Haarige Sensibelchen Max-Planck-Forscher wollen den „Rüsselroboter“ entwickeln

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Elefanten, so Forscher vom Max-Planck-Institut in Stuttgart, haben zwar im Volksmund eine dicke Haut, aber mit dem Rüssel sind sie wahre Sinneskünstler, das will doch nachgebaut werden ...

Wer nicht gut sieht, sollte zumindest gut ertasten können. Und das kann der Elefant mit seinem haarigen Rüssel auch ziemlich gut und sensibel. Forscher aus Stuttgart haben sich deshalb überlegt, ob man dieses Greifsystem nicht als neue Technik für Roboter umsetzen kann ...(Bild:  Zoo Magic)
Wer nicht gut sieht, sollte zumindest gut ertasten können. Und das kann der Elefant mit seinem haarigen Rüssel auch ziemlich gut und sensibel. Forscher aus Stuttgart haben sich deshalb überlegt, ob man dieses Greifsystem nicht als neue Technik für Roboter umsetzen kann ...
(Bild: Zoo Magic)

Zwar gelten die grauen Landriesen, die bekanntlich auch Dickhäuter genannt werden, als unempfindlich – was aber eigentlich ein Irrglaube ist – aber ihr Rüssel sind mit etwa 1.000 speziellen Tasthaaren ausgerüstet, die es ihnen ermöglicht, auch empfindliche Gegenstände ganz vorsichtig zu handeln (respektive zu rüsseln), sagen Forscher vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme aus Stuttgart. Die Haare sind also verantwortlich dafür, dass der Elefantenrüssel ein äußerst sensibles Tastorgan ist, das die Kurzsichtigkeit von Dumbo & Co auszugleichen vermag. Das Geheimnis liege in Geometrie, Porosität und Steifigkeit der Haare, die an der Rüsselspitze drei bis fünf Zentimeter lang seien und nahe der Rüsselbasis 20 Zentimeter messen würden.

Ein simuliertes Elefantenrüsselhaar aus dem Drucker

Das Besondere: Die Rüsseltasthaare sind an ihrer Basis hart wie Kunststoff und an der Spitze weich und gummiartig. Diese kontinuierliche Änderung der Härte des Haares macht es dem Elefant möglich, zu erkennen, wie nah oder wie weit der Rüssel von einem Objekt entfernt ist. Bei Katzenschnurrhaaren ist das übrigens ähnlich, heißt es. Man nennt das verkörperte Intelligenz. Maus und Ratz haben das übrigens nicht, wie man nebenbei erfährt. Das hält man in Stuttgart für wert genug, daraus ein Thema für neuartige Sensor- und Robotersysteme zu machen. Kurzerhand haben die Experten ein vergrößertes, künstliches Rüsselhaar per 3D-Drucker angefertigt, um das Ganze besser zu verstehen. Computersimulationen sollen die Funktionsähnlichkeit bestätigt haben. Nun gehen die Stuttgarter daran, die Erkenntnisse auf Roboter und smarte Systeme zu übertragen. Klappt das, so könnten Roboter damit künftig ähnlich feinfühlig greifen, wie Elefanten ein bröseliges Leckerli.

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