Investor gesucht Galvanoform stellt Insolvenzantrag

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Der Betrieb des Präzisionswerkzeug-Herstellers läuft uneingeschränkt weiter. Löhne und Gehälter der rund 70 Mitarbeitenden sind bis Ende Mai über Insolvenzgeld gesichert.

„Galvanoform ist ein führender Hersteller in einem relevanten Wirtschaftssegment, der mit einer jahrzehntelangen Erfahrung und einer Spezialisierung auf die Herstellung von Präzisionswerkzeugen punkten kann. Diese Kombination kann das Unternehmen für den Einstieg eines Investors interessant machen“, sagt Dr. Pehl von Schultze & Braun. (Bild:  Schultze & Braun)
„Galvanoform ist ein führender Hersteller in einem relevanten Wirtschaftssegment, der mit einer jahrzehntelangen Erfahrung und einer Spezialisierung auf die Herstellung von Präzisionswerkzeugen punkten kann. Diese Kombination kann das Unternehmen für den Einstieg eines Investors interessant machen“, sagt Dr. Pehl von Schultze & Braun.
(Bild: Schultze & Braun)

Das Unternehmen, das in den 1950er Jahren gegründet wurde, ist auf die Herstellung von Präzisionswerkzeugen für die galvanische Formgebung spezialisiert. Dr. Dirk Pehl vom Acherner Standort der bundesweit vertretenen Kanzlei Schultze & Braun ist vom Amtsgericht Offenburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht prüft aktuell die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen Erhalt des Unternehmens.

Führender Hersteller von Präzisionswerkzeugen

„Galvanoform ist ein führender Hersteller in einem relevanten Wirtschaftssegment, der mit einer jahrzehntelangen Erfahrung und einer Spezialisierung auf die Herstellung von Präzisionswerkzeugen punkten kann. Diese Kombination kann das Unternehmen für den Einstieg eines Investors interessant machen“, sagt Dr. Pehl.

Die Belegschaft wurde vom vorläufigen Insolvenzverwalter und der Geschäftsführung bereits über die Situation und die kommenden Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter der rund 70 Mitarbeitenden sind bis mindestens Ende Mai durch das sogenannte Insolvenzgeld gesichert.

Unvorhersehbare und kurzfristige Umsatzrückgänge

Ziel des Insolvenzverfahrens ist der Erhalt von Galvanoform und möglichst vieler Arbeitsplätze. Möglich machen könnte dies der Einstieg eines Investors in das bestehende Unternehmen. „Interessenten für einen Einstieg können gerne auf mich zukommen. Der Prozess steht allen offen“, sagt Dr. Pehl.

Es zeigt sich aber bereits jetzt, dass die wirtschaftliche Lage von Galvanoform kritisch ist und die Zeit drängt. Wird bis zum Ende des Insolvenzgeldzeitraums Ende Mai keine Fortführungslösung gefunden, müsste der Geschäftsbetrieb absehbar kontrolliert heruntergefahren werden.

Ein erheblicher Umsatzrückgang, wie ihn Galvanoform erleben musste, war und ist schlichtweg ohne einen Investor, der auch neue Aufträge und ein Konzept für den Standort mitbringt, nicht zu kompensieren.

Dr. Dirk Pehl, Rechtsanwalt/Partner bei Schultze & Braun

Wirtschaftliche Schwächen in den Branchen der Kunden

Grund für die finanzielle Schieflage sind unvorhersehbare und kurzfristige Umsatzrückgänge durch die allgemeinen wirtschaftlichen Schwächen in den Branchen, in denen die Kunden von Galvanoform tätig sind, was sich negativ auf die Auftragslage auswirkt. Weitere Belastungen sind der erhöhte Wettbewerb aus China und Kostensteigerungen durch hohe Energie- und Rohstoffpreise. Die durch diese Kombination entstandene Liquiditätslücke konnte Galvanoform aus eigener Kraft nicht mehr schließen.

Die inzwischen seit mehreren Jahren andauernden Herausforderungen sind an uns und eben auch an unseren Kunden nicht spurlos vorübergegangen. Weniger Umsätze in den Branchen unserer Kunden bedeuten zwangsläufig auch weniger Aufträge für uns als Werkzeughersteller.

Hans-Günter Bayer, Geschäftsführer, Galvanoform

„Viele Kunden beauftragen uns regelmäßig. Da sie jedoch auch von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krisen in ihren Branchen betroffen sind, konnten und können sie dies nicht wie gewohnt tun“, so der Geschäftsführer weiter.

In den vergangenen Jahren sah sich Galvanoform mehrfach wirtschaftlichen Herausforderungen ausgesetzt, die zu Insolvenzanträgen in den Jahren 2019 und 2022 führten. Die jetzigen Gesellschafter haben das Unternehmen aus der letzten Insolvenz im Rahmen eines Asset Deals übernommen.

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