Nix mit Insel Geschäfte mit Großbritannien durch Brexit behindert

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der Brexit und seine Folgen belasten weiterhin die deutschen Handelsbeziehungen mit Großbritannien, wie eine Umfrage zeigt.

Der Brexit ist nicht vorbei, wie eine Umfrage offenbart. Demnach wollen die Briten viele alte Gesetze kippen. Deutsche Unternehmen werden außerdem von hohen Zöllen, Bürokratie und Logistikkosten geplagt ...(Bild:  United Kingdom)
Der Brexit ist nicht vorbei, wie eine Umfrage offenbart. Demnach wollen die Briten viele alte Gesetze kippen. Deutsche Unternehmen werden außerdem von hohen Zöllen, Bürokratie und Logistikkosten geplagt ...
(Bild: United Kingdom)

Großbritannien war Ende Januar 2020 aus der EU ausgetreten und ist seit 2021 auch nicht mehr Mitglied der EU-Zollunion und des Binnenmarkts. Erhöhte administrative Aufwände, Logistikkosten und Zollabgaben erweisen sich deshalb als dauerhaft schmerzhaft für den Handel mit Großbritannien, ergab eine Umfrage der britischen Handelskammer in Deutschland (BCCG) und der Prüfgesellschaft KPMG, die der Deutschen Presse-Agentur in London vorliegt. Neue Regelungen führten demnach zu einer zunehmenden Entkopplung des Vereinigten Königreichs von der EU. Die Ergebnisse werden heute im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels am Tegernsee vorgestellt. Der Rückgang des deutsch-britischen Handelsvolumens ist dramatisch, kommentiert KPMG-Bereichsvorstand Andreas Glunz. Seit dem Brexit-Referendum 2016 sei das Handelsvolumen von 38 Millionen Tonnen auf 22 Millionen Tonnen gesunken. Britische Exporte nach Deutschland seien 2022 zwar erstmals seit 2016 wieder gestiegen, doch die Gründe dafür seien vor allem Spitzenpreise für Rohöl und Gas gewesen, mit denen wegfallende Lieferungen aus Russland ersetzt wurden.

Sorgenfalten durch neue Gesetze und Regeln

Der Brexit ist nicht vorbei, so Glunz zur dpa. Er verwies dabei auf neue Gesetze und Regulierungen auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Viele Vorhaben würden entkoppelt oder nicht harmonisiert. Das betreffe etwa die Umweltpolitik oder den Bereich künstliche Intelligenz. Die britische Regierung will offensichtlich Hunderte Gesetze aus der Zeit der EU-Mitgliedschaft (von 1973 bis 2020) für ungültig erklären. BCCG-Präsident Michael Schmidt warnte auch angesichts der geopolitischen Krisen vor einer weiteren Entfremdung. Der Umfrage zufolge hat sich die Geschäftslage von jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) im deutsch-britischen Wirtschaftsraum seit dem Brexit verschlechtert. Bei 16 Prozent hat sich die Lage 2023 erheblich verschlechtert, nach 9 Prozent im Vorjahr. Der Anteil der Unternehmen, deren Geschäfte seit dem Brexit besser laufen, hat sich hingegen im Vergleich zu 2022 von 13 auf 6 Prozent quasi halbiert.

Hoffnungsschimmer für Handel mit den Briten

KPMG-Experte Glunz verwies auf Bereiche wie Digitalisierung, Energiewirtschaft und -sicherheit sowie Verteidigung, in denen deutsche Unternehmen von Großbritannien doch profitieren könnten. Interessant sei der Umstand, dass auf 3-Jahres-Sicht sieben Prozent der Befragten größere Investitionsprojekte mit einem Volumen von über 250 Millionen Euro planten. Dies habe bei der vorigen Befragung kein einziges Unternehmen in den Büchern gehabt.

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