Peter Heisig Gute Zeiten für Einkäufer
Nach mehr als vier Jahrzehnten zieht sich der Frankfurter Auftragsvermittler Peter Heisig aus dem aktiven Geschäftsleben zurück. Wir sprachen mit ihm über Beschaffungsmärkte in der Krise, die Bedeutung der Schwellenländer und seine neugewonnene Freizeit.
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Herr Heisig, wie wird es mit Ihrem Unternehmen weitergehen?
Heisig: Problemlos, die Übergabe an mein bisheriges Team wurde im vergangenen Jahr gemeinsam vorbereitet und ist seit dem 1. Januar 2009 nun bereits offiziell. Alle Mitarbeiter der „neuen“ Peter Heisig GmbH sind schon seit mehr als 15 Jahren zusammen im Unternehmen, also absolute Insider. Sie werden den Fortgang meistern und möglicherweise mit neuen Geschäftsideen bereichern.
Zu Zeiten der Hochkonjunktur haben Sie dafür plädiert, Engpässen über den Einkauf in Schwellenländern zu begegnen. Welche Folgen hat die aktuelle Krise für die internationalen Beschaffungsmärkte?
Heisig: Die Einkäufer werden die schwächelnde Konjunktur nutzen, um Aufträge wieder im Inland zu platzieren. Die Exkursion in die Schwellenländer war ja infolge der hiesigen Kapazitätsengpässe erforderlich geworden. Bei Liefertreue und Qualität hatten die Westeuropäer schon immer die Nase vorn. Jetzt werden aufgrund der Auftragslage auch hier wieder Preiszugeständnisse toleriert und akzeptiert. Die Zulieferer haben in den vergangenen „satten“ Jahren ihre Maschinenparks mit modernster Technik aufgerüstet. Nun können sie mit den neuen Technologien besser die manchmal heftigen Preisvorstellungen auffangen. Das sind gute Zeiten für deutsche Einkäufer.
Was bedeutet diese Entwicklung für die Strategie der Peter Heisig GmbH?
Heisig: Den Markt beobachten und immer sofort flexibel reagieren. Anpassung bleibt angesagt! Es melden sich verstärkt deutsche Zulieferer, sowohl neue auch als auch solche, die die Dienstleistung der Peter Heisig GmbH in den letzten 40 Jahren schon einmal oder sogar mehrfach genutzt haben. Daneben melden sich erneut Fertiger und Einkäufer aus den Anrainer-Staaten Österreich, Schweiz, Niederlande und Belgien, um neue Geschäftskontakte und Aufträge zu finden.
Wie werden Sie die neugewonnene Freizeit genießen?
Heisig: Ich werde reisen, lesen und mich weiterhin über die Marktentwicklung im industriellen Bereich auf dem Laufenden halten. Das war und bleibt für mich immer spannend.
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