Flurförderzeuge Gabelstaplerbau berücksichtigt zunehmend ökologische Aspekte

Autor / Redakteur: Robert Ruthenberg / Volker Unruh

Tragfähigkeit, Robustheit oder Kaufpreis bleiben entscheidende Kriterien bei der Beurteilung von Gabelstaplern. Doch wie im Automobilbereich spielen Faktoren wie Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit eine immer wichtigere Rolle.

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Die aktuelle Diskussion um Treibhausgase und Emissionszertifikate erinnert an die mittelalterlichen Ablassbriefe der Kirche. Moderne Regierungen versuchen, sich nun von den Umweltsünden freizukaufen und durch neue Steuern selbst Kohle zu machen.

Egal auf welcher Seite man steht, Energie sparen reduziert nicht nur Emissionen, sondern hilft auch Kosten sparen. Daher entwickeln auch Flurförderzeughersteller immer mehr energiesparendere Fahrzeuge.

So konzentriert sich Linde Material Handling, Aschaffenburg, seit Ende 2006 auf energiesparende Elektrostapler (Bild 1). Mehr Leistung bei geringerem Energieverbrauch versprechen die Unterfranken. Die noch recht jungen Elektro-Gegengewichtstapler E12 bis E20 mit Tragkräften von 1,2 bis 2 t sollen bis zu 25% weniger Energie verbrauchen als die Stapler der Wettbewerber in dieser Kategorie.

Die Entwicklungsziele eines geringeren Energieverbrauchs, optimale Energieausnutzung sowie Schnellaufladung der Akkumulatoren und gegebenenfalls deren einfacher Ersatz wurden durch verschiedene Maßnahmen erreicht. So erfolgt die exakte Messung des Ladezustands mit einem patentierten Messverfahren, bei dem eine entsprechende Sensorik über das Motormanagement sowohl Spannungs- als auch Stromparameter erfasst und interpretiert.

Exakte Messung des Ladezustands von Akkus erlaubt energieeffizienten Einsatz

Das genaue Wissen über die Akkus erlaubt dabei nicht nur die Energiereserven optimal auszunutzen, sondern auch deren Lebensdauer zu verlängern und damit die Betriebskosten zu senken. Schädliche Tiefentladungen der Akkus werden durch eine Elektronik vermieden, die ab einer Restkapazität von unter 20% bestimmte Staplerfunktionen einschränkt, beispielsweise die Fahrgeschwindigkeit.

Den exakten Entladungszustand kann der Fahrer auf einem großen Display direkt über seinem Arbeitsplatz ablesen. So erkennt er auf einem Blick, wie viel Energie noch vorhanden ist und wie lange er mit dem Stapler noch arbeiten kann. Der gesamte Lebenszyklus der Akkus lässt sich bei Bedarf aufzeichnen, wenn das optionale Batteriedatenmanagementsystem geordert wurde.

Neue Dieselstapler und Treibgasstapler verbrauchen 12% weniger Energie

Seit Ende Februar 2007 bietet Linde Diesel- und Treibgasstapler der Baureihe 39x mit einem zirka 12% geringeren Kraftstoffverbrauch im VDI-Arbeitsspiel im Vergleich zur Vorgängerversion an. Die Fahrzeuge sind schnell und wartungsarm und damit vor allem bei „Intensivnutzern“ von Speditionen sowie in der Baustoff-, Getränke oder Chemieindustrie gefragt. Die Hydrostatik mit Direktantrieb in Kombination mit der Motorentechnik trägt wesentlich zu den Verbesserungen hinsichtlich Geschwindigkeit, Beschleunigung und Wartungsfreundlichkeit bei.

Toyota, weltweit bekannt durch seine Hybridautos, präsentierte bereits auf der Cemat 2005 den Gabelstapler FCHV-F mit Brennstoffzellen-Hybrid-Technik (Bild 2). Obwohl es noch eine Konzeptstudie ist, hat die Toyota Gabelstapler Deutschland GmbH, Duisburg, damit den Staplermarkt überrascht.

Toyota lotet Möglichkeiten für Hybridantrieb bei Gabelstaplern aus

Diese alternative Antriebstechnik, nunmehr erstmalig für Gabelstapler entwickelt, wird schon seit einigen Jahren in verschiedenen Toyota-Fahrzeugen wie in Bussen, Lkw und Pkw in Feldtests eingesetzt. Die Brennstoffzellen-Hybridtechnik stellt eine besonders umweltfreundliche Antriebsalternative dar, bei der Wasserstoff als Treibstoff und hauseigene Stacks zum Einsatz gelangen.

Bleibt abzuwarten, ob die Wasserstofftechnologie in 20 oder 30 Jahren nicht unter die Räder kommt, denn einige Klimaforscher halten allein den Wasserdampf für schuldig an der Klimaerwärmung. Schließlich stellt Wasserdampf mit über 90% den höchsten Anteil der Klimagase. Im Vergleich dazu beträgt der CO2-Anteil knapp 5%. Und davon verursacht der Mensch runde 3% - der Rest stammt aus der Natur selbst (Bild 3).

Hybrid-Gabelstapler bieten bei Stop-and-Go-Betrieb höhere Energieeffizienz

Aufsehen erregte Toyota bereits im Oktober 2006 mit dem Prototypen eines Hybrid-Gabelstaplers. Damit hat das japanische Unternehmen gleich zwei umweltfreundliche Eisen im Feuer. Vor allem die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor sorgt bei dem üblichen Stop-and-Go-Betrieb der Stapler für eine besondere Energieeffizienz. Allerdings ist er jetzt während der aktuellen CO2-Klima-Diskussion noch nicht verfügbar.

Kein Stapler weltweit verbrauche weniger Kraftstoff, verkündet die Still GmbH in Hamburg und weist auf den sehr geringen Verbrauch von nur 2,5 l/h für den Diesel-Stapler RX 70 mit 2,5 t Tragfähigkeit (nach VDI 2198) hin. Der RX 70, der weltweit erste verfügbare Gabelstapler mit einer Art Hybridtechnik, ist ein robuster Stapler, der feinfühlig und sicher zu bedienen sein soll.

Still-Gabelstapler mit elektrischer Bremse verbraucht am wenigsten

Dank des elektronisch geregelten Antriebs lässt er sich stufenlos und verlustarm an die jeweiligen Einsatzbedingungen anpassen. Praktisch arbeitet auch die elektrische Bremse. Der RX 70 kann durch einfaches Lupfen des Gaspedals selbst auf Gefällstrecken, auch ohne Betätigung der Betriebsbremse, angehalten werden. Der große Vorteil dieser Bremse: Sie verrichtet völlig verschleißfrei ihren Dienst. Und das spart Servicekosten.

Der Fahrer kann aus fünf Fahrprogrammen die optimale Grundeinstellung des Staplers wählen. Über das Fahrpedal wird das Beschleunigungs- und Bremsverhalten der aktuellen Fahrsituation angepasst, egal, ob eine feinfühlige Rampenfahrt oder ein schneller Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahrt gefordert ist. Die Tempomatfunktion entlastet den Fahrer zusätzlich auf langen Fahrstrecken. Den RX 70 gibt es mittlerweile in mehreren Baugrößen für Traglasten von 2,2 bis 5 t.

Anmerkung zum Schluss: Ab 2015 soll es wieder sehr viel kälter werden; ein Grund, warum die drohende Apokalypse aufgrund einer Klimaerwärmung von der IPCC flugs auf 2020 vorgezogen wurde.

Robert Ruthenberg ist freier Journalist in 90461 Nürnberg, Tel. (0911) 47 68 61.

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