Anbieter zum Thema
Bild 1 (siehe Bildergalerie) zeigt Untersuchungsergebnisse zum Flachschleifen des Kaltarbeitsstahles X210Cr12 (nach DIN EN ISO 4957, Werkstoffnummer 1.2080) unter Verwendung von Schleiföl und einer keramisch gebundenen CBN-Schleifscheibe. Die Werkstoffhärte liegt im Mittel bei etwa 63 HRC.
Die zylindrische Schleifscheibe verfügt über eine mittlere Korngröße nach FEPA von B126 und eine Breite von bS = 10 mm. Variiert wurden die Zustellung ae und die Eingriffsbreite ap (aktive Schleifscheibenbreite).
Bei Steigerung der Schleifleistung nehmen die Prozesskräfte rapide zu
Die gezeigten Ergebnisse der Versuchsreihen spiegeln den Verlauf der Prozesskraftkomponenten Fn und Ft in Abhängigkeit vom eingestellten Zeitspanvolumen Qw wider. Es wird ersichtlich, dass die Prozesskraftkomponenten bei Steigerung der Zerspanleistung rapide zunehmen, wobei der Anteil und die Steigung der Normalkraft gegenüber der Tangentialkraft höher ausfallen.
Die Ergebnisse zeigen keine Unterschiede hinsichtlich der gewählten Kombination aus Zustellung ae und Eingriffsbreite ap. Diese stehen in proportionalem Verhältnis zum Zeitspanvolumen mit Qw = ap• ae• vw, wobei vw die Tisch- beziehungsweise Werkstückvorschubgeschwindigkeit bezeichnet.
Bei einem maximal eingestellten Wert des Zeitspanvolumens von Qw = 8 mm³/s liegt die Tangentialkraft bei Ft = 32 N und die Normalkraft bereits bei Fn = 232 N. Obwohl das maximale bezogene Zeitspanvolumen (und damit die Belastung des Werkzeugs) mit Q‘w = 1 mm³/mm•s nur sehr gering ist, zeigt die Normalkraft einen zunehmend degressiven Verlauf. Dies weist auf eine deformationsbedingte Verschiebung zwischen Schleifscheibe und Werkstück aufgrund der Krafteinwirkung in Verbindung mit dem Nachgiebigkeitsverhalten des Maschinensystems hin. In dieser Hinsicht wird deutlich, dass sich hohe Kräfte negativ auf die erreichbare Genauigkeit des Arbeitsergebnisses und die Leistungsfähigkeit des Prozesses auswirken.
Große Kornüberstände bedingen eine immanent hohe Rauheit
Zur Gewährleistung eines geringen Kraftniveaus wird generell der Einsatz von Schleifscheiben mit einer aktiven Breite von maximal ap ≤ 5 mm empfohlen [1]. Zur Steigerung der erzielbaren Zerspanleistung kann neben dem Tiefschleifen auch das Hochleistungsflachschleifen (englisch: HEDG = high efficiency deep grinding) angewendet werden. Dabei wird eine günstige Ausnutzung der Zerspanfähigkeit des Schleifwerkzeuges in Verbindung mit hohen Schleifscheiben-Umfangsgeschwindigkeiten erreicht [2].
(ID:24438320)