Fertigungszelle Flexible Vertikaldrehmaschine für die mannlose Produktion

Redakteur: Rüdiger Kroh

Kleine Losgrößen wirtschaftlich fertigen und Stillstandszeiten vermeiden – dies war das Ziel bei der Entwicklung einer neuen Vertikaldrehmaschine. Sie kann während des laufenden Betriebs komplett umgerüstet werden und erreicht beim automatischen Werkzeugwechsel eine Span-zu-Span-Zeit von 3 s.

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(Bild: Kroh)

Die Vorstellung der neuen Vertikaldrehmaschine MTV 5 war für die italienische Maus S.p.A. der Anlass, zum ersten Mal ein Open House am Hauptsitz in Campodarsego bei Padua durchzuführen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde eine flexible Fertigungszelle für die komplette Bearbeitung von Bauteilen bis zu einem Durchmesser von 600 mm präsentiert. Sie ist ein Beispiel dafür, dass sich die neue Maschine auch bestens für die Integration in Produktionssysteme eignet, und besteht aus drei vertikalen Drehzentren MTV 5. Sie ist mit einer Siemens-Steuerung 840D sl und zwei Fanuc-Robotern R-2000iB/250F bestückt.

Auf flexibler Fertigungszelle werden Radnaben produziert

Auf der Anlage wird zukünftig die US-amerikanische Accuride Corporation, Zulieferer für Truck- und Bushersteller, Radnaben in 80 verschiedenen Varianten bearbeiten. Diese erste ausgelieferte Fertigungszelle verdeutlicht das Ziel, das Maus mit der Entwicklung der MTV 5, die Ende 2011 begann, verfolgt hat. Es sollte eine Maschine entstehen, mit der man kleine Losgrößen wirtschaftlich produzieren kann und mit der Stillstandszeiten vermieden werden. Dabei hat der italienische Hersteller anspruchsvolle Märkte und vor allem große Unternehmen im Visier.

Das neue Drehzentrum ermöglicht laut Maus die mannlose Produktion rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche und ist gleichzeitig sehr flexibel. Um ganz ohne Bedienereingriffe im Fertigungsprozess auszukommen, verfügt die Maschine als besondere Funktion über einen sogenannten Auto Changeover. Damit kann das Drehzentrum während des laufenden Betriebs komplett umgerüstet werden. Dieser Wechsel erfolgt innerhalb der Maschine. So ist durch den automatischen Austausch der selbstzentrierenden Spindel der Wechsel von einem Bearbeitungsschritt zum nächsten in gut drei Minuten möglich.

Mit dem automatischen Werkzeugwechsel wird eine Span-zu-Span-Zeit von 3 s erreicht

Für hohe Flexibilität sorgt die Tatsache, dass auf der Drehmaschine auch gebohrt, gefräst oder Gewinde geschnitten werden kann. Durch die gesteigerte Steifigkeit der MTV-Baureihe lassen sich hohe Schnittwerte fahren. Zudem verbessern die niedrigeren Vibrationen die Bearbeitungsgenauigkeit.

Das Werkzeugmagazin bietet Platz für maximal 96 Werkzeuge und mit der Einheit für den automatischen Werkzeugwechsel wird eine Span-zu-Span-Zeit von 3 s erreicht. Das In-Prozess-Messsystem soll mit seinen Funktionen Selbstkalibrierung und automatische Fehlerkompensation für eine konstante Qualität der Werkstücke sorgen.

Bislang hat Maus bereits fünf der neuen Vertikaldrehmaschinen verkauft, deren Auslieferung zum Teil noch bevorsteht. Für das laufende Jahr ist der italienische Hersteller zuversichtlich und plant eine Umsatzsteigerung um etwa 15 % auf 26 Mio. Euro. Dazu soll die MTV-Baureihe einen Anteil von 10 Mio. Euro beisteuern.

* Weitere Informationen: Sandra Selwan, Marketing Manager, Maus S.p.A., 35011 Campodarsego (Italien)

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