Wieder Flaute Heidelberger Druck wieder in den roten Zahlen

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Der Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen ist im dritten Geschäftsquartal wegen des geplanten Personalabbaus in die Verlustzone geraten.

Heidelberger Druckmaschinen ist im Minus. Das soll sich aber durch diverse Sparmaßnahmen und strategische Schritte wieder ausgleichen lassen ...(Bild:  Heideldruck)
Heidelberger Druckmaschinen ist im Minus. Das soll sich aber durch diverse Sparmaßnahmen und strategische Schritte wieder ausgleichen lassen ...
(Bild: Heideldruck)

Heidelberger Druckmaschinen (Heideldruck) ist wieder am Schlingern. Allerdings lief es im operativen Geschäft besser als zuletzt, wie es weiter heißt. „Wir konnten in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld Umsatz und operatives Ergebnis quartalsweise kontinuierlich steigern“, sagte Unternehmenschef Jürgen Otto. Im kommenden Geschäftsjahr werde das Unternehmen die Kosten weiter senken, was sich positiv auf die Profitabilität auswirken soll. Nach Steuern machte das Unternehmen in den drei Monaten bis Ende Dezember wegen der Bildung von Rückstellungen für den Personalabbau einen Verlust von 7 Millionen Euro, wie es konkreter heißt. Im zweiten Geschäftsquartal hatte man noch einen Gewinn ausgewiesen. Und vor einem Jahr hatte das Unternehmen unter dem Strich eine Million Euro verdient. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte hingegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 60 Prozent auf 55 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 5,7 auf 9,2 Prozent. Der Umsatz verharrte mit 594 Millionen Euro aber auf Vorjahresniveau.

Personalkosten sollen um 100 Millionen sinken

Der Maschinenbauer will in den kommenden drei Geschäftsjahren an seinem Standort Wiesloch-Walldorf mehr als jede zehnte Stelle streichen. Etwa 450 der aktuell rund 4.000 Jobs sollen dabei sozialverträglich wegfallen. Damit will das Unternehmen die Personalkosten um über 100 Millionen Euro reduzieren. Im Gegenzug fallen im laufenden Geschäftsjahr 2024/2025 Einmalbelastungen von rund 30 Millionen Euro an. In Wiesloch läuft die Produktion derzeit unter Volllast, kommentiert Otto. In Amstetten und Brandenburg sei die Produktion indes leicht gebremst. An den beiden Standorten macht Heideldruck auch Drittgeschäfte, die wegen der konjunkturellen Lage in Deutschland deutlich schlechter liefen als das Druckgeschäft, heißt es. Am ersten Standort stellt das Unternehmen Gussteile her, im letzteren fertigt es mechanische Teile für die Herstellung von Druckmaschinen.

Darauf setzt Heideldruck in Zukunft

Konzernlenker Otto will aber nicht nur die Lohnkosten senken, sondern alles auch wieder auf Wachstum trimmen. Mittlerweile dominierten der Verpackungsdruck und der gemeinsam mit Canon betriebene Digitaldruck das Geschäft. Auch setze Otto auf Wachstum in China und anderen asiatischen Märkten. Mittelfristig könne all das zusätzlichen Umsatz von über 300 Millionen Euro bringen. Das Unternehmen produziert in China überwiegend für den lokalen und asiatischen Markt, so der Manager. Ein kleiner Teil der Maschinen geht auch nach Amerika. Auch plant Otto, der früher den Autozulieferer Brose leitete, das Ladetechnikgeschäft Amperfied der Heidelberger weiterzuentwickeln. Die Hoffnung liegt dabei im Ausbau von Ladeparks für Firmenkunden. Auch soll das Industriegeschäft eine höhere Auslastung erzielen.

Man hat keine Angst vor US-Zöllen

Ein sehr großer Einzelmarkt für Heidelberger Druckmaschinen ist die USA, sagte Otto. Die neuen Zölle müssten im Endeffekt die Kunden zahlen. Die will er partout nicht auf Heideldruck abwälzen. Sollte sich aber einer der Wettbewerber für eine lokale Produktion entscheiden, dann könne sein Unternehmen reagieren. Derzeit würden die USA komplett aus Europa und China bedient. Rund 400 Millionen Euro mache bei Heidelberg der US-Markt aus. Derweil bestätigte das Management die Ziele für das Gesamtjahr. So dürften die Erlöse im laufenden Geschäftsjahr (per Ende März) auf dem Niveau des Vorjahres von knapp 2,4 Milliarden Euro verharren. Vom Umsatz sollen (wie im Vorjahr) 7,2 Prozent als um Sondereffekte bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hängen bleiben. Für das kommende Geschäftsjahr 2025/26 peilt der Maschinenbauer eine bereinigte Marge von bis zu rund acht Prozent an.

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