Suchen

Selbstschmierende Gleitlager

Gleitlager mit hoher Bandbreite sind praktisch wartungsfrei

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Die mit gezielt hoch eingestellter, ölgefüllter Porosität gefertigten Sintermetall-Gleitlager der Metafram-Serie, die ohne separate Ölpumpe bei idealer Auslegung sogar hydrodynamisch betrieben werden können, bieten sich für Anwendungsfälle mit hohen Gleitgeschwindigkeiten bei geringerer Flächenpressung an. Die Schmierung in Tribosystemen mit Festschmierstoffen bedeutet, dass in der Gleitlagermatrix inkorporierte Stoffe wie Graphit, Metallsulfide und PTFE auf einem Gleitpartner (zum Beispiel einer Stahlwelle) einen Transferfilm aufbauen, weil während des Einlaufprozesses reaktive Oberflächen mit freien Valenzen generiert werden. An diesen dockt der Festschmierstoff mittels Reaktionsplattierung an. Dieser Vorgang ist sehr komplex (Bild 2).

Auswahl des Festschmierstoffes hängt von vielen Einflüssen ab

Deshalb ist bei der Auswahl des Festschmierstoffes sowie der Lagermatrix das Lastkollektiv, also Last, Bewegungsart, Gleitgeschwindigkeit und Temperatur bis hin zu den Umgebungseinflüssen, zu berücksichtigen. Eine vereinfachte Übersicht ermöglicht eine Vororientierung (Bild 3). Bei Federal-Mogul Deva werden dazu außer softwaregestützten Berechnungstools der Erfahrungsschatz und die Versuchsergebnisse genutzt, die auf den acht hauseigenen Prüfständen in mehreren Jahrzehnten erarbeitet wurden.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 5 Bildern

Oft wünscht der Anwender eine Fett- oder Ölschmierung, um zum Beispiel die Stahlwelle in nicht korrosionsbeständigem Stahl ausführen zu können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Mechanismus der Reaktionsplattierung und das Verhalten der typischerweise den Ölen oder Basisölen von Fetten zugesetzten Additive in Wechselwirkung stehen.

Ein solches System darf durchaus als hochkomplex bezeichnet werden. Bei geschickter Auslegung werden aber Synergien erzielt, welche die Systemlebensdauer erheblich verlängern können (Bild 4).

Verfügbarer Bauraum entscheidend für Lagerart

Wesentlich beeinflusst wird die Entscheidung für die Lagerart durch den verfügbaren Bauraum. Bimetalllager (Verbundgleitlager) sind dünnwandig, andere dagegen relativ dickwandig, dafür mit hoher Lebensdauerreserve ausgestattet.

Naturgemäß können Lagerwerkstoffe mit PTFE-basierter Gleitschicht die sehr niedrigen Reibbeiwerte dieses Fluorpolymers nutzen. Wenn aber Betriebstemperaturen über 300 °C (bis zu 800 °C) abzudecken sind, kommen nur noch besondere Deva-Metalllegierungen in Betracht.

Gleitlager mit Ölimprägnierung nutzt Wirkungsweise von Öladditiven

Die Ölimprägnierung eines Sintermetall-Gleitlagers hingegen benutzt von Anbeginn den Wirkmechanismus von Öladditiven. Dort kommt der Ölauswahl eine ganz besondere Bedeutung zu. In Versuchen wurde gezeigt, dass die Ölauswahl von höherem Einfluss ist als die Werkstofffestlegung der Matrix. Das ist beim Betrieb mit einem trennenden Ölfilm, also dem hydrodynamischen Betrieb, noch einleuchtend, weil Lager- und Wellenoberfläche nur in den Start/Stopp-Phasen in Berührung kommen. Erstaunlicher mag sein, dass deutlich mehr als die Hälfte der Sinterlageranwendungen sehr erfolgreich unter Mischreibungsbedingungen betrieben wird (Bild 5).

(ID:359757)