Bearbeitungszentren/Fräsmaschinen Hermle steigert Umsatz zweistellig

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG, Gosheim, hat sich auch im dritten Quartal des laufenden Jahres erfolgreich entwickelt. In den ersten neun Monaten 2012 nahm der Konzernumsatz des Werkzeugmaschinenherstellers gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum insgesamt um 19,1 % auf 212,5 Mio. Euro (Vorjahr: 178,4) zu, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt.

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(Bild: Hermle)

Dabei wuchs das Inlandsgeschäft um 7,8 % auf 95,7 Mio. Euro (Vorjahr: 88,8 Mio. Euro), wie es weiter hießt. Der Auslandsumsatz habe sich sogar um 30,4 % auf 116,8 Mio. Euro vergrößert (Vorjahr: 89,6 Mio. Euro). Die Exportquote stieg im Neun-Monats-Vergleich von 50,2 % auf 55,0 %.

Auftragseingang bei Hermle zeigt erste Schwächen

Im Zuge der Geschäftsausweitung erhöhte sich im bisherigen Jahresverlauf auch das Ergebnis des Hermle-Konzerns spürbar, wie das Unternehmen ohne Angaben konkreterer Zahlen berichtet. Die Finanz- und Vermögenslage habe sich ebenfalls verbessert: Die Eigenkapitalquote stieg laut Mitteilung zum 30. September 2012 im Vergleich zum Vorjahresstichtag von circa 66 % auf rund 69 %.

Nach den extrem hohen Zuwächsen im Vorjahr habe sich die Auftragslage 2012 normalisiert. In den ersten drei Quartalen gingen bei Hermle konzernweit neue Bestellungen im Wert von 241,9 Mio. Euro ein, wie der Werkzeugmaschinenbauer berichtet. Damit hätten sie um 4,5 % unter dem vergleichbaren 2011er-Volumen (Vorjahr: 253,3 Mio. Euro) gelegen, aber weiterhin deutlich über dem Umsatz des Berichtszeitraums.

Der inländische Auftragseingang verringerte sich den Angaben zufolge von Januar bis September um 15,0 % auf 101,8 Mio. Euro (Vorjahr: 119,8 Mio. Euro). Aus dem Ausland seien mit 140,1 Mio. Euro dagegen 4,9 % mehr neue Orders gekommen (Vorjahr: 133,5 Mio. Euro). Am 30. September 2012 habe Hermle über einen Auftragsbestand von 112,9 Mio. Euro verfügt nach 83,6 Mio. Euro zum Jahresende 2011.

Hermle setzt weiterhin stark auf eigene Ausbildung

Hermle beschäftigte am Stichtag konzernweit 926 Mitarbeiter, 35 mehr als zum Jahreswechsel (31. Dezember 2011: 891), wie es heißt. Neueinstellungen habe es unter anderem zur Verstärkung der Servicekapazitäten in Deutschland und an verschiedenen ausländischen Standorten gegeben. Außerdem machten sich die Übernahme von Auszubildenden mit erfolgreichem Abschluss und die Neubesetzung der entsprechenden freigewordenen Ausbildungsplätze bemerkbar. Ende September 2012 erlernten 94 junge Menschen einen Beruf am Firmensitz in Gosheim (31. Dezember 2011: 97), das seien mehr als 13 % der dortigen Belegschaft.

In den ersten neun Monaten 2012 beliefen sich die Investitionen bei Hermle konzernweit auf rund 3 Mio. Euro nach etwa 11 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum, als das Unternehmen ein neues Lager- und Logistikzentrum errichtet hatte. In der Berichtsperiode lagen die Schwerpunkte laut Mitteilung unter anderem auf der Optimierung verschiedener Fertigungsbereiche, der Konstruktions-IT sowie dem Service-Fuhrpark.

Neues Hermle-Bearbeitungszentrum C 400 basic kommt gut an

Auf der internationalen Metallbearbeitungs-Messe AMB im September in Stuttgart präsentierte Hermle dem Fachpublikum mit der C 400 basic ein Maschinenmodell, das sich an das Einstiegssegment in aufstrebenden Märkten richte. Das Bearbeitungszentrum sei auf großes Interesse gestoßen, und Hermle habe bereits erste Bestellungen dafür erhalten.

Im Oktober setzte sich der Trend des bisherigen Jahresverlaufs mit einer anhaltend guten Umsatzentwicklung und einer Abschwächung des Auftragseingangs fort, wie der Werkzeugmaschinenhersteller mitteilt. Die zunehmenden Konjunkturrisiken machten sich inzwischen auch in den Abnehmerbranchen von Hermle bemerkbar, beispielsweise in der Automobilindustrie.

Hermle schließe entsprechende Auswirkungen auf das eigene Geschäft im Verlauf des kommenden Jahres nicht aus. Im Gesamtjahr 2012 geht das Unternehmen auf Basis des hohen Auftragsbestands dagegen davon aus, den Konzernumsatz auf rund 300 Mio. Euro steigern zu können und das Ergebnis entsprechend zu verbessern. 2011 hatte Hermle einen Konzernumsatz von 269,3 Mio. Euro und ein Betriebsergebnis von 55,5 Mio. Euro erzielt.

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