Spannmittel Hainbuch präsentiert ein Spannfutter mit integrierter Sensorik

Redakteur: Rüdiger Kroh

Einen Ausblick auf das Spannfutter der Zukunft gewährt die Hainbuch GmbH auf ihrem Stand bei der EMO Hannover 2007. Mit dem intelligenten Spannfutter Toplus IQ lassen sich nicht nur die aktuellen Haltekraftwerte genau ermitteln, sondern auch korrigieren. Dafür sorgt eine feinfühlige Sensortechnik, die beispielsweise bei einer Radialspannkraft von 120 kN Spannkraftdifferenzen von 1 kN registriert.

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„Spannmittel der Zukunft müssen messen, überwachen und auswerten“, erklärt Hans-Michael Weller, technischer Geschäftsführer von Hainbuch. Denn zum einen soll heute eine Komplettbearbeitung mit Schruppen und Schlichten in einer Aufspannung möglich sein, zum anderen wird eine Prozessüberwachung verlangt, um zum Beispiel den Wartungszustand zu ermitteln oder Fliehkraftverluste auszugleichen.

Spannfutter Toplus regelt Spannkraft

Und diese Anforderungen erfüllt Toplus IQ: Es regelt die Spannkraft rauf und runter, ohne dass die Werkstücke ausgespannt werden müssen. Die Sensorik im Futter misst den Haltekraftwert, übermittelt ihn über Funk an die Empfangsstation oder den Rechner und initiiert über die Maschine wenn nötig auch eine Korrektur.

„So können wir zwischen dem Schruppen und Schlichten die Spannkraft gezielt reduzieren“, ergänzt Olivier Löbert, Teamleiter Produktmanagement. Möglich wird dies durch die reduzierte Reibung. Im Futter eingebettete Kugeln sorgen statt einer Gleitreibung zwischen Futter und Spannkopf für eine Rollreibung. Somit ist ein hysteresearmes Spannen möglich, das heißt, beim Entspannen geht die Spannkraft auch tatsächlich zurück.

Weitere Besonderheit des Futters ist die sechseckige Geometrie des Spannkopfs. Dadurch gibt es keine Spaltbildung und somit nicht die Gefahr der Verschmutzung. Die vollflächige Anlage erhöht zudem die Haltekraft. Der Sender im Toplus-IQ-Futterkörper benötigt keinen separaten Energiespender. Die Energie generiert er über die Rotation des Spannmittels.

Intelligentes Spannfutter in ein bis zwei Jahren auf dem Markt

„Noch sind wir etwa ein bis zwei Jahre von einem verkaufsfähigen Produkt entfernt“, urteilt Weller, „doch wir sind jetzt der Vision des adaptiven Spannmittels schon sehr nahe. Der nächste Schritt ist die Integration von Aktoren.“ Die Markteinführung des intelligenten Futters soll dann zusammen mit Werkzeugmaschinenherstellern erfolgen, denn es ist eine Integration in die Steuerung erforderlich.

Stetiges und moderates Wachstum nennt Gerhard Rall, geschäftsführender Gesellschafter von Hainbuch, als Firmenstrategie. Der Blick auf das laufende Jahr ist dabei mehr als positiv: „Wir erwarten ein Umsatzplus von 25% und hatten im August den besten Auftragseingang aller Zeiten.“ Das Verhältnis von Sonderlösungen zu Standardprodukten beträgt dabei 50 zu 50. „Die gängigste Stückzahl bei uns ist eins“, erklärt Rall, der den Anteil der Standardprodukte steigern möchte.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, wurde im August der Startschuss für das neue Technologie- und Schulungszentrum gegeben. Rund acht Mio. Euro investiert Hainbuch in das Projekt mit einer Nutzfläche von 4 000 m2.

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