Blechbearbeitung Hydraulische Feinschneidpresse erhöht den Teile-Ausstoß

Autor / Redakteur: Martin Kunz / Rüdiger Kroh

Ein nahezu doppelt so langer Werkzeugtisch ist das Hauptmerkmal einer neuen Feinschneidpresse. Dies ermöglicht eine größere Anzahl Teile pro Hub und damit einen doppelt so hohen Ausstoß im Vergleich zu einer Standardpresse. Mit den zum Einsatz kommenden modularen Werkzeugen können durch Wechseln einzelner Module verschiedene Teilevarianten mit einem Werkzeug hergestellt werden.

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Eine beträchtliche Reduktion der Stückkosten erlaubt eine neue Feinschneidpresse, die Feintool Fineblanking Technology in enger Zusammenarbeit mit langjährigen Kunden entwickelt hat. Das flexible Pressenkonzept eröffnet neue Möglichkeiten für die Werkzeugkonstruktion und vergrößert damit das Anwendungsspektrum der Feinschneidtechnik. Die Feinschneidpresse HFA-plus LT wurde von Anfang an so ausgelegt, dass sie für ein breites Anwendungsspektrum eingesetzt werden kann. Um sicherzustellen, dass die angestrebte Applikationsbreite den Praxisanforderungen entspricht, wurde während der gesamten Entwicklungsphase ein enger Kontakt mit den Feinschneidkunden gepflegt.

In der Grundkonzeption entspricht die Presse der HFA-plus-Baureihe, einer dreifach wirkenden Feinschneid- und Umformpresse. Das Hauptmerkmal der neuen Feinschneidpressen ist ein nahezu doppelt so langer Werkzeugtisch. Dies ermöglicht eine größere Anzahl Teile pro Hub und eine größere Anzahl von Schnittfolgen pro Werkzeug. Damit können die Produktionskosten pro Teil gesenkt werden und das Anwendungsspektrum der Feinschneidtechnik wird erweitert.

Der Werkzeugeinbauraum wurde so konzipiert, dass je nach Kundenanforderung unterschiedliche Grundkonfigurationen möglich sind, welche in sich wiederum eine große Flexibilität bieten. Entscheidend sind die um ein Vielfaches größeren hydraulisch aktiven Flächen der Ringzacken und Gegenhalterkräfte. Dies eröffnet der Werkzeugkonstruktion deutlich mehr Flexibilität.

Viele Baugruppen der HFA-plus-Pressen stecken auch in der HFA-plus LT

Um von der ersten Maschine an ein zuverlässiges System zu garantieren, werden in der HFA-plus LT viele Baugruppen der HFA-plus-Pressen verwendet. Damit lassen sich auch die hohen Hubzahlen erreichen. Für das Bedien- und Wartungspersonal fügt sich die neue Presse nahtlos in die bestehende Maschinenreihe ein und ermöglicht damit eine schnelle und problemlose Einführung. Bei allen Varianten können die bestehenden Werkzeuge verwendet werden, was für die Produktion zusätzliche Planungsfreiheit bietet und damit auch wirtschaftlich ein wichtiger Faktor ist. Es können sowohl bestehende Werkzeuge – mit Komplettschnitt oder Folgeverbundwerkzeuge – als auch modulare Werkzeuge eingesetzt werden.

Sensibilität der Werkzeugsicherung nicht beeinträchtigt.

Durch den doppelt so langen Werkzeugtisch müssen entsprechend höhere außermittige Momente aufgenommen werden. Mehrere Innovationen im Bereich vom Ringzacken und Gegenhalterkonzept erlauben wesentlich höhere Belastungen als bei den herkömmlichen Pressen. Die Sensibilität der Werkzeugsicherung ist trotz der erheblich größeren Dimensionen nicht beeinträchtigt. Die LT-Presse ist dennoch ein Feinschneidsystem mit ausgeprägtem Feingespür. Sie ist mit vier unterschiedlichen Gesamtkräften von 4500 bis 11 000 kN erhältlich.

In der Werkzeugtechnik ergeben sich grundsätzlich folgende drei Vorteile:

– Steigerung der Produktivität,

– neue Gestaltungsmöglichkeiten der Werkzeuge,

– niedrigere Teilekosten.

Der offensichtlichste Vorteil der größeren Werkzeugdimensionen liegt in der höheren Anzahl gefertigter Teile pro Hub. Weil die LT-Pressen die gleiche Hubleistung haben wie die Standardpressen, wird der Ausstoß entsprechend vervielfacht. Der zusätzliche Platz ergibt einen größeren Spielraum für die Optimierung der Teileanordnung, womit direkt Materialkosten eingespart werden.

Bearbeitungsstufen mit komplexen Operationen entflechten

In vielen Fällen ist die heute übliche Verschachtelung von mehreren Operationen in eine Bearbeitungsstufe lediglich eine Tugend aus der Not, weil die maximalen Werkzeugdimensionen durch den Einbauraum der Presse beschränkt sind. Der längere Werkzeugtisch der HFA-plus LT erlaubt es nun, Bearbeitungsstufen mit komplexen Operationen zu entflechten und auf mehrere Stufen zu verteilen. Dies vereinfacht die Werkzeugkonstruktion, die Herstellung sowie den Unterhalt und senkt die Kosten in allen drei Bereichen. Ebenso werden die Störungsanfälligkeit reduziert und die Standzeiten erhöht.

Im spezifischen Anwendungsfall liegt dort ein großes Potenzial, das dem Teilehersteller entscheidende preisliche und technische Vorteile bringt.

Die folgende Zusammenstellung zeigt die wichtigsten Vorteile von modularen Werkzeugen:

– Durch das Wechseln von einzelnen Modulen können verschiedene Teilevarianten mit einem Werkzeug hergestellt werden.

– Zur Störungsbehebung muss nur das betroffene Modul ausgebaut werden.

– Viele Teile werden kleiner, womit die Werkzeugherstellung vereinfacht wird.

– Durch die kleineren Dimensionen wird die Werkzeugwartung vereinfacht.

– Durch die Erhöhung der Anzahl von Teilen pro Schnitt und verschiedene Maßnahmen im Werkzeug wird ein doppelt so hoher Ausstoß im Vergleich zu einer Standardpresse erreicht. Mit einer Kostenkalkulation lässt sich zeigen, dass mit der neuen Maschinen- und Werkzeugtechnik die Teilekosten um etwa 20% reduziert werden können.

Martin Kunz ist Manager Produktmarketing bei der Feintool Technologie AG, CH-3250 Lyss, Tel. (00 41-32) 3 87-51 11, Fax (00 41-32) 3 87-57 80, martin.kunz@feintool.com

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