Rückwärtsgang! Für die deutschen Automobilhersteller sieht es mau aus

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Im letzten Jahr lief es bei deutschen Autobauern offensichtlich schlechter als beim Wettbewerb, wie eine Analyse von EY mit Blick auf 16 global agierende OEM ergeben hat.

EY hat sich mal angesehen, wie sich der Automobilmarkt im letzten Jahr entwickelt hat. Zu den Verlierern gehören eindeutig die deutschen Autohersteller. Und denen bläst der Wind immer stärker ins Gesicht. Zugelegt haben allein die Player aus den USA und aus Japan, heißt es da.(Bild:  U. Bingel)
EY hat sich mal angesehen, wie sich der Automobilmarkt im letzten Jahr entwickelt hat. Zu den Verlierern gehören eindeutig die deutschen Autohersteller. Und denen bläst der Wind immer stärker ins Gesicht. Zugelegt haben allein die Player aus den USA und aus Japan, heißt es da.
(Bild: U. Bingel)

Gemessen an der Umsatzentwicklung lief es laut der EY-Analyse nur bei Stellantis schlechter als bei den urdeutschen Automobil-Playern. Die Opel-Mutter muss nämlich ein Minus von 17 Prozent verkraften. Und VW erwirtschaftete immerhin noch ein leichtes Umsatzplus. Bei BMW und Mercedes-Benz schrumpften die Zahlen, was mit Blick auf andere Konzerne auch den operativen Gewinn betrifft. Insgesamt sanken ihre Erlöse um 2,8 Prozent, heißt es. Vergleichend dazu, ist der Umsatz aller untersuchten Unternehmen im letzten Jahr um 1,6 Prozent angestiegen und kletterte über die Marke von zwei Billionen Euro. Das deutsche Trio machte mit einem Erlös von fast 613 Milliarden Euro zwar immer noch rund 30 Prozent aus, doch der Anteil am Gesamtumsatz sank im Vorjahresvergleich. In Japan und den USA läuft es dagegen vergleichsweise gut, wie sich herausgestellt hat.

Der Wind in der Automobilwelt hat sich gedreht

Für die deutschen Hersteller läuft es laut EY-Marktbeobachter Constantin Gall also nicht wirklich ohne stotternde Motoren: „Der Absatz entwickelt sich schwach! Und die hohen Investitionen in die Elektromobilität amortisieren sich nicht, weil die Nachfrage längst nicht so gut ist wie erhofft.“ Hinzu kämen hausgemachte Probleme (teure Software-Fehlschläge, Restrukturierungskosten und Rückrufe). Noch im Jahr 2023 ist es laut Gall sogar den Premiumherstellern gelungen, hohe Preise durchzusetzen. Doch aus Rückenwind sei Gegenwind geworden. Die Wirtschaftslage und derzeitige globale Konflikte bremsten die Nachfrage. Und erneut beherrscht der Preiskampf das Geschehen, wie Gall anmerkt. Man denke an günstige asiatische Fabrikate, die oft auch noch innovativer seien. Bekanntlich gehen die Autokonzerne lediglich mit Sparprogrammen und Stellenabbau dagegen vor.

Ein „Gesundsparen“ macht nur noch kränker

Deutlich verschärfen dürfte sich die Lage des Automobilabsatzes auch noch durch den Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten. Denn Ende März hatte US-Präsident Donald Trump seine Zoll-Drohungen wahr gemacht. Ab April müssen Hersteller satte 25 Prozent an Zusatzzöllen für Autoimporte in die USA berappen. Vor allem für die Hersteller aus Deutschland komme das nun zur Unzeit. Denn die USA sind nach jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts auch noch der wichtigste Exportmarkt. Kein anderes Land habe so viele neue Pkw aus Deutschland gekauft, wie die USA. Die Unternehmen müssten jetzt also ihre Hausaufgaben machen, um das Lenkrad herumzureißen. An einer strategischen Neuausrichtung und einer Fokussierung auf den Markenkern führe kein Weg vorbei. „Ein Sparkurs kann aber nur Mittel zum Zweck sein, um die eigene Transformation zu finanzieren! Man kann sich nicht gesund sparen“, so Galls Meinung.

(ID:50371834)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung