Verpackungs-Roboter Hochgeschwindigkeitsroboter sorgen für sicheres Verpacken von Würstchen
Auch die Lebensmittelbranche setzt verstärkt auf Automatisierung. Beim Verpacken von Salamiwürstchen ermöglicht ein Hochgeschwindigkeitsroboter eine Taktrate von 150 Stück pro Minute.
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Wenn es um anspruchsvolle Verpackungsprozesse geht, gilt Robomotion als eine erste Adresse und sorgt mit Hochgeschwindigkeitsrobotern für hohe Taktraten an den Verpackungsstationen. Die im Auftrag von Unilever konstruierten Greifer nehmen Salamiwürstchen mit hoher Geschwindigkeit vom Zuführband auf und platzieren pro Minute 150 Stück auf der Verpackungsfolie. Auch was die Hygiene betrifft, sind die automatisierten Anlagen Handarbeitsplätzen und herkömmlichen Verpackungsstraßen überlegen.
Roboter müssen Würstchen im Griff haben
Für den Konsumenten sind Würstchen eine simple Sache: Es kommt in erster Linie auf den Geschmack an. Aus der Sicht eines Roboters sieht das ganz anders aus. Der Geschmack ist ihm einerlei, dafür interessiert ihn die äußere Beschaffenheit umso mehr. Roboter im Verpackungsbetrieb müssen bezüglich der Formen und Größen der Würstchen alles sicher im Griff haben, obwohl die Wurstpelle eine sehr schwierig zu handhabende Oberfläche ist.
Die von Robomotion entwickelte Hochgeschwindigkeits-Roboteranlage mit ihren speziellen Greiflösungen zeichnet sich in der Lebensmittelindustrie durch Zuverlässigkeit bei hohen Taktraten aus. Die Lebensmittelindustrie ist für Roboter noch ein ziemlich neuer Markt und dabei kein einfacher, denn viele Produkte wie Würstchen, Bonbons oder Schokoladenriegel variieren in Qualität und Abmessung. Hinzu kommen sehr hohe Hygienestandards.
Robotertechnik-Dienstleister entwickelt komplette Verpackungsanlagen
Mit mittlerweile acht Mitarbeitern und einem gut ausgestatteten Roboterlabor ist Robomotion bestens aufgestellt, um seine Position als Dienstleister für Hochgeschwindigkeitsanwendungen in der Robotertechnik weiter zu festigen. Vom Greifarm bis zur kompletten Produktionsstraße bietet man sämtliche Entwicklungsdienstleistungen für anspruchsvolle, automatische Verpackungsprozesse an. Für die Kunden aus mittelständischen Maschinenbauunternehmen und internationalen Konzernen plant man die Roboteranlagen nicht nur, sondern verantwortet auch Fertigung und Inbetriebnahme sowie die Softwareprogrammierung.
In einem Produktionswerk von Unilever beispielsweise verarbeiten rund 500 Mitarbeiter täglich 60 t Rohfleisch. Das gewürzte Brät wird zu den bekannten Bifi-Würstchen verarbeitet, die per Förderband eine Räucheranlage durchlaufen und zum Schluss zur Verpackungsstation gelangen. Dort werden sie mit einer von Robomotion konzipierten Anlage vom Zuführband genommen, auf das vorbereitete Verpackungsmaterial aufgelegt und in die für sie typische Folie eingeschweißt.
Bis 2006 wurden die Würstchen noch von Hand in die Tiefziehmaschine eingelegt. Je nach Auslastung waren damit vier bis sechs Mitarbeiter beschäftigt, die im Zweischichtbetrieb an bis zu sieben Tagen in der Woche arbeiteten.
Handhabugnsroboter legen Wurstsorten in verschiedene Tiefziehfolien
Heute nehmen Handhabungsroboter vom Typ IRB 340 Flexpicker sechs Wurstsorten mit einem Mehrfachgreifer vom Band und legen sie direkt in die verschiedenen Tiefziehfolien ein. Eine Studie, die Robomotion gemeinsam mit dem Greiftechnik-Spezialisten Schunk aus Lauffen am Neckar durchführte, erbrachte den Nachweis, dass mit mechanischen Greiflösungen nicht nur die geforderten Taktzeiten erreicht werden, sondern auch die Prozesssicherheit verbessert werden kann.
Auch die verschärften lebensmittelrechtlichen Hygienevorschriften werden eingehalten. Roboteranlagen sind Handarbeitsplätzen und herkömmlichen Verpackungsstraßen überlegen, weil die automatische Reinigung der Greifer in den Ablauf integriert werden kann.
Zu verpackende Teile kommen als Schüttgut auf das Band
Die Flexpicker-Roboter mit Stabkinematik können grundsätzlich überall eingesetzt werden, wo anspruchsvolle Verpackungsprozesse gefragt sind. Besonders interessant ist das bei Verpackungsarbeiten, die aufgrund schneller und komplexer Montage- und Bestückungsprozesse bislang nur manuell zu bewältigen waren. Weil die zu verpackenden Teile nicht vorgeordnet oder magaziniert sein müssen, können sie als Schüttgut auf das Band gebracht und dort mit hoher Geschwindigkeit abgegriffen werden.
Zusammen mit der hohen Flexibilität, die durch die Kombination aus Bildverarbeitung, schneller Kinematik und Winkelgreifern die Umstellung auf andere Teile oder Abmessungen in kürzester Zeit ermöglicht, entstehen bezüglich der Wirtschaftlichkeit ganz neue Perspektiven.
Die größte Herausforderung für Robomotion ist und bleibt die Lebensmittelbranche. Der Blick dafür, wo Probleme bei Naturprodukten auftreten können, ist dabei ebenso unerlässlich wie die hygienegerechte Gestaltung der Prozesse. Weil die Lebensmittelindustrie nicht umhin können wird, ihre Produktion weiter zu industrialisieren, rechnet sich das Unternehmen beste Wachstumschancen aus.
Dr.-Ing. Andreas Wolf ist Geschäftsführer der Robomotion GmbH in 70565 Stuttgart.
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