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Dadurch verschiebt sich das finanzielle Risiko, ein defektes Gerät austauschen zu müssen, vom Anlagenbauer auf den Zulieferer. Von besonderer Bedeutung kann das bei Anlagen sein, die sich in Gegenden befinden, die logistisch nicht ohne weiteres zu erreichen sind.
Zulieferer brauchen für Instandhaltung leistungsfähige Serviceorganisation
Dort zeigt sich die Leistungsfähigkeit des Zulieferers. Nur wenige Hersteller verfügen über globale Serviceorganisationen, die in vertretbaren Zeiträumen auch in abgelegenen Regionen Ersatzteile beschaffen können.
Vollständig absichern können sich Anlagenbauer, wenn die Serviceverträge die Reaktionszeiten der Techniker und den Zeitraum festlegen, innerhalb dessen ein Ersatzteil verfügbar sein muss. Denn kein Zulieferer hält alle denkbaren Ersatzteile vor. Hinter jedem Servicevertrag mit garantierten Lieferzeiten steht daher eine individuelle Bevorratung mit eigenem Logistikkonzept.
Pflichten zur Instandhaltung gehen von Anlagenbauern auf Zulieferer über
Für den Anlagenbauer haben solche Verträge einen großen Vorteil: Sie können die Ansprüche an die Verfügbarkeit der Anlage, die sie ihrem Kunden vertraglich zugesichert haben, im Servicevertrag mit dem Zulieferer abbilden. Fällt eine Maschine aufgrund einer aktiven Komponente aus, ist der Zulieferer in der Pflicht, sie im vereinbarten Zeitraum wieder instand zu setzen.
Der Qualifikation der Servicetechniker kommt dabei besondere Bedeutung zu. Sie sollten das Problem mit den Betreibern der Anlage in deren Muttersprache analysieren können und gemeinsam eine Lösung finden.
Auch die Erreichbarkeit des Kundenservice ist ein wichtiger Faktor. Globale Unternehmen wie Rittal mit über 60 Tochtergesellschaften weltweit sind aufgrund der Zeitverschiebung rund um die Uhr aktiv. Dementsprechend ist eine Erreichbarkeit von 24 h an 365 d im Jahr Pflicht.
Sensorennetzwerk ermöglicht zustandsorientierte Instandhaltung
Ein neues und zukunftsweisendes Wartungskonzept bietet Rittal mit seinem RTT Wireless Sensor Concept. Das System besteht aus einem Netzwerk von Sensoren, die in die zu überwachenden Klimageräte eingebaut werden, sowie einer Software, welche die Daten – beispielsweise die Temperatur – erfasst, auswertet und archiviert. Mit dem System lässt sich eine echte zustandsorientierte Wartung realisieren, bei der nur dann Arbeiten durchgeführt werden, wenn es berechtigten Anlass dafür gibt.
In der Software sind dazu Werte hinterlegt, so dass Abweichungen bei den Messdaten der Sensoren, die einen baldigen Ausfall eines Geräts ankündigen, schnell erkannt werden. Tritt eine Anomalie auf, kann das System automatisch eine Wartungs- oder Serviceanforderung auslösen – und dies rechtzeitig, bevor ein größerer Schaden zum Beispiel durch den Ausfall eines Geräts auftritt. So lassen sich wirtschaftliche Wartungskonzepte realisieren, ohne Einschränkungen bei der Funktionsfähigkeit hinnehmen zu müssen.
Michael Heinz ist Hauptabteilungsleiter Rittal Global Service; Jürgen Glowick ist Abteilungsleiter Rittal Global Service bei der Rittal GmbH & Co. KG in 35745 Herborn.
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