Es geht abwärts Ifo-Institut meldet Wirtschaft im Sinkflug

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August weiter verschlechtert. Das Ifo-Geschäftsklima fiel um 0,4 Punkte auf 86,6 Zähler, wie die dpa erfahren hat.

Die Experten des Ifo-Instituts haben rund 9.000 Unternehmen mit Blick auf die wirtschaftliche Lage befragt. Das Ergebnis ist ernüchternd ...(Bild:  Valentyna - stock.adobe.com)
Die Experten des Ifo-Instituts haben rund 9.000 Unternehmen mit Blick auf die wirtschaftliche Lage befragt. Das Ergebnis ist ernüchternd ...
(Bild: Valentyna - stock.adobe.com)

Die Ifo-Analyse offenbart demnach den dritten Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers in Folge und gleichzeitig den tiefsten Stand seit Februar. Volkswirte waren aber im Schnitt sogar von einem stärkeren Dämpfer auf 86 Punkte ausgegangen. Die rund 9.000 vom Ifo-Institut befragten Unternehmen bewerteten die Aussichten auf ihre künftigen Geschäfte dennoch erneut schlechter. Auch die Beurteilung der aktuellen Lage fiel schwächer aus als im Monat zuvor.

Schlechte Laune im verarbeitenden Gewerbe

„Die Laune der Unternehmen ist im Sinkflug", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Daten. Die Unternehmen klagten etwa erneut über rückläufige Auftragsbestände. Vor allem was die Investitionsgüterhersteller angehe, seien diese in einer prekären Lage. Die deutsche Wirtschaft gerät zunehmend in die Krise, kommentierte Fuest. Im verarbeitenden Gewerbe seien die Unternehmen deutlich unzufriedener mit den laufenden Geschäften. Im Bereich Dienstleistungen verschlechterte sich die Stimmung ebenfalls, wohingegen das Geschäftsklima im Bereich Handel nach zwei Rückgängen in Folge leicht stieg. Im Bauhauptgewerbe gab es keine Veränderung.

Die Weltwirtschaft blickt auf unsichere Zeiten

Ein Analyst von der Landesbank Baden-Württemberg wies darauf hin, dass der Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas insgesamt geringer ausgefallen sei als im Vormonat, vor allem bei der Erwartungskomponente. Dennoch gebe es nicht allzu viele Gründe für Zuversicht. Die Weltwirtschaft läuft nach seinen Worten holprig. Von der Geopolitik drohen weiterhin Risiken und der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl lauert als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Einen Hoffnungsschimmer für die deutsche Wirtschaft erkenne man bei der VP Bank, allerdings auch nur, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen senken werde.

Hoffnung auf zweite Leitzinssenkung

Nachdem die EZB die Zinsen im Juni erstmals nach der großen Inflationswelle gesenkt hatte, wird am Markt im September der zweite Zinsschritt erwartet. Geringere Finanzierungskosten könnten der angeschlagenen Bauwirtschaft helfen. Und kommt die Bauwirtschaft in Fahrt, kann davon auch das verarbeitende Gewerbe profitieren, wie die VP-Bank-Experten glauben. Der Anleihe- und der Aktienmarkt reagiere unterm Strich kaum auf die Ifo-Daten. So, merkt man an, wurden die Erwartungen für eine Zinssenkung untermauert.

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