Zerspanung

Fünf-Achs-Fräsen von Formen für Carbon-Bauteile

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Die Fertigung der Carbon-Werkstücke erfolgt von der Konstruktion und dem Design bis hin zur Nachbearbeitung komplett im eigenen Haus. Der Grund für die hohe Fertigungstiefe liegt auf der Hand, wie Lengwenus erklärt: „So bewahren wir uns unsere Flexibilität und können die Qualität der Produkte gewährleisten.“ Gemäß der CAD-Zeichnungen werden Schablonen erstellt, nach denen das Carbon zurechtgeschnitten wird. Laminiert werden die einzelnen Carbon-Teilstücke in einem staubfreien Reinraum und drei Autoklaven erzeugen den notwendigen Druck und die Temperatur, um die hochwertigen Komponenten fertigzustellen. In der Zerspanung fertigt ubc die erforderlichen Formen für die Werkstücke. „Sie bestehen aus Aluminium und werden aus dem Vollen gefräst“, ergänzt der Teamleiter.

Hohe Genauigkeit gefordert

Für die komplexen Fräsarbeiten stehen unter anderen drei DMU-Bearbeitungszentren von DMG Mori zur Verfügung: Eine DMU 200 P, eine DMU 125 P und eine HSC 105 linear. Die fünfachsigen Modelle sind allesamt mit Heidenhain-Steuerungen ausgestattet. „Um möglichst flexibel zu bleiben, verfolgen wir das Prinzip, dass jeder Mitarbeiter jede Maschine bedienen kann“, beschreibt Lengwenus die Philosophie in der Zerspanung. Man arbeite in der Abteilung einschichtig, plane die Bestückung der Maschinen jedoch auch für mannlose Schichten: „Abends und nachts kommen wir so auf zwei zusätzliche mannlose Schichten, in denen entweder lang laufende Teile oder eine Vielzahl von kleineren Teilen bearbeitet werden.“ Die Tische der Maschinen seien dafür ausreichend groß dimensioniert.

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Was sich über die gesamte Werkstückpalette in der Zerspanung erstreckt, ist der hohe Qualitätsstandard. „Von der Genauigkeit der Formen hängt auch die Qualität der Endprodukte ab”, bemerkt Lengwenus. DMG Mori erfülle diese Anforderung mit seinen leistungsstarken und genauen Maschinen sehr zuverlässig. Zuverlässigkeit ist für den Teamleiter ein weiteres Stichwort: „Wir sind darauf angewiesen, dass die CNC-Bearbeitung reibungslos funktioniert.“ Gerade im schnelllebigen Rennsport müsse man zum Teil sehr kurze Reaktionszeiten einhalten können.

Carbon als Alternative zu Aluminium

Dass ubc optimistisch in die Zukunft blickt, belegt die derzeitige Entwicklung des Unternehmens: Seit März 2014 ist die Mitarbeiterzahl von 75 auf über 150 gestiegen und speziell für die Serienfertigung wurde ein zweites Werk mit nahezu identischer Ausstattung errichtet. „Wir mussten die Fertigungskapazitäten erhöhen, um weiterhin strukturiert und flexibel arbeiten zu können“, begründet der Teamleiter CNC den naheliegenden Entschluss. Außerdem gebe es einen erkennbaren Trend in der Industrie: „Carbon wird im Automobilbau zunehmend interessanter als Alternative zu Aluminium.“ Das leichte Material könne beispielsweise das hohe Gewicht der Batterien in Elektrofahrzeugen ein wenig kompensieren.

Im Bereich Motorsport herrscht bei ubc ebenfalls Optimismus: Die Fertigung für den Porsche 919 Hybrid wird auch in der kommenden Saison der LMP1-Klasse fortgesetzt. Schließlich ist die Motivation für jeden Zulieferer des Rennstalls besonders hoch, wie Lengwenus stellvertretend für das gesamte Team sagt: „Es ist schon etwas Besonderes zu wissen, dass man am Erfolg auf der Strecke unmittelbar beteiligt ist.“ MM

* Ralph Schiffler ist Geschäftsführer der Pressgate GmbH in 50676 Köln

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