Wegfall des Vorheizens Induktionsheiztechnik rationalisiert die Verarbeitung von Organoblechen

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Der französische Prozess- und Werkzeugspezialist Roctool hat die Induktionsheiztechnik in Spritzgießformen integriert. Diese Verbindung ermöglicht die Herstellung von Leichtbauteilen aus Organoblechen mit angespritzten Funktionselementen auf Spritzgießmaschinen.

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Leichtbauteil aus Organoblech und angespritzten Funktionselementen. Das Umformen des Organoblechs und das Hinterspritzen fanden in einer Spritzgießform mit Induktionsheizung statt.
Leichtbauteil aus Organoblech und angespritzten Funktionselementen. Das Umformen des Organoblechs und das Hinterspritzen fanden in einer Spritzgießform mit Induktionsheizung statt.
(Bild: Roctool)

Diese Hybridtechnik stellte Roctool als „Weltneuheit“ auf der Hausmesse am Standort Le Bourget du Lac vor. Im Fokus standen dabei die Verkürzung von Zykluszeiten sowie die Steigerung der Reproduzierbarkeit, insbesondere bei der Oberflächenqualität. Die zweistufige Fertigung (Umformen und Anspritzen) findet in einer Spritzgießform mit Induktionsheizung statt. Auf einen Infrarotofen zur Vorheizung der Organobleche kann verzichtet werden.

Aufheizen der Form in extrem kurzer Zeit

Basis dafür ist die Roctool-Entwicklung 3i-Tech: ein Verfahren zur Formerhitzung mittels elektromagnetischer Induktion. Die Induktion wird im Inneren der Form erzeugt. Dabei kommt es zu keinem elektrischen Stromfluss an der Kavitätsoberfläche. Das ermöglicht die Verarbeitung polymerer Werkstoffe mit elektrisch leitenden Komponenten, etwa mit Carbonfasern.

Das Aufheizen der Form auf 120 °C dauert nur wenige Sekunden. Die Aufheizdauer für eine Formtemperatur von 300 °C liegt im unteren Minutenbereich. Das integrierte Heizsystem besteht aus sogenannten Heizkartuschen, die dem Prozess angepasst werden.

Organobleche für Automobilbau und IT-Technik interessant

Hauptanwendungen der Hybridtechnik werden im Automobilbau und in der IT-Technik gesehen. „Heutzutage ist die Gewichtsreduzierung ein erheblicher Verkaufsvorteil sowohl bei Automobilen als auch für die Hersteller von Computern und Smartphones“, sagt Mathieu Boulanger, Leiter des Bereichs Geschäftsentwicklung bei Roctool.

In der Kombination aus thermoplastischen Verbundwerkstoffen und Spritzgießverfahren sieht Boulanger Chancen für weitere Metallsubstitutionen. Der Faserverbundkunststoffe sei dabei in Form von Organoblechen für die Leistungsfähigkeit verantwortlich und das Kunststoff-Spritzgießen für die Designfreiheit, erläutert Boulanger.

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