Bearbeitungszentren In einer Aufspannung fräsen und drehen
Die CNC-Fünf-Achs-Hochleistungs-Bearbeitungszentren C 50 U dynamic und C 42 U dynamic gibt es als MT-Version mit integrierter, vollwertiger Drehbearbeitungsfunktion für die Komplettfertigung. Dabei kann auch bei geschwenktem Tisch gedreht werden.
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Dass eine MT-Maschine (MT steht für Mill/Turn) nicht einfach „ein aufgerüstetes Derivat“ darstellt, versteht sich bei den sehr hohen Qualitätsansprüchen von allein, betont Hermle. Deshalb wurden bei der Entwicklung die Technologie- und die Sicherheitsanforderungen, die für Drehmaschinen gelten (EN 12478), auch für die MT-Versionen berücksichtigt.
Drehen bei jeder Schwenktisch-Lage
Wie erläutert wird, betrifft dies beispielsweise die Einhausung und die Dimensionierung der Verkleidungen. Weil mit den Maschinen auch bei geschwenktem Tisch, also nicht nur in der horizontalen 90°-Lage, alle Drehbearbeitungen durchgeführt werden können (Bilder 1 und 2 – siehe Bildergalerie), wurde auch der obere Verkleidungsbereich inklusive Maschinendach in das Sicherheitskonzept einbezogen.
Grundsätzlich bietet die bekannte modifizierte Gantry-Bauweise ideale Voraussetzungen für die Integration der kombinierten Schwenkachse (A-Achse) mit der Drehtischachse (C-Achse). Auf der A-Achse sitzt nun, anstatt eines einfachen und nur zur Werkstückpositionierung ausgelegten NC-Drehtischs, ein vollwertiger NC-Schwenkrundtisch, der in der C 42 U MT dynamic mit maximal 800 min-1 und bei der größeren C 50 U MT dynamic mit 500 min-1 rotiert.
Bearbeitungszentren ermöglichen Einsatz sehr kurzer Drehwerkzeuge
Über hoch leistungsfähige Torquemotoren für vergleichsweise hohe Drehzahlen optimal angetrieben, können damit laut Hermle anspruchsvolle Drehbearbeitungen und kombinierte Dreh/Fräs-Bearbeitungen in Schrupp- und Schlichtoperationen durchgeführt werden. Die Aufspannfläche beim Drehtisch des C 42 U MT dynamic beträgt 750 mm im Durchmesser und an Tischbelastungen sind nominal 600 kg zulässig. Beim C 50 U MT dynamic sind es 1000 mm Durchmesser und 1000 kg Tischlast.
Der Clou des MT-Konzepts, so Hermle, ist, dass nicht nur in 0°- und 90°-Stellung des NC-Schwenkrundtisches eine Drehbearbeitung durchgeführt werden kann, sondern in jeder beliebigen Zwischenposition. Dadurch können sehr kurze Drehwerkzeuge eingesetzt werden.
Hauptspindel der Bearbeitungszentren beim Drehen arretiert
Die Hauptspindel wird bei Drehoperationen arretiert. Sie ist in HSK-T-Ausführung in den Größen 63 und 100 ausgelegt. Damit es wegen der beim Rotieren/Drehen auftretenden Massenmomente nicht zu Problemen und Beschädigungen kommt, setzt Hermle ein in den Drehtisch integriertes Wuchtsystem ein. So sind auch extrem große und schwere Werkstücke inklusive der Werkstück-Spanntechnik präzise zu wuchten, womit die Betriebssicherheit bis hin zur Enddrehzahl absolut gewährleistet ist.
Des Weiteren gibt es ein neues Werkzeugmess- und Werkzeugbruch-Überwachungssystem, wobei die Fräswerkzeuge per Laser vermessen und die Drehwerkzeuge per 3D-Taster von zwei Seiten mechatronisch abgetastet werden. Die Maschinen können mit Steuerungen von Heidenhain und Siemens ausgerüstet werden.
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