Hochdruckgasleitungen
Mit Hochdruck in die Wasserstoff-Ära

Ein Gastbeitrag von Ursula Herrling-Tusch* 8 min Lesedauer

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Der griechische Rohrhersteller Corinth Pipeworks S.A. (CPW) und Europas größtes Grobblechwalzwerk Dillinger mit Stammsitz im Saarland treiben als Pioniere den Bau von Hochdruckgasleitungen für bis zu hundertprozentig reinem Wasserstoff voran.

Der Konverter bei Dillinger wird mit Roheisen befüllt.(Bild:  Dillinger)
Der Konverter bei Dillinger wird mit Roheisen befüllt.
(Bild: Dillinger)

Wasserstoff gilt als der Energieträger der Zukunft: vielseitig einsetzbar, aus erneuerbaren Energien herstellbar sowie hocheffizient als Brennstoff und zur Energiespeicherung. Seiner Schlüsselrolle zur Dekarbonisierung der Industrie und damit zur Energiewende trägt die Europäische Union mit der Wasserstoffstrategie Rechnung. Ziel dieser Strategie ist es, bis zum Jahr 2030 eine europäische Eigenproduktion von rund zehn Millionen Tonnen grünem Wasserstoff zu erreichen sowie weitere zehn Millionen Tonnen zu importieren. Voraussetzung dafür ist auch die Verfügbarkeit der entsprechenden Infrastruktur in Form eines europaweiten Wasserstoff- Transportnetzes. Dieser European Hydrogen Backbone (EHB) soll zu rund 70 Prozent durch Umrüstung bestehender Erdgasleitungen und zu 30 Prozent aus Neubau von Wasserstoffleitungen entstehen. Der griechische Rohrhersteller Corinth Pipeworks S.A. (CPW) und Europas größtes Grobblechwalzwerk Dillinger mit Stammsitz im Saarland treiben als Pioniere den Bau von Hochdruckgasleitungen für bis zu hundertprozentig reinem Wasserstoff voran. Beispielhaft dafür steht ihre erfolgreiche Zusammenarbeit bei den ersten für reinen Wasserstoff zertifizierten Leitungen Europas in Polen und Italien.

Corinth Pipeworks ist ein führender Tier-1-Lieferant für Stahlrohre, die den höchsten Standards der Öl- und Gasindustrie entsprechen und das weltweit. Mehr als 90 Prozent der Projekte betreffen Gastransportleitungen für Erdgas, Wasserstoff und Carbon Capture and Storage-Technologien. Eine führende Rolle in Forschung und Entwicklung für Rohrleitungen im Energiesektor rundet das Portfolio ab. Dabei setzt das Unternehmen mit Sitz in Thisvi (Theben) nahe der namensgebenden Stadt Korinth auf das Prinzip von One-Stop-Shopping. So liefert es alle geschweißten Produkte für Wasserstoffleitungen aus einer Hand – von der Fertigung über die Zertifizierung im eigenen hochmodernen Wasserstofflabor bis zur Auslieferung. 1969 in Korinth gegründet, eröffnete das Unternehmen im Jahr 2000 in Thisvi seine neue Produktionsstätte mit exklusivem 130.000 Quadratmeter davon überdacht, sind zehn Produktionsbetriebe untergebracht: darunter vier Rohrwerke, die Rohre von 2,5 bis 100 Zoll Durchmesser herstellen, zwei Werke für Rohraußenbeschichtung, ein weiteres für Rohrinnenbeschichtung, eine Betonbeschichtungsanlage sowie eine Doppelverbindungsanlage für Rohrleitungen. Die jährliche Produktionskapazität beträgt bis zu einer Million Tonnen. Seit 2016 gehört das Unternehmen zur Cenergy Holdings SA. Die Aktien-Gesellschaft der Dillinger Hüttenwerke (Dillinger) ist weltweit führend in der Herstellung von hochwertigen Grobblechen. Diese Hightech-Bleche finden Einsatz in technisch anspruchsvollen Projekten der Bereiche Stahlbau, Off- und Onshore, Windkraft, Linepipe, Druckbehälter- und Maschinenbau. Von der Roheisen- und Stahlerzeugung, über zwei Walzwerke bis hin zu Handels-, Brennschneid- und Anarbeitungsbetrieben bietet Dillinger ebenfalls alles aus einer Hand. Corinth Pipeworks und Dillinger verbindet eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit.