Gegenvorschlag! IG Metall stellt Alternative für harte Sparmaßnahmen bei VW vor

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Im Ringen um Einschnitte bei VW planen IG Metall und Betriebsrat einen Gegenentwurf zu den vom Konzern geplanten harten Einschnitten, so die dpa.

Die IG Metall und vor allem die VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo werfen dem Automobilkonzern lähmende Dokumentationsforderungen und blindes Sparen vor. Ein Masterplan enthält folgende Punkte, die Werksschließungen et cetera vermeiden könnten ...(Bild:  Volkswagen)
Die IG Metall und vor allem die VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo werfen dem Automobilkonzern lähmende Dokumentationsforderungen und blindes Sparen vor. Ein Masterplan enthält folgende Punkte, die Werksschließungen et cetera vermeiden könnten ...
(Bild: Volkswagen)

Einen Tag vor der dritten Tarifrunde in Wolfsburg definiert man heute die Eckpunkte eines eigenen Gesamtkonzepts für die Zukunft des Autobauers Volkswagen. Diese sollen auch gleich vorgestellt werden, wie Gewerkschaft und Betriebsrat ankündigen. Die Betriebsratschefin Daniela Cavallo und der IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger wollen dabei ihre Ideen für die Gesundung des angeschlagenen Automobilkonzerns darlegen. Der Hintergrund ist, dass seitdem die Sparpläne von VW Anfang September bekannt wurden, Cavallo und Gröger den Konzern mehrfach aufgefordert hatten, eine konkrete Gesamtkonzeption für die Zukunft aller Standorte vorzulegen. Denn man sehe sehr viele Stellschrauben, an denen man drehen könne, um die Kosten zu senken, ohne gleich ganze Standorte ins Aus zu treiben. Bisher sei der Konzern ein solches Zielbild aber schuldig geblieben. Jetzt will Cavallo zusammen mit der Gewerkschaft einfach selbst ein alternatives Konzept vorlegen. Dass Volkswagen vor großen Herausforderungen steht, will keiner der beiden leugnen. Und die Gewerkschaft will dabei ein Teil der einer echten, nachhaltigen Lösung für die Probleme sein. Schließlich habe niemand mehr Interesse daran, dass das Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt ist, als die Beschäftigten selbst. Das Ziel ist es demnach, Standorte, Auslastung und Beschäftigung langfristig abzusichern. Die von VW geforderte Lohnkürzung lehnt die IG Metall aber entschieden ab. Das gilt auch für Werksschließungen und Entlassungen, die im Raum stehen.

Das sind die Kernthesen für den VW-Masterplan

Kernthemen für einen solchen „Masterplan 2025 - 2030 - 2035“ hatte Cavallo bereits Anfang September auf einer Betriebsversammlung skizziert. Dabei gehe es etwa um die Produktsubstanz der Wolfsburger, die sich verbessern müsse. Volkswagen, so Cavallo, war immer dann erfolgreich, wenn man mit starken Produkten die Kundschaft begeisterte. Aktuell aber kommt es immer wieder zur Rücknahme von bereits getroffenen Entscheidungen und zum Verschieben von Produkten und Projekten, kritisiert die VW-Betriebsratsvorsitzende Vor allem fehle dem Konzern ein günstiges Elektroauto-Einstiegsmodell, das aber erst 2026 mit dem ID.2 anlaufen soll. Auch müsse der Konzern technologisch wieder an die Spitze gelangen und die Produkte dann vor allem auch schneller zu den Kunden gebracht werden. Deutliche Sprünge sollten vor allem in den Bereichen Software, termingerechte Anläufe und Kundenakzeptanz gemacht werden. Denn alles, so Cavallo, was am Ende nicht relevant für die Technologieführerschaft Volkswagens ist – und somit nicht kaufentscheidend für die Kundschaft – muss gründlich überdacht werden.

Volkswagen sollte das blinde Sparen beenden

Konkret müsse die Komplexität heruntergefahren werden. Auch die behindernde Regelwut müsse beendet werden. Cavallo spricht dabei von Dokumentationsirrsinn. Und der VW-Konzern müsse Doppelarbeiten der einzelnen Marken abbauen. Man müsse Synergien schaffen und nicht Dinge doppelt und dreifach entwickeln, weil so nur Geld verbrannt werde. Cavallo fordert mit Blick auf die VW-Zukunft deshalb eine Neujustierung des Steuerungsmodells inklusive einer klaren Fokussierung auf die Marke Volkswagen. Die Marke ist und bleibt schließlich der Kern des Konzerns. Mit Blick auf die Finanzen sollten in diesen schwierigen Zeiten auch der Mut aufgebracht werden, selbst in der Krise zu investieren, um den Grundstein für die Innovationen von morgen zu legen. Sie meint etwa neue Modelle im Volumensegment. Denn dadurch ließe sich die Auslastung der Werke verbessern, was die Kosten senke. Cavallo abschließend: „Nur so wird es uns gelingen, gestärkt und nachhaltig erfolgreich wieder aus dieser Situation herauszukommen. Alles andere sei blindes Sparen!“

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