Bestände senken, Durchlaufzeiten reduzieren

Freigabesysteme lassen die Produktion runder laufen

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Hoher Steuerungsaufwand für die Produktion und der Wunsch nach einer weiteren Verbesserung der Termintreue: so die Ausgangssituation beim Zahnradwerk Nord (ZWN) in Glinde. Nord entwickelt, produziert und vertreibt mit rund 2400 Mitarbeitern Antriebstechnik und ist einer der international führenden Komplettanbieter der Branche.

Das Unternehmen hat eine besonders hohe Fertigungstiefe und muss mit durchschnittlich 15 bis 18 Fertigungsstufen eine komplexe Produktion steuern. Hohe Schwankungen der Umlaufbestände und Durchlaufzeiten führten regelmäßig zu einem Monatsendsyndrom.

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Zahnradwerk kann Termintreue verbessern und Steuerungsaufwand senken

Eine gleichmäßige Produktionsleistung pro Tag sollte den Steuerungsaufwand reduzieren und Planungssicherheit hinsichtlich Umsatz und Terminen schaffen. Auch hier setzt man auf die Conwip-Methode, um so die Durchlaufzeiten und den Platzbedarf zu reduzieren.

Mit Hilfe des Kundentaktes, der Durchlaufzeit und eines Sicherheitspuffers wurde der für ZWN richtige Conwip-Bestand ausgelegt. Details zur Auslegung von Conwip-Systemen bietet das Buch von Prof. Herrmann Lödding [2]. Man hat sich hier für eine Steuerung der Kapazitätsstunden entschieden – im Gegensatz zu einer Steuerung der Anzahl der Aufträge bei CWG. Für jede Maschinengruppe gibt es damit eine definierte nutzbare Kapazität.

Solche Initiative verlangt eine sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Berater. Lösungen müssen im Konsens erarbeitet werden und verlangen ein tiefes Einsteigen in die Produktions- und PPS-Prozesse.

Maßgeschneidertes Freigabesystem für ZWN mit Beratern entwickelt

Nur so konnte eine maßgeschneiderte Lösung für ZWN entwickelt werden, die dem Tagesgeschäft standhält und von den Mitarbeitern akzeptiert und gelebt wird. Conwip hat sich so bei ZWN bereits innerhalb von vier Wochen stabilisiert.

Der Erfolg bei ZWN ist messbar: Die Durchlaufzeit hat sich halbiert und die Produktionsleistung ist gleichmäßig – mit einer täglichen Planbarkeit und Umsatzsicherheit. Um den Steuerungsaufwand weiter zu reduzieren, implementiert ZWN derzeit eine Kapazitätssteuerung und plant zudem die Umsetzung des Heijunka-Prinzips.

Literatur:

[1] Hopp, W. J. und M. L. Spearman: Factory Physics: foundations of manufacturing management. McGraw-Hill, Maidenhead ²1995.

[2] Lödding, H.: Verfahren der Fertigungssteuerung. Grundlagen, Beschreibung, Konfiguration. Springer, Berlin 2008.

Dr.-Ing. Lars Vollmer ist geschäftsführender Gesellschafter und Rainer Konheiser Lean Consultant bei der Vollmer & Scheffczyk GmbH in 30175 Hannover

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