Jahrespressekonferenz Harting nach herausforderndem Geschäftsjahr optimistisch für das Jahr 2025

Quelle: Harting Technologiegruppe 4 min Lesedauer

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Harting verzeichnete im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatzrückgang. Philip Harting kritisiert in diesem Zuge die wirtschaftlichen Bedingungen in Deutschland. Trotz Herausforderungen plant das Unternehmen Investitionen für das kommende Jahr.

Trotz eines Umsatzrückgangs im Geschäftsjahr 2023/24 auf unter eine Milliarde Euro zeigt sich CEO Philipp Harting zuversichtlich, dass der Umsatz für das Geschäftsjahr 2024/25 sechs bis neun Prozent Wachstum bringen kann.(Bild:  Harting Technologiegruppe)
Trotz eines Umsatzrückgangs im Geschäftsjahr 2023/24 auf unter eine Milliarde Euro zeigt sich CEO Philipp Harting zuversichtlich, dass der Umsatz für das Geschäftsjahr 2024/25 sechs bis neun Prozent Wachstum bringen kann.
(Bild: Harting Technologiegruppe)

Die Harting Technologiegruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von leicht unter einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Mit 940 Millionen Euro lag der Umsatz 9,2 Prozent (währungsbereinigt -7,9 Prozent) unter dem Ergebnis des Geschäftsjahres 2022/23 in Höhe von 1.036 Milliarden Euro.

Dank der Internationalisierung der Geschäftsfelder habe man das schwache Inlandsgeschäft etwas ausgleichen können. Die Region Americas lag mit 155 Millionen Euro (-3 Prozent) Umsatz fast auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Das gleiche gelte für Asien, wo das Unternehmen einen Umsatz von 240 Millionen Euro (-2 Prozent) erzielte. In der Region EMEA ohne Deutschland ging der Umsatz um 9 Prozent auf 323 Millionen Euro zurück. In Deutschland selbst musste ein deutlicher Umsatzrückgang von 20 Prozent auf 222 Millionen Euro verzeichnet werden.

„Diese Zahlen spiegeln die Schwäche des Wirtschaftsstandorts Deutschland wider. Unser Land befindet sich wirtschaftlich in einer sehr ernsten Lage und diese ist leider in großen Teilen hausgemacht. Ich nenne beispielhaft die überbordende Bürokratie, die hohen Energiepreise und die fehlenden, stabilen Rahmenbedingungen für Investitionen. Wenn der deutsche Wirtschaftsmotor stottert, wirkt sich das auch auf die europäische Wirtschaft aus. Wir hoffen, dass die neue Bundesregierung diese schwierigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft und insbesondere den Mittelstand adressiert und entschlossen gegensteuert“, so Philip Harting, CEO der Harting Technologiegruppe.

Internationalisierung als Grundlage für weiteres Wachstum

Das Investitionsvolumen in neue Produkte und Technologien, Automatisierung und Kapazitätsausbau sowie die Digitalisierung liege laut Harting mit 69 Millionen Euro noch über dem Vorjahreswert. Damit wolle man auch die Internationalisierung vorantreiben.

Zu den größeren Investitionen zählen Werkserweiterungen in Polen, Kapazitätserweiterungen in Mexiko und USA sowie die Eröffnung eines neuen R&D Offices in Hanoi/Vietnam in Ergänzung zur im Sommer 2023 aufgenommenen Produktion in Vietnam.

Der Mitte des Jahres angekündigte Aufbau eines globalen Headquarters in der Schweiz sei für das Unternehmen ein weiterer Schritt in der strategischen Weiterentwicklung und Internationalisierung. In der Schweiz sollen zukünftig überregionale Top-Management-Positionen, welche die globale Steuerung vorantreiben, gebündelt werden. Die Planungen dafür laufen, unter anderem die Auswahl des Standortes, die IT-Prozess-Landschaft sowie die Regularien für die Mitarbeitenden. Das neue Headquarter soll seine Funktion zum neuen Geschäftsjahr am 1. Oktober 2025 aufnehmen.

Deutschland soll weiterhin wichtiger Produktions- und Entwicklungsstandort bleiben

„Auch wenn das Global Headquarter zukünftig in der Schweiz angesiedelt sein wird, bleiben Espelkamp und Umgebung weiterhin ein zentraler Ankerpunkt für Harting. Unsere Projekte, Initiativen und unser regionales Engagement setzen wir fort“, bekräftigte Philip Harting.“ Deshalb habe man im Geschäftsjahr 2023/24 in Deutschland an den wichtigsten Standorten in Espelkamp und Rahden weiter in die Digitalisierung, Automatisierung und Dekarbonisierung investiert, so für rund 10 Millionen Euro in eine Biogasanlage, um die Produktion in Espelkamp klimaneutral und autark mit Energie zu beliefern.

Mitarbeitendenzahl leicht gesunken

Als Reaktion auf die globalen wirtschaftlichen und wettbewerblichen Herausforderungen musste Harting in Deutschland im laufenden Jahr die Struktur der administrativen Bereiche überprüfen und neu ausrichten. Der angekündigte Stellenabbau in verschiedenen Bereichen, der rund 100 Stellen in Deutschland und in anderen Ländern umfasst, soll wie angekündigt bis Ende 2025 sozialverträglich und im engen Austausch mit den Arbeitnehmervertretern umgesetzt. Gleichzeitig habe man aber auch Stellen geschaffen, etwa in den Forschungs- und Entwicklungsstandorten in Espelkamp, in Zhuhai (China), in Biel (Schweiz), Hanoi (Vietnam), Sibiu (Rumänien), Chennai (Indien) und Elgin (USA).

Bei Harting zeigt man sich zuversichtlich, mit den bisherigen Maßnahmen auszukommen. Die Zahl der Mitarbeitenden weltweit sank zum Stichtag 30. September 2024 um 156 Mitarbeitende von 6.205 auf 6.049. In Deutschland sind weiterhin 2.334 Mitarbeitende beschäftigt.

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Innovationen für die All Electric Society

Die All Electric Society ist das Zukunftsbild einer Welt, in welcher der gesamte Energiebedarf durch Elektrizität gedeckt wird. Die dafür nötige Energie stammt aus erneuerbaren Ressourcen wie Wind und Sonne. Sie wird anschließend in Elektrizität umgewandelt und über intelligente Netzwerke bedarfsgerecht verteilt. Die Verwirklichung der All Electric Society soll dem Unternehmen erhebliche Wachstumsperspektiven eröffnen.

Innovationen in der Verbindungstechnik und individuelle Kabellösungen standen daher auch im abgelaufenen Geschäftsjahr im Mittelpunkt: So stellte das Unternehmen gemeinsam mit dem Schwester-Unternehmen, der Studer Cables AG, neue gewichtsreduzierte Wagenübergangslösungen für die Bahntechnik vor und die erste standardisierte Schnittstelle für die Energieübertragung bei elektrifizierten Agrarfahrzeugen. Weitere Schwerpunkte seien Konnektivitätslösungen für die Energiegewinnung und -verteilung sowie für die Übertragung von Daten und Strom für das Industrial Ethernet und Datencenter.

Nicht nur bei den Produkten, auch im Unternehmen selbst setze man auf Nachhaltigkeit. Bei der Dekarbonisierung will Harting auf dem Weg zur Klimaneutralität erhebliche Fortschritte erzielt und bereits 2024 die Ziele für 2027 erreicht haben. Bis dahin gibt die Unternehmensgruppe an, den CO2-Ausstoß weltweit um 60 Prozent senken und 2030 Klimaneutralität herstellen zu können.

Umsatzprognose für Geschäftsjahr 2024/25

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sei zuletzt weiter gesunken. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch die

allgemeinen Geschäftserwartungen fielen laut Harting gegenüber den Vormonaten zurück. Nur 7 Prozent der Unternehmen im Branchenverband ZVEI erwarten mit Blick auf die kommenden 6 Monate anziehende Geschäfte. Die Mehrheit der Unternehmen gehe von gleichbleibenden und ein Drittel von rückläufigen Aktivitäten aus.

Angesichts anziehender Auftragseingänge erwartet dagegen die Harting Technologiegruppe für 2025 erneut das Überschreiten der Milliarden-Umsatzmarke und ein Wachstum zwischen 6 und 9 Prozent. „Auch wenn wir uns derzeit in unsicheren Zeiten befinden, schaue ich dennoch optimistisch in die Zukunft“, erklärt Philip Harting. Die Rahmenbedingungen seien aber weiterhin herausfordernd.

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