Leichtmetallguss In Schmelzöfen für Aluminiumgießereien steckt noch Optimierungspotenzial

Redakteur: Josef-Martin Kraus

ZPF Therm Maschinenbau, Siegelsbach, arbeitet daran, den Betrieb gasbeheizter Schmelzöfen für Aluminiumgießereien wirtschaftlich zu verbessern. Wissenschaftliche Ansätze dazu liefert das Gießerei-Institut der TU Bergakademie Freiberg.

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Im Visier stehen dabei Energiebilanz und Standzeit feuerfester Werkstoffe. So wird geprüft, wie man den Gasverbrauch und die Stillstandszeiten verringern, gleichzeitig jedoch die Qualität der Schmelze erhöhen kann. Verbesserungspotenzial bieten dabei die Brennertechnik und Wärmestromführung. Theoretisch und praktisch wurden bereits Schmelzverhalten, Infiltration und Strömungsverteilung untersucht – in einem Ofen mit 300 kg/h Schmelzleistung und 700 kg Warmhaltekapazität. Erste Ansätze zeigen, dass eine Energieeinsparung um 15% möglich ist.

Der Blick auf den Gaszähler reicht nicht

Chargiermethode, Reinigungsintervalle, Abbrandverlust – alles Einflussfaktoren, die jeden Gießereibetreiber interessieren sollten, es jedoch nicht immer tun. Es bleibe häufig nur beim Blick auf den Gaszähler, berichtet Prof. Dr. Klaus Eigenfeld, Direktor des Gießerei-Instituts.

Rund 0,6 kWh Energie werden benötigt, um 1 kg einer konventionellen Aluminiumlegierung zu schmelzen. Bei einer Aluminiumproduktion in Deutschland von 1,1 Mio. t im Rekordjahr 2008 entsprach das 380 Mio. t CO2. Die Höhe der CO2-Emission hängt dabei direkt von der verfeuerten Erdgasmenge ab. Zwar gehen bei gasbeheizten Schmelzöfen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit laut Eigenfeld „Hand in Hand“, doch fehlt es kleinen und mittelständischen Aluminiumgießereien häufig an den nötigen Forschungs- und Entwicklungskapazitäten.

Das Projekt ist für einen Zeitraum bis 2011 angelegt und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft gefördert. Ziel ist die Entwicklung einer neuen Ofengeneration.

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