Röders HSC-Bearbeitungszentren prozesssicher automatisieren

Redakteur: Bernhard Kuttkat

Voraussetzung für eine Automation von HSC-Bearbeitungszentren im Werkzeug- und Formenbau seinen prozesssichere Maschinen und standardisierte Abläufe. Zu dieser Fesstellung kommt Jürgen Röders, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens in Soltau, in einem Gespräch mit MM Maschinenmarkt anlässlich der Metav 2008 in Düsseldorf.

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MM: Herr Röders, Werkzeug- und Formenbauer stehen nach wie vor unter enormem Wettbewerbsdruck. Inwieweit nutzen die Unternehmen die Automation zur Wettbewerbssteigerung?

Röders: Die Automation gewinnt zunehmend an Bedeutung im Werkzeug- und Formenbau. Voraussetzung sind allerdings wirklich verlässliche Prozesse in den zu automatisierenden Maschinen. Sonst stehen weiterhin Mitarbeiter neben den automatisierten Maschinen und überwachen, ob die Bearbeitung fehler- und störungsfrei abläuft. Das ist auch der Grund, warum die Automation zuerst für EDM-Maschinen eingesetzt wurde. Dort ist eine sehr hohe Prozesssicherheit schon lange erreicht. Bei der HSC-Bearbeitung dagegen ist es erheblich schwieriger, ein ausreichend hohes Niveau bei der Verlässlichkeit zu erreichen.

Die Maschinen werden erheblich stärker beansprucht. Wandernde Nullpunkte, Wärmegang der Spindel, Ungenauigkeiten bei der Werkzeugvermessung und andere Einflüsse sind nur einige der Probleme, die bei vielen Maschinen zu starken Einschränkungen einer effizienten Automation führen. Wir haben deshalb in der Entwicklung der Maschinen einen besonderen Schwerpunkt auf optimale Voraussetzungen für verlässliche Automation in den Maschinen gesetzt. Dazu gehören auch eine sehr sorgfältige Temperierung aller Maschinenelemente mit einer Kühlwassertoleranz von ±0,1°C, die Reinigung der Fräswerkzeuge mit einem Öl und Schmutz lösenden Mittel vor der Vermessung, umfangreiche Protokolle während der Bearbeitung, die bei Problemen schnell die Ursache erkennen lassen, auch über Fernwartung direkt durch Röders-Servicetechniker.

MM: Welche Automatisierungslösungen dominieren in der Branche?

Röders: Diese Frage lässt sich schwer beantworten. Es gibt bei der Automation eine recht große Vielfalt, bedingt durch die sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Fertigung bei den einzelnen Betrieben. Natürlich ist eine möglichst weit gehende Standardisierung der Abläufe und Verfahren die Voraussetzung für Automation. Aber durch unterschiedliche Werkstückgrößen und Geometrien werden dieser häufig Grenzen gesetzt. Aus Sicht von Röders ist es daher wichtig, den Kunden ein gewisses Spektrum an Automationslösungen anbieten zu können, um möglichst angepasste Lösungen und damit auch wirkliche Kostensenkungen zu erzielen.

MM: Ihr Unternehmen hat maßgeblich die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung im Werkzeug- und Formenbau vorangetrieben. Wo sehen Sie in dieser Hinsicht noch Entwicklungspotenzial?

Röders: Trotz einer schnellen Entwicklung in den vergangenen Jahren sehen wir bei Röders immer noch Potenziale bei erreichbaren Genauigkeiten und Bearbeitungszeiten. Außerdem gibt es einen Trend, möglichst viele Arbeitsgänge in einer Maschine zusammenzufassen, wie wir das bei der Kombination Koordinatenschleifen und HSC-Fräsen realisiert haben.

MM: Welche Schwerpunkte setzt Ihr Unternehmen auf der Metav?

Röders: Außer den bei den vorherigen Fragen bereits erwähnten Schwerpunkten ist die HSC-Bearbeitung auch größerer Werkstücke mit trotzdem hoher Dynamik ein wichtiges Thema. Dazu stellen wir auch unsere neue RXP1200 mit einem Verfahrbereich von 1200 mm × 1000 mm × 500 mm aus. Die Maschine wiegt insgesamt 26 t und kann mit Spindeln HSK 50 E oder HSK 63 F betrieben werden, letztere immer noch mit Drehzahlen bis 30 000 min–1, so dass bei erhöhter Steifigkeit eine echte HSC-Bearbeitung möglich ist.

Röders GmbH auf der Metav 2008: Halle 16, Stand A34

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