Windkrafttechnik Gamesa vermiest Siemens Energy erneut den Jahresausblick

Quelle: dpa

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Die Probleme der Windkrafttochter Siemens Gamesa machen dem Energietechnikkonzern Siemens Energy weiter schwer zu schaffen. Nun hat Siemens Gamesa erneut Qualitätsmängel bei bestimmten Komponenten festgestellt, was zu millionenschweren Belastungen im ersten Geschäftsquartal (per Ende Dezember) führt. Als Konsequenz muss Siemens Energy seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2022/23 senken.

(Bild:  Siemens Gamesa)
(Bild: Siemens Gamesa)

Gamesa habe in einer Überprüfung der installierten Windkraftanlagen "eine negative Entwicklung der Ausfallraten bei bestimmten Komponenten festgestellt, die zu höheren Garantie- und Wartungskosten führen als zuvor geschätzt", teilte der spanische Konzern am Donnerstagabend mit. Die finanzielle Belastung bezifferte Gamesa dabei auf 472 Millionen Euro, was zu einem Verlust des operativen Ergebnisses (Ebit) vor bestimmten Kaufpreisallokationen von rund 760 Millionen Euro im Quartal führte.

Als Folge musste Siemens Energy bei der Prognose für 2022/23 zurückrudern. So soll die operative Ergebnis-Marge vor Sondereffekten nun nur noch bei 1 bis 3 Prozent liegen, nach zuvor in Aussicht gestellten 2 bis 4 Prozent. Der Nettoverlust dürfte zudem auf Vorjahresniveau liegen und nicht wie bisher angepeilt stark sinken, hieß es weiter.

Im vergangenen Geschäftsjahr des Energietechnikkonzerns (per Ende September) hatten die Windkrafttochter Siemens Gamesa sowie Belastungen im Zusammenhang mit dem Rückzug aus Russland den Verlust nach Steuern um 15,5 Prozent auf 647 Millionen Euro anschwellen lassen. So hatten hohe Kosten, Lieferkettenengpässe, Projektverschiebungen, Qualitätsmängel bei älteren Anlagen sowie hausgemachte Probleme mit der neuen Landturbine 5.X Gamesa die Bilanz verhagelt.

Gamesa soll von Energy übernommen werden

Gamesa steht vor der Komplettübernahme durch Energy, die nach Ende des Angebots mehr als 90 Prozent halten. Eine außerordentliche Hauptversammlung des an der spanischen Börse notierten Unternehmens muss in der kommenden Woche dem Unterfangen noch zustimmen, was aber als Formsache gilt. Danach will Energy Gamesa von der Börse nehmen. Energy erhofft sich so einen besseren Durchgriff bei dem Windkraftbauer, der in den letzten Jahren nach dem Auftauchen immer neuer Probleme mehrfach seine Ziele verfehlte. Der von Energy entsandte Gamesa-Chef Jochen Eickholt hat dem Konzern ein weitreichendes Sanierungsprogramm verpasst.

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