Hydraulikzylinder

Hydraulik-Kolben im Gleichschritt

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Chaosschaltung für das Anheben von unebenen Teilen einsetzen

Die Bauform des LGM ist abhängig von der Anzahl der Dosierkolbenflächen. Beim LGM 2-fach und 3-fach sind die Dosierkolbenräume hintereinander angeordnet (Reihenanordnung), während sie beim LGM 4-fach nebeneinander lieben (Parallelanordnung). Ab 4-fach sind die Dosierkolbenräume eine Kombination aus Reihen- und Parallelanordnung.

Da der Weg oder Hub der Dosierkolben für alle gleich ist und auch die Dosiervolumen identisch sind, sind auch die Dosierkolbenoberflächen gleich. Die Summe der Dosierkolbenflächen entspricht der Hauptkolbenfläche.

Bei gleichem Druck auf Dosier- und Hauptkolbenfläche bewegen sich die Kolben nicht (wichtig für Chaosschaltung). Bei der Chaosschaltung bewegen sich die Zylinder abhängig von ständig wechselnden momentanen Reibwiderständen. Für einige Funktionen, wie Anfahren der Endlage, ist diese Schaltung erforderlich. Für das Anheben von unebenen Teilen kann die Chaosschaltung eingesetzt werden, um die Zylinder zur gleichmäßigen Anlage zu bringen und anschließend das Teil im Synchronlauf zu heben. Das gleiche Prinzip kann auch zum Anheben von Lasten durch mehrere nicht exakt gleich lange Seilen angewendet werden. Die Seile werden in Chaosschaltung gespannt, dann wird die Last im Synchronlauf angehoben.

Dosierkolben wird hydraulisch oder mit Gewindespindel angetrieben

In der Regel werden die Dosierkolben hydraulisch angetrieben. Grundsätzlich kann der Hauptkolben aber auch mit einer Gewindespindel bewegt werden. Die Arbeitszylinder sind doppeltwirkend und die Ringräume der Arbeitszylinder sind wie die Kolbenräume mit dem LGM verbunden. Beim Ausfahren der Arbeitszylinder fließt das Druckmittel aus den Ringkammern gemeinsam in die Kammer, die bei der Bewegung des Hauptkolbens entsteht. Die Gewindespindel kann über ein Handrad oder motorisch angetrieben werden. Das System ist mit einem Speicher verbunden, der das Heben der Last unterstützt, das Senken der Last bremst und geringe Volumenunterschiede ausgleicht.

Bei unterschiedlichen Kräften am Arbeitszylinder entstehen auch unterschiedliche Drücke in den Dosierkammern. Flüssigkeiten sind kompressibel, wenn auch weniger als Gase. Unterschiedliche Drücke in den Dosierkammern verursachen also Kompressionsfehler. Die Kompressionsvolumen sind klein, für Präzisionsgleichlauf ist der Fehler ohne Ausgleich groß. Deshalb möchte man die Kompressionsfehler kompensieren. Könnte man den Kompressionsfehler um 90 % reduzieren, dann wären das 0,02 mm. Dieses Problem soll in zukünftigen Entwicklungen gelöst werden. MM

* Ing. grad. Eduard Lemacher ist Leiter der Abteilung Entwicklung bei der Lemacher Hydraulik in 65510 Idstein

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