Hydraulik Hawe Hydraulik feiert Richtfest für das neue Hauptwerk
Die Hawe Hydraulik SE, München, bereitet Großes vor: Schon im kommenden Jahr soll das neue Werk in Kaufbeuren offiziell eröffnet werden. Jetzt hat das Unternehmen mit etwa 400 Gästen das Richtfest gefeiert.
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Das neue Werk umfasst vier Hallen mit insgesamt 50.000 m² Bruttogeschossfläche. Davon sind 30.000 m² reine Produktionsfläche, wie Andreas Koelen, Projektleiter Produktion für das neue Werk, erläuterte. Dorthin will Hawe seine Werke in den gemieteten Hallen in Kaufbeuren und Kirchheim sowie aus dem Werk München verlagern. Im Münchener Stammhaus verbleiben unter anderem die Verwaltung sowie die Forschung und Entwicklung.
Hawe Hydraulik bezieht alle zwei Monate eine neue Halle
Die Hallen werden im Zwei-Monats-Takt übergeben: Am 16. September war die Halle 3 mit 10.000 m² Fläche dran, am 11. November soll die Halle 2 folgen. Die beiden letzten Hallen werden laut Zeitplan am 20. Dezember sowie Mitte Februar 2014 übergeben. Je nach Witterung würden die Außenanlagen im zweiten Quartal 2014 fertiggestellt. In der Halle 3 läuft die Produktion bereits, wie Koelen berichtete.
Mit dem neuen Werk will Hawe seinen Produktionsprozess optimieren und hat die vier Hallen nach Fertigungsschritten aufgebaut: In Halle 4 wird das Rohmaterial angeliefert, dort befindet sich auch die Vorfertigung. In Halle 3 finde das Bohren statt, in Halle 1 die Weiter- und Feinbearbeitung mittels Schleifen und Honen, bevor in Halle 2 die Endmontage erfolge. Dort sollen dann auch Prüfung, Verpackung und Versand stattfinden. „Wir werden hier die Produktion bündeln“, kündigte Christof Gillenhammer, Werksleiter von Hawe in Kaufbeuren, an.
Neues Werk soll Durchlaufzeiten bei Hawe Hydraulik drastisch senken
Bisher habe Hawe die Fertigungsschritte, beispielsweise für die LHDV- und die PSL-Ventile, über unterschiedliche Werke verteilt. Der Hauptfokus beim neuen Werk habe deshalb auf der Durchlaufzeit gelegen. „Wir haben bisher beispielsweise bei einem Schieberblock eine Durchlaufzeit von 25 Tagen. Ziel ist es, unter zehn Tage zu kommen“, sagte Koelen.
Auch innerbetrieblich will Hawe einiges verändern. „Wir haben Logistik und Montage verkettet und richtig abgestimmt“, erläuterte Gillenhammer. So soll ein zweistufiges automatisches Lager mit 14.000 Plätzen für Behälter im Format 400 mm × 300 mm eine Just-in-Sequence-Materialversorgung ermöglichen. Für den Materialfluss setzt der Hydraulikhersteller künftig auf Routenzüge, die Rollwagen mit den Kleinladungsträgern aufnehmen können.
Daneben legt Hawe im neuen Werk Wert auf effizienten Umgang mit Ressourcen. So werden beispielsweise die Maschinen direkt an eine Kälteleitung angeschlossen, statt die warme Abluft an die Halle abzugeben. Dadurch sei es nicht nötig, die Hallenluft wieder herunterzukühlen. Ein anderes Beispiel sei die Hallenbeleuchtung, die komplett auf LED basiert. Die Mehrkosten von 400.000 Euro würden sich innerhalb von drei Jahren rechnen. „Wir haben viele kleine Schritte dieser Art für mehr Energieeffizienz umgesetzt“, erläuterte Gillenhammer.
Auch bei den Gebäuden spart Hawe Energie. So sorgt beispielsweise ein Blockheizkraftwerk mit 363 kWth und 238 kWel für die nötige Wärme. Zugleich kann das Unternehmen damit auch seinen Grundlast-Strombedarf decken. Der Bau unterschreitet die ENEV um mindestens 20 %. Zudem kann auf den nach Süden ausgerichteten Schrägen des Sheddachs jederzeit eine Photovoltaikanlage nachgerüstet werden.
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