Glückchen im Unglück Werkzeugmaschinen-Bauer Hermle steht besser da als gedacht

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Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG aus Gosheim entwickelte sich 2025 trotz des schwierigen und turbulenten Umfelds besser als erwartet, wie die dpa meldet ...

Hinter diesen Mauern atmet man derzeit etwas auf. Denn der Maschinenbauer Hermle aus Gosheim schnitt im letzten Jahr besser ab, als gedacht ...(Bild:  Hermle)
Hinter diesen Mauern atmet man derzeit etwas auf. Denn der Maschinenbauer Hermle aus Gosheim schnitt im letzten Jahr besser ab, als gedacht ...
(Bild: Hermle)

Der Auftragseingang des schwäbischen Werkzeugmaschinen- und Automatisierungsspezialisten Hermle erhöhte sich (auf vorläufiger Basis) konzernweit um rund sechs Prozent (auf circa 484 Millionen Euro). Im Vorjahr kam man auf 456 Millionen Euro. Die Gosheimer erklären das vor allem mit unerwarteten, aber umfangreichen Großaufträgen aus dem Ausland, die im zweiten Halbjahr 2025 zu einem Zwischenhoch führten und die schwache Inlandsnachfrage überkompensierten. Entsprechend stieg der Bestelleingang im Gesamtjahr 2025 aus dem Ausland deutlich an. In Deutschland schrumpfte die Auftragslage bei Hermle aber, was außer der anhaltenden Verunsicherung durch die Zollpolitik der USA auf standortspezifische Faktoren zurückzuführen ist – Konjunkturflaute, strukturelle Probleme in der Automobilbranche, hohe Energiekosten, erschwerte Finanzierungsbedingungen sowie die ausufernde Bürokratie. Der Auftragsvolumen des Hermle-Konzerns belief sich am 31. Dezember 2025 demnach auf rund 91 Millionen Euro (Vorjahr = 99 Millionen).

Hermle-Konzernumsatz wird wohl leicht ansteigen

Weil die Großaufträge aus dem zweiten Halbjahr bis zum Jahresende weitgehend abgearbeitet wurden, kam es zwischenzeitlich zu einer gesunden Stabilisierung der Auslastung. Der Hermle-Konzernumsatz stieg dabei 2025 nach vorläufigen, ungeprüften Berechnungen insgesamt leicht (auf 492 Millionen Euro). Im Vorjahr waren es 488 Millionen. In den übrigen Monaten des Jahres blieb aber viel von den möglichen Kapazitäten frei. Das Unternehmen musste deshalb auch erneut Bremstage und Kurzarbeit einführen. Die Ertragslage war zusätzlich durch vielfältige negative Effekte überschattet. Dazu gehörten Lohn- und Energiepreissteigerungen, bürokratische Auflagen und Währungsverschiebungen, wie es heißt. Das Betriebsergebnis (Ebit) von Hermle reduzierte sich aus den genannten Gründen laut ungeprüften Zahlen um circa 19 Prozent (auf rund 69 Millionen). Im Jahr davor waren es 85 Millionen. Damit lagen die Gosheimer aber dennoch deutlich über den Erwartungen zu Jahresbeginn. Auch die im November 2025 angehobene Prognose, in der Hermle noch von einem Rückgang um mindestens 25 Prozent ausgegangen war, wurde übertroffen. Das lag daran, dass gegen Ende des Jahres sowohl Auslastung als auch Wertschöpfung besser ausfielen als gedacht.

Hermle-Beschäftigte können sich wieder auf Prämie freuen

Auf Grundlage der vorläufigen Zahlen hat der Vorstand dem Aufsichtsrat nun seine Ausschüttungsempfehlung für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt. Vorgesehen ist nach Aussage desselben, der Hauptversammlung am 1. Juli 2026 eine Dividende von 9,50 Euro je Stamm- und 9,55 Euro je Vorzugsaktie vorzuschlagen (Vorjahr = 11 respektive 11,05 Euro). Im Anschluss an die Dividendenzahlung sollen die Hermle-Beschäftigten im Inland wieder eine an der Ausschüttung orientierte Prämie erhalten. In jüngst abgehaltenen Sitzung hat der Aufsichtsrat ferner beschlossen, Benedikt Hermle (37) mit Wirkung zum 1. November 2026 zum Vorsitzenden des Vorstands zu ernennen. Er ist seit 2018 Mitglied des 3-köpfigen Gremiums und verantwortet die Ressorts Produktion, Service und Personal, wie man erfährt. (Das vollständige, geprüfte Zahlenwerk zum Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht Hermle dann Ende April).

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