Suchen

Pneumatikzylinder

In Sekunden für Losgröße 1 umgerüstet

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Als Technologiepartner unterstützte Aventics den Mittelständler dabei, sein Konzept in die Tat umzusetzen. Schröder konzipierte ein modulares System aus vier verfahrbaren Tischen mit den Maßen 1200 mm × 800 mm. Jeder Tisch ist mit 48 Zylinderventileinheiten mit 2 × 4 Zylindern ausgerüstet. Je zwei Tische können synchronisiert werden, um eine größere Aufspannfläche zu erhalten.

„Die außergewöhnliche Zylinderventileinheit haben wir innerhalb eines Monats so weit entwickelt, dass wir Funktions- und Lebensdauertests fahren konnten“, erinnert sich Alexander Minderlen, der bei Aventics diese Baugruppe auf der Entwicklungsseite betreut. In der Bodenplatte der Baugruppe sind acht Wegeventile sowie eine Steuerplatine von Schröder vor Staub und Spänen geschützt integriert. „Hier hatten wir extrem enge Vorgaben wie Bauhöhe, Breite/Raster sowie integrierte Elektrokomponenten und Vakuumsystem, damit die Lösung auch in bereits installierte Arbeitstische nachrüstbar ist“, betont der Entwickler. Aventics liefert die Achtereinheiten vormontiert und pneumatisch geprüft. Bei Schröder wurde dann die von der Firma CBE entwickelte und gefertigte Prozessorplatine verbaut. Ein Aluminiumdeckel komplettiert die Baugruppe.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 8 Bildern

Zu den Normzylindern von Aventics

Zylinderventileinheiten über Feldbus mit Steuerung verbunden

Die 384 Zylinderventileinheiten jedes Tischs mit je einem Ein- und Ausgang sind über einen Feldbus mit der Steuerungssoftware von Schröder verbunden. Somit reicht hier ein vieradriges Kabel aus, um einen kompletten Tisch anzusteuern und zu überwachen. Durch die abgedichteten Vakuumsauger erreicht der neue Pin-Tisch mit einem deutlich reduzierten Energieeinsatz ein besseres Ergebnis.

Wichtig ist außerdem, dass Werkstücke plan aufliegen. Die Planheit der Zylinderendlagen je Tisch liegt im Hundertstelmillimeterbereich. „Das ist beispielsweise wichtig, damit wir auch kleinste Profilierungen an den Plattenkanten exakt fräsen können“, so Jörg Schröder.

Den ersten automatisierten Pin-Tisch hat Schröder für eine neue Portalmaschine von MKM international anfertigen lassen und nutzt ihn in der eigenen Fertigung. Die vier in Y-Richtung fahrenden Tische können von vier Frässpindeln unabhängig voneinander an jeder Stelle erreicht werden. Zusätzlich ist zwei Frässpindeln ein Bohrgetriebe und den übrigen zwei Spindeln ein schwenkbares Sägeaggregat zugeordnet. Mit dieser Maschinenausstattung fallen kaum noch Werkzeugwechselzeiten an „Wir senken damit unsere Rüstzeiten deutlich und produzieren hochflexibel und superschnell“, fasst der Tüftler das Ergebnis zusammen.

„Es haben auch schon andere Unternehmen an ähnlichen Konzepten gearbeitet, sie aufgrund der komplexen Aufgabenstellung aber nicht konsequent zu Ende geführt“, lächelt Schröder. Er will den automatisierten Tisch nicht nur selbst nutzen, sondern vermarktet die Lösung für neue und bereits installierte Maschinen und Anlagen für die Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie sowie auch andere Branchen.

* Christiane Bischoff ist Mitarbeiterin bei der Aventics GmbH in 30880 Laatzen

(ID:45278178)