Klebrige Kunst Forscher präsentieren Superkleber aus körpereigenem Schleim

Quelle: Freie Universität Berlin 1 min Lesedauer

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Zusammen mit US-Kollegen hat ein Team der Freien Universität Berlin einen neuen Klebstoff entwickelt, der von der Muschel inspiriert ist ...

Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Muscheln eigentlich im Wasser haften, wie sonstwas? Deutsche und amerikanische Forscher haben das Geheimnis jetzt lüften können, und einen ganz besonderen Klebstoff entwickelt ...(Bild:  Ozeanus)
Haben Sie sich schon mal gefragt, warum Muscheln eigentlich im Wasser haften, wie sonstwas? Deutsche und amerikanische Forscher haben das Geheimnis jetzt lüften können, und einen ganz besonderen Klebstoff entwickelt ...
(Bild: Ozeanus)

Ein internationales Forschungsteam des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und des Sonderforschungsbereichs „Dynamische Hydrogele an Biogrenzflächen“ der Freien Universität Berlin hat einen neuartigen Klebstoff entwickelt. Er vereine die wasserfeste Klebrigkeit von Muschelplaques mit Schleim als keimabweisendem, natürlichem Material. Dieser, sozusagen aus Schleim gewonnene Klebstoff verhindert deshalb die Ansammlung von Bakterien und haftet auch auf nassen Oberflächen, wie die Beteiligten betonen. Man hofft nun, dass der Klebstoff – sobald seine Eigenschaften optimiert sind – als Flüssigkeit durch Injektion oder Spray aufgetragen werden könnte, um dann zu einem klebrigen Gel zu erstarren. Das Material könnte zum Beispiel zur Beschichtung medizinischer Implantate verwendet werden. Aber wie kommt man auf so eine Idee? Nun, im Tierreich sind Muscheln Meister der Unterwasserhaftung. Die Meeresmuscheln tummeln sich deshalb auf Felsen und am Boden von Schiffen und können sich aufgrund eines Unterwasserklebers, den sie über ihren Fuß absondern, gut festhalten.

So gut wie existierende Klebstoffsysteme

Diese hartnäckigen Klebestrukturen haben Wissenschaftler in den letzten Jahren dazu veranlasst, ähnliche bioinspirierte, wasserfeste Klebstoffe herzustellen. Und auch jede Oberfläche des menschlichen Körpers, die nicht von Haut bedeckt ist, ist mit einer schützenden Schleimschicht ausgekleidet – einem schleimigen Netzwerk aus Glykoproteinen, die als physische Barriere gegen Bakterien und andere Infektionserreger wirkt, wie die Forscher erklären. Erste Tests ergaben, dass der auf Schleim basierende Klebstoff ähnlich gut haftet, wie die üblichen medizinischen Klebstoffsysteme. In ihrer neuen Arbeit kombinierten die Ingenieure nun klebrige, von Muscheln inspirierte Polymere, mit aus Schleim gewonnenen Glykoproteinen – den Muzinen, um ein klebriges Gel zu erhalten, das an Oberflächen auch stark haftet. Das Ganze könne auch so angepasst werden, dass andere natürliche Materialien wie Keratin – eine faserige Substanz, die in Federn und Haaren vorkommt und bestimmte chemische Eigenschaften aufweist, die denen von Schleim ähneln – mit einbezogen werden könnten.

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