Proudfoot Consultung Globale Produktivitätsstudie 2007: Deutschland schlägt die USA
Frankfurt/Main (js) – Mit einer Produktivität von 71,5% im Zeitraum 2005/2006 gehören die Unternehmen in Deutschland weltweit zu den effizientesten. Jedoch verschwendet jeder deutsche Arbeitnehmer im Schnitt immer noch 26 Arbeitstage jährlich durch Doppelarbeit und unnötige Wartezeiten. Der volkswirtschaftliche Schaden beträgt über 135 Mrd. Euro. Zu diesen Ergebnissen kommt die 7. Globale Produktivitätsstudie der Unternehmensberatung Proudfoot Consulting.
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Kaum Veränderung gab es bei den Ursachen der Zeitverschwendung: Die Führungskräfte kümmern sich zu wenig um unproduktive Abläufe und reden zu selten direkt mit ihren Mitarbeitern. Wie die Studie zeigt, ist die weltweite Arbeitsproduktivität im Zeitraum 2005-06 gegenüber 2003-04 um 3,9 Prozentpunkte gestiegen. Damit liegt sie bei durchschnittlich 68,6%. Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter durchschnittlich 39 Arbeitstage pro Jahr mit unproduktiven Tätigkeiten beschäftigt ist.
In Deutschland ist die Zahl der vergeudeten Arbeitstage von 32,5 auf 26 gesunken. Dies ist der niedrigste Wert der untersuchten Länder für 2005/2006. Dennoch wird immer noch zu viel Zeit verschwendet, meint Peter Ascher betont, der das Proudfoot-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet: „Es gibt in den Unternehmen immer noch Bereiche, in denen sich die Effizienz innerhalb eines halben Jahres um bis zu 20% steigern lässt.“
Konjunkturaufschwung beflügelt Produktivitätsentwicklung
Ein Teil der Verbesserung im letzten Jahr geht auf die starke Konjunktur zurück. „Volle Auftragsbücher bedeuten größere Stückzahlen, weniger Werkzeugwechsel und Wartezeiten – aber von diesen Vorteilen profitieren auch die Wettbewerber“, gibt Ascher zu bedenken. Entwarnung kann daher trotz der positiven Entwicklung nicht gegeben werden. Auch die Billiglohnländer haben begonnen, ihre Abläufe effizienter zu gestalten. „Wenn die deutschen Unternehmen nicht produktiver werden, werden sie mehr Marktanteile an das Ausland verlieren“, ist Ascher überzeugt.
Deutsche Chefs oft kommunikativ wie ein Fisch
Die Studie sieht als Hauptursachen für verschwendete Arbeitszeit fehlende Management-Systeme und schlechte Führung der Mitarbeiter durch die Chefs. Dazu gewinnt das Problem mangelnder Kommunikation an Bedeutung. „In den Unternehmen fehlt es an den Methoden und Werkzeugen, um die direkte Kommunikation der Führungskraft mit den Mitarbeitern in Gang zu bringen“, meint Ascher. „Den Führungskräften fehlt der Mut, die verschütteten Potenziale im Unternehmen anzugehen. Sie entwickeln einen blinden Fleck und sehen deshalb selbst offensichtliche Unproduktivität nicht mehr.“
Im so genannten „War for Talents“ wird die Situation der Unternehmen schwieriger. Führungskräfte müssen Potenziale ihrer Mitarbeiter erkennen und fördern. Dabei gewinnt die Produktivität an Bedeutung. „Nur effizient arbeitende Betriebe motivieren Spitzenkräfte und binden sie an das Unternehmen“, so Ascher.
Deutsche Führungskräfte sind optimistisch
Die deutschen Führungskräfte sehen überdurchschnittlich optimistisch in die Zukunft. 83% sagen Produktivitätssteigerungen im nächsten Jahr voraus. Dahingegen rechnen nur 79% der Manager weltweit mit einer Verbesserung.
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