DMG Mori Fünf Weltpremieren und 6000 Besucher bei Jubiläumshausausstellung

Von Richard Pergler 8 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Für viele Zerspaner ist die Hausausstellung von DMG Mori in Pfronten die erste Veranstaltung im Jahreslauf. Zum 30-jährigen Jubiläum steht das Event unter dem Leitthema der "Machining Transformation Strategy".

Rund 6000 Fachbesucher erwarten die Verantwortlichen bei DMG Mori zum 30-jährigen Jubiläum ihrer Hausausstellung.(Bild:  Maschinenmarkt)
Rund 6000 Fachbesucher erwarten die Verantwortlichen bei DMG Mori zum 30-jährigen Jubiläum ihrer Hausausstellung.
(Bild: Maschinenmarkt)

Vor 30 Jahren öffnete das Werk in Pfronten, das heute ein Teil von DMG Mori ist, erstmals seine Pforten für eine Hausausstellung. Heute hat dieser Event seinen festen Platz in den Terminkalendern vieler zerspanender Unternehmen. Viel Praxiswissen und zahlreiche technische Neuerungen locken jedes Jahr zahlreiche Fachbesucher ins Ostallgäu.

Breites Spektrum an Exponaten

Unter dem Begriff der "Machining Transformation Strategy" zeigt das Unternehmen seine Vision von der Zukunft der Metallbearbeitung. Darüber hinaus präsentiert der weltgrößte Werkzeugmaschinenhersteller fünf exklusive Weltpremieren – von der hochsteifen Universaldrehmaschine CTX 750|1250 für die 6-Seiten-Komplettbearbeitung über eine ultraschallgestützte 5-Achs-Maschine für Hochpräzision und zwei robusten Einstiegs-5-Achs-Vertikalbearbeitungszentren bis zur neuen Generation einer bewährten 5-Achs-Universalmaschine reicht diesmal das Spektrum der neu auf der Hausausstellung gezeigten Neuheiten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 12 Bildern

All diese Neuheiten unterstützen den Machining-Transformation-Ansatz von DMG Mori ein Fenster faszinierender Möglichkeiten. Im Kern geht es dabei um eine optimale Verbindung von Menschen, Maschinen, Technologien, Automatisierung und Digitalisierung. Damit will der Maschinenhersteller einen umfassenden Ansatz zur Optimierung von Prozessketten, zur Steigerung der Produktivität und für die Förderung der Nachhaltigkeit bereitstellen.

Hochsteife Universaldrehmaschine

Eine der vorgestellten Weltpremieren ist die hochsteife Universaldrehmaschine CTX 750|1250 – die Neuheit, die die sechste Generation der CTX-Universaldrehmaschinenbaureihe repräsentiert, verspricht dem Anwender Spitzenleistung und Präzision dank einer 6-Seiten-Komplettbearbeitung. Die Maschine verbindet eine hohe Leistung mit sehr guter Präzision und Energieeffizienz.

Dabei baut die Maschine sehr kompakt – sie bietet dem Anwender auf einer Fläche von gerade einmal 11,7 m² einen Arbeitsraum, der Werkstücke mit einem Durchmesser bis zu 700 mm und bis zu einer Länge von 1290 mm fassen kann.

Machining Transformation basiert auf vier wesentlichen Säulen: Prozessintegration, Automation, Digitalisierung, und Green Transformation.

Cornelius Nöß, Geschäftsführer in Pfronten bei DMG Mori

Die Maschine verfügt rechts und links über leistungsfähige Spindeln. Sie lässt sich mit einer optionalen Y-Achse mit +/- 85 mm Verfahrweg ausrüsten und bietet angetriebene Werkzeuge mit bis zu 6000 min-1. Dank der integrierten Prozesse ermöglicht sie eine produktive und dabei hochpräzise 6-Seiten-Komplettbearbeitung von anspruchsvollen Geometrien. Mit ihrem hochsteifen Maschinenkonzept, den bis zu 55 mm breiten Linearführungen, ganzheitlichen Kühlmaßnahmen und direkten Messsystemen von Magnescale kann die der CTX 750|1250 laut Hersteller Positioniergenauigkeiten von 6 µm und 12“ realisieren.

Ultraschallgestütztes Bearbeitungszentrum

Eine weitere Weltpremie ist das ultraschallgestützte Bearbeitungszentrum Ultrasonic 20 linear in seiner 3. Generation – nach Aussagen der Verantwortlichen des Werkzeugmaschinenherstellers die präziseste 5-Achs-Maschine von DMG Mori. Die neue Maschine für das ultraschallgestützte Schleifen wurde komplett überarbeitet. Dabei kam den Entwicklern die Erfahrung aus 600 installierten Vorgängermodellen zugute,Die hohen Positioniergenauigkeiten von 3 µm in den Linearachsen und 3“ in der Dreh-Schwenkachse übertreffen laut Hersteller selbst die µPrecision-Technologie.

Strategie

Machining Transformation

Vier Säulen für mehr Zukunftsfähigkeit

Machining Transformation (MX) verkörpert die Integration neuer Technologien, durchdachter Automation und digitaler Werkzeuge zur Revolutionierung der Fertigungsindustrie. Mit Machining Transformation (MX) sollen Anwender ihre Fertigungsabläufe optimieren, ihre Effizienz steigern, ihre Maschinen optimal nutzen und sich neue Möglichkeiten in der Welt der Fertigung erschließen können. Link hier

Unterstützt von der Ultrasonic-Technologie soll das genaueste 5-Achs-Simultanbearbeitungszentrum von DMG Mori das ultraschallgestützte Fräsen und optional das Schleifen von Advanced Materials wie Glas, Keramik und anspruchsvollen Verbundstoffen für die Halbleiterindustrie ermöglichen. Die Ultraschallüberlagerung der Werkzeugrotation mit Amplituden von bis zu 15 µm verspricht um 50 Prozent reduzierte Prozesskräfte. Damit ermöglicht sie je nach Bedarf höhere Vorschübe, verbesserte Oberflächengüten und außerdem längere Werkzeugstandzeiten.

Universalbearbeitungszentren für ein breites Bauteilspektrum

Zwei weitere erstmals auf der Hausausstellung gezeigte Weltneuheiten sind die Universalbearbeitungszentren DMX 60 U und DMX 80 U. Die Maschinen basieren auf der bewährten und robusten Konstruktion der dreiachsigen DMV-Vertikalfräsmaschinen. Die Entwickler bei DMG Mori haben das Konzept für die DMX 60 U und DMX 80 U auf die fünfseitige Bearbeitung komplexer Werkstücke mit bis zu 300 respektive 350 kg Gewicht übertragen. Die DMX 60 U bietet Verfahrwege von 600 x 600 x 510 mm, die DMX 80 U ermöglicht 800 x 600 x 510 mm. Damit sollen die beiden neuen Universalbearbeitungszentren für ein breites Bauteilspektrum im allgemeinen Maschinenbau, im Werkzeug- und Formenbau sowie anderen anspruchsvollen Branchen geeignet sein.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Die Grundlage für hohe Präzisionsanforderungen legen das monolithische Maschinenbett aus massiven Gusskomponenten und die breiten Rollenführungen. Sie sorgen dafür, dass die DMX-U-Maschinen im Vergleich zur Vorgängerbaureihe eine um 45 Prozent höhere Steifigkeit mitbringen. Damit ist eine dynamische Bearbeitung mit Eilgängen von bis zu 42 m/min möglich. Mit ausgefeilten Maßnahmen zur Temperaturkompensation erreichen die Entwickler eine hohe thermische Stabilität der Maschinen. Zudem ermöglichen direkte Wegmesssysteme und direkte Antriebe in der X- und Y-Achse eine hohe Positioniergenauigkeit. Die Kreisformgenauigkeit gibt DMG Mori mit 6 µm an.

Unsere Anwender müssen sich weiter entwickeln, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Cornelius Nöß, Geschäftsführer in Pfronten bei DMG Mori

Mit seiner fünften Neuvorstellung will der Werkzeugmaschinenhersteller neue Maßstäbe in der fünfachsigen Universalbearbeitung setzen. Die DMU 60 eVo der 2. Generation soll insbesondere mit Präzision und Produktivität punkten. Die Ingenieure bei DMG Mori erweiterten das Konzept mit seiner speziellen Tisch-Kinematik unter anderem um die Möglichkeit, Bearbeitungsprozesse wie die Fräs-Drehen, das Verzahnungsfräsen oder auch Schleifprozesse zu integrieren. Diese Prozessintegration erweitert die Maschine zu einer multifunktionalen Bearbeitungslösung, mit der Anwender flexibel auf unterschiedlichste Werkstücke, Materialien und steigende Anforderungen reagieren können.Mit auf die Bedürfnisse der Anwender zugeschnittenen Automatisierungen lassen sich zudem Spindellaufzeiten optimieren und so die Stundensätze der Maschinen wirtschaftlicher gestalten.

Machining Transformation Strategy

Zwar ist jede dieser Weltpremieren für sich gesehen bereits ein guter Schritt in Richtung optimierter Prozessketten, höherer Produktivität und mehr Nachhaltigkeit. Ihr ganzes Potenzial spielen die Neuerungen indes erst mit einer Einbindung in eine „Machining Transformation Strategy“ aus. Was verbirgt sich dahinter?

Wir streben an, die Anwender mit unserer Technologiekompetenz und mit unseren Fachleuten maximal zu unterstützen.

Cornelius Nöß, Geschäftsführer in Pfronten bei DMG Mori

„Unsere Machining Transformation Strategy basiert auf vier wesentlichen Säulen: Prozessintegration, Automation, Digitalisierung und Green Transformation", erklärt Cornelius Nöß, Geschäftsführer bei DMG Mori in Pfronten. "Wir sind der Meinung, unsere Anwender werden sich transformieren müssen. Sie müssen sich weiter entwickeln, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu bleiben. Und da wollen wir maximal unterstützen mit unserem Leitbild der „Machining Transformation“.

Prozessintegration fußt auf der 5-Achs-Technologie

Eine der Säulen dieser Machining Transformation Strategy ist die Prozessintegration. "Sie fußt generell auf der 5-Achs-Technologie – es geht im Wesentlichen um die Thematik, dass wir versuchen möglichst viele Fertigungsprozesse in einer Maschine oder in einer Anlage zu integrieren. Beispielsweise als Dreh-Fräszentren oder Fräs-Drehzentren. Da lassen sich weitere Technologien integrieren wie Zahnradbearbeitung, In-Process-Messen, Schleifen auf den Maschinen und vieles mehr." Es ist der Versuch, möglichst viel in eine Maschine zu packen, um die Bauteile möglichst weitgehend auf einer Maschine in wenigen Aufstellungen fertig zu stellen.

Sinkende Stückzahlen sind eine der Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen.

Cornelius Nöß, Geschäftsführer in Pfronten bei DMG Mori

Eine der weiteren Säulen ist die Automatisierung – speziell in Zeiten sinkender Stückzahlen bis hin zu Losgröße Eins eine große Herausforderung. "Der müssen wir uns stellen", betont Nöß. "Etwa, indem wir versuchen, die Automation möglichst flexibel zu gestalten für unsere Anwender, so dass sie bis hin zur tatsächlichen Losgröße Eins automatisiert fertigen können. Beispielsweise mit modularen Konzepten, die wir unseren Anwendern da anbieten, wo es nicht um die letzte Zehntelsekunde geht, sondern vielmehr um Prozessstabilität, um Spindellaufzeit. Darum, die Maschinen rund um die Uhr 24/7 am Laufen zu halten."

Nachhaltigkeit schafft Wettbewerbsfähigkeit

Bei der dritten Säule, der „Green Transformation“, geht es um das Thema Nachhaltigkeit. "Das ist für uns alle wichtig. In unserer Gesellschaft generell, aber es ist auch ein wichtiges Thema für unsere Anwender", erklärt Nöß. "Dabei geht es nicht darum, sich als Unternehmen ein grünes Label anzuheften. Es geht vielmehr darum, dass man Energie einspart, dass man in der Fertigung seine Kosten senkt und dass man in Summe nachhaltig produziert." Das geht laut Nöß auch damit einher, dass die Anwender wettbewerbsfähig werden. Etwa, wenn sie bis zu 30 Prozent Energie einsparen können und damit auch die Betriebskosten an den Maschinen reduzieren: "Das Ziel ist natürlich, dass man bei mindestens gleicher Performance Einsparungen erzielt und entsprechend produktiver zu geringeren Kosten fertigt."

Das Ziel ist natürlich, dass man bei mindestens gleicher Performance Einsparungen erzielt und entsprechend produktiver zu geringeren Kosten fertigt.

Cornelius Nöß, Geschäftsführer in Pfronten bei DMG Mori

Der letzte Punkt ist die „Digitale Transformation“ - sie macht die Bedienung der Maschinen für die Anwender attraktiv und einfacher und erhöht die Prozesssicherheit. "Darüber hinaus auch, um die Zerspanung an sich und das produzierende Gewerbe für die jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer attraktiver zu gestalten. Da haben wir mit Celos X eine Plattform geschaffen, mit der man App-basiert unsere Steuerungen bedienen kann. Es ist auch eine Vereinfachung der Bedienung für unsere Anwender, um da auch dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Aber auch, um die Maschinen generell attraktiv zu machen."

Bestehende Lösungen einbinden

In der Regel sind Unternehmen organisch gewachsen, und es stehen nicht nur neue DMG-Maschinen in den Betrieben. "Hier bieten wir entsprechende Nachrüstlösungen auch für bestehende Maschinen an, binden auch Fremdmaschinen ein", ergänzt Nöß. "Etwa über DMG-Mori-Messenger-Lösungen, mit denen man beispielsweise den Zustand der Maschinen abfragen kann. Wir versuchen, die Anwender dafür zu sensibilisieren, nachzurüsten, wo es sinnvoll und möglich ist."

Bei der Machine Transformation ist das wichtigste, dass man startet und dass man loslegt – egal, mit welchem der Themen.

Cornelius Nöß, Geschäftsführer in Pfronten bei DMG Mori

Darüber hinaus bereitet DMG Mori inzwischen seine Maschinen bereits standardgemäß ab Werk für die Automatisierung vor. Iin vielen Fällen sind Automationsschnittstellen schon im Standard vorhanden, um dann eine Nachrüstung einfacher zu gestalten, wenn der Anwender die nächsten Schritte macht. "Bei der Machine Transformation ist das wichtigste, dass man startet und dass man loslegt – egal, mit welchem der Themen" betont Nöß. "Aber man sollte eben loslegen und sich auf den Weg machen, um die Zukunft zu gestalten. Dabei können unsere Fachleute wirksam unterstützen. Wir haben die entsprechende Fachexpertise, um jeden Anwender entsprechend zu beraten und ihm die richtige Lösung anbieten zu können. Eine, die maßgeschneidert auf ihn passt. Da wollen wir die Anwender mit unserer Technologiekompetenz und mit unseren Fachleuten maximal unterstützen."

Neueste Trends und Entwicklungen in der Metallzerspanung

Neben den Exponaten von DMG Mori und zahlreichen Mitausstellern finden die Besuchre zahlreiche Möglichkeiten, sich über neueste Trends und Entwicklungen in der Metallzerspanung zu informieren. Auch der Austausch der Fachleute untereinander kommt nicht zu kurz. Darüber hinaus lädt der Maschinenhersteller auch Schulklassen zu seiner Hausausstellung ein – die Jugendlichen von heute sind die Zukunft der Branche. Und die präsentiert sich auf der Hausausstellung als moderner, innovativer und interessanter Arbeitgeber für die kreativen Köpfe von morgen.

(ID:50326308)