baukastens großen Wert auf eine einheitliche Gestaltung aller Bauelemente gelegt. Diese Einheitlichkeit im Design erstreckt sich bis zu den Zubehörelementen: zum Beispiel den Gelenken, Winkeln, Befestigungs- und Bodenelementen. Insgesamt umfasst der Baukasten 35 Elemente, die sich – so heißt es – nahtlos ins Gestaltungskonzept einfügten. Dadurch soll der moderne Maschinenbau designerische Impulse erhalten.

Die funktionelle Kompatibilität aller Bauelemente wird dabei von der Profilnut 8 sichergestellt. Sie ermöglicht auch die Integration von Elementen des MB-Baukastens. Bei den Profilen der Baureihe X 8 mit Querschnitten von 40 mm × 40 mm bis 80 mm × 80 mm bleibt die Nut entweder offen zugänglich oder wird unter der glatten Außenseite versteckt. Bei der Montage von Verbindungselementen oder Anbauteilen lässt sich die Abdeckung entfernen oder in diese eine Öffnung einarbeiten.

Dazu empfiehlt Item Industrietechnik, Anfang und Ende der Öffnung mit je einer Bohrung festzulegen. So kann die Nutabdeckung im Öffnungsbereich durch Aufhebeln mit einem Schraubendreher entfernt werden. Durch die Öffnung lassen sich Befestigungselemente, zum Beispiel Nutsteine in die Profilnut einsetzen. Die Verschraubung deckt am Ende die Nutöffnung wieder ab.

Hohe Kompatibilität zwischen den Baukästen

Die lösbaren Nutabdeckungen zur nachträglichen Montage gibt es in unterschieden Ausführungen: unter anderem als Abdeckprofil 8 Al zum staubdichten und somit reinigungsfreundlichen Verschließen. Im entstehenden Hohlraum der Nut können unter anderem elektrischen Leitungen liegen. Aus Kunststoff in der Version 8 gefertigt, lassen sie sich als Abdeck- oder Einfasselement verwenden (Bild 3).

Mit der geöffneten Seite nach außen wird aus dem Abdeck- ein Einfassprofil für Flächenelemente, die so direkt in der Nut einen sicheren Halt finden. Die Abdeckungen sind Bestandteil des etablierten Baukastens MB, der auch bei den Verbindungselementen zur Anwendung kommt. Auch bei diesen Elementen könne der Maschinenbauer von der hohe Kompatibilität zwischen den Baukästen X und MB profitieren, heißt es.

Zur Verbindung der Profile X 8 können alle Verbindungselemente der Serie 8 verwendet werden. Sie sind in beiden Baukästen zu Verbindungssätzen zusammengefasst. Im Hinblick auf die besonderen Anforderungen an Reinhaltung und geschlossene Konturen empfiehlt Item Industrietechnik besonders drei Verbindungssätze: den Standardsatz 8 für die hochbelastbare 90°-Profilverbindung (Bild 3) – bei geringem Bearbeitungsaufwand. Der Automatik-Verbindungssatz 8 N eignet sich für Profile mit geschlossenen, aufreißbaren Nuten. Der Zentral-Verbindungssatz 8 ist dagegen für eine Profilverbindung konzipiert, die alle Nuten freilässt. Dadurch werde eine einfache Befestigung von Flächenelementen in der jeweiligen Nut ermöglicht. Für diesen Verbindungssatz stehen graue Abdeckkappen zur Verfügung. MM

Weitere Informationen: Item Industrietechnik GmbH, 42699 Solingen

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