Werkzeugmaschinen In China heißt „Made in Germany“ vor allem Qualität
Die Wohlenberg Werkzeugmaschinen GmbH, Hannover, ist seit einiger Zeit Tochtergesellschaft eines chinesischen Großkonzerns und hat mit Dr.-Ing. Yi Liu einen Chinesen als Geschäftsführer. Im Vorfeld der Messe EMO Hannover 2011 verrät er, worauf es bei Geschäften im Werkzeugmaschinensektor in China ankommt.
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So würden chinesische Kunden beispielsweise viel Wert auf eine gute Geschäftsbeziehung legen und das sowohl zur Geschäftsführung als auch der mittleren Ebene. ,,Zu den persönlichen Beziehungen gehören für Chinesen private Treffen, persönliche Gespräche und vor allem gemeinsames Essen und Trinken'', sagt Dr.-Ing. Yi Liu, Geschäftsführer der Wohlenberg Werkzeugmaschinen GmbH.
Deutsche Maschinen verkaufen sich in China leichter als in Europa
Weiterhin seien Maschinen Made in Germany in China durchaus beliebt. So verkaufen sie sich dort weitaus leichter als in Europa, Amerika oder Indien, wie von Seiten des Unternehmens zu erfahren ist. Im Hintergrund stehe dabei allerdings auch immer das Vertrauen auf beste Qualität:
„Die Chinesen erwarten wegen des guten Rufs allerdings auch sehr hohe Qualität. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz spricht die durchgängig gute Leistung - von der Entwicklung, Konstruktion bis hin zur Endmontage und zum Service'“, fügt Liu an. So müsse mit der höheren Qualität auch der Preisunterschied zu anderen Ländern, wie beispielsweise Italien oder Japan ausgeglichen werden.
Deutsche Markenqualität bei allen Komponenten gefordert
Von Berücksichtigung der Lebenszykluskosten der Maschinen könne in China nur bei großen Unternehmen gesprochen werden. Die Kosten für Betrieb, Wartung und Instandhaltung spielen dagegen bereits bei mittelständischen chinesischen Firmen keine wichtige Rolle mehr, heißt es. Im Gegensatz dazu setze in Deutschland vor allem der Mittelstand auf Nachhaltigkeit.
Insbesondere aber auch bei den einzelnen Komponenten der Werkzeugmaschinen legen chinesische Kunden Wert auf namentliche deutsche Hersteller: ,,Die Einkäufer kennen sich bei den Marken sehr gut aus und sie fragen auch gezielt nach deren Komponenten und Zubehör'', wie von Liu zu erfahren ist. Insgesamt komme nach eigenen Angaben des Unternehmens rund 30% einer Wohlenberg Werkzeugmaschine aus China und 70% aus Europa.
Wohlenberg stellt CNC-Maschinen auf der EMO vor
Vergleichbar mit den Kunden in China sind laut Wohlenberg nur die russischen. Ein Negativ-Beispiel sind für das Unternehmen die indischen Kunden. ,,Die Inder achten noch mehr auf den Kaufpreis als die Europäer, denn sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Sie wollen beim Online-Bieten nicht wissen, woher das Angebot kommt, sondern nur den Preis und die theoretische Erfüllung des Lastenheftes'', sagt Liu.
Präsentieren wolle sich das deutsch-chinesische Unternehmen beispielsweise auf der EMO 2011 in Hannover, wo unter anderem über CNC-Maschinen und über die neu entwickelten Baugruppen der Wohlenberg GmbH informiert werden soll, heißt es seitens des Unternehmens.
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