Wieder am Loosen? IG Metall und Siemens klagen unfairen Wettbewerb aus China an

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Die Gewerkschaft IG Metall und Arbeitnehmervertreter von Siemens Energy verlangen mit Blick auf das Solardesaster einen besseren Schutz vor unfairem Wettbewerb aus China im Windanlagenbau, so die dpa.

Weil ein Großprojekt für Windkraftturbinen jetzt an einen chinesischen Zulieferer gegangen ist, weil dieser die Preise aus bekannten Gründen drücken konnte, wehren sich IG Metall und Siemens Energy gegen die unfaire Wettbewerbssituation ...(Bild:  Siemens)
Weil ein Großprojekt für Windkraftturbinen jetzt an einen chinesischen Zulieferer gegangen ist, weil dieser die Preise aus bekannten Gründen drücken konnte, wehren sich IG Metall und Siemens Energy gegen die unfaire Wettbewerbssituation ...
(Bild: Siemens)

Der Anlass für die Forderung nach besserem Schutz vor der staatlich subventionierten China-Konkurrenz in Sachen Windkraft ist ein Vorvertrag für 16 große Turbinen. Dieser ist nämlich nach einer Ausschreibung an den chinesischen Hersteller Ming Yang gegangen. Die gigantischen Windräder mit einem Rotordurchmesser von 260 Metern sollen nach Angaben des Investors Luxcara bis zum Jahr 2028 im Windpark Waterkant vor der Insel Borkum montiert werden. Das Projekt soll Strom für rund 400.000 Haushalte erzeugen. Die Arbeitnehmer warnen aber vor unfairem Wettbewerb. Der zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner, zieht eine Parallele: „Nach der Solarbranche setzen wir eine weitere Zukunftstechnik der Gefahr aus, einem unfairen Wettbewerb zum Opfer zu fallen.“ Das darf nicht passieren! Man dürfe aber auch die Kontrolle über die kritische Infrastruktur nicht aus der Hand geben. Auf dieses Risiko hat auch bereits der europäische Windkraftverband Windeurope aufmerksam gemacht.

Von der Windkraft hängen Hunderttausende Jobs ab

Denn die neuen Windanlagen aus China tragen bis zu 300 Sensoren, die jede Minute Daten zu den Kontrollzentren übermittelten. Diese Daten sollten in Europa oder in sicheren Ländern bleiben, mahnt der Verband. China gehöre nicht dazu. Die chinesischen Unternehmen sind aber in der Lage, die Preise europäischer Hersteller teils um 30 bis 50 Prozent zu unterbieten. Auch gewährten sie problemlos Zahlungsaufschübe von mehreren Jahren. Das sei nur mit der Unterstützung staatlicher Banken möglich. Die Hamburger Gesellschaft Luxcara hat dazu erklärt, dass bei der Ausschreibung auch EU-Vorgaben zur Nachhaltigkeit und zur Cybersicherheit berücksichtigt worden sind. Ming Yang garantiere außerdem, dass die Turbinen vollständig mit erneuerbaren Energien hergestellt werden und relevante Komponenten von europäischen Zulieferern kommen. Die Politik müsse aber zehntausende Jobs schützen, verlangt jedenfalls Horst Hakelberg, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende bei Siemens Gamesa. Europaweit seien nicht weniger als 300.000 Beschäftigte direkt oder indirekt in der Windindustrie tätig. Vor allem dürfe man sich nicht der Möglichkeit berauben, die Energiewende selbstständig umzusetzen. Neue Abhängigkeiten müssten unbedingt vermieden werden.

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